Seit Jahren wird über einen Ersatzneubau für die Fußgängerbrücke über die Ringbahn zwischen Sonnenburger und Schönfließer Straße geredet oder eher gerüchtet. Vor vielen Jahren brachte Jens-Holger Kirchner (Grüne) als Bezirksstadtrat für Verkehr einen Wiederaufbau der alten Straßenbrücke ins Gespräch. Diese sollte vorübergehend den Kfz-Verkehr stadteinwärts von der Schönhauser Allee aufnehmen, wenn am S-Bahnhof die dortige Brücke saniert würde. Nach einem Aufschrei, ob des Wahnsinns dieser Idee, verschwand sie schnell wieder aus der Öffentlichkeit und das Bezirksamt dementierte diese Absicht.

Seitdem wird mal dies und mal das erzählt. Eines scheint aber sicher: dass die Brücke ein Stück nach Westen verschoben wird, weil sie derzeit im Bereich der Sonnenburger Str. auf einem privaten Grundstück mündet. Es soll eine Fußgänger- und Radfahrerbrücke werden. Die derzeitige Brücke ist formal nur für Fußverkehr. Obgleich Teil eines Fernradweges ist auf der heutigen Brücke Radfahren verboten. Die Fahrradfahrer werden per Gebotsschild aufgefordert abzusteigen. An das Verbot halten sich allerdings nur wenige Radfahrer. Mit Augenmaß und Rücksichtnahme kommt man schon auf dem Rad rüber, interpretieren viele diese Aufforderung abzusteigen. Aber ein Dauerzustand ist das natürlich nicht. Insofern wäre eine neue Brücke, auf der sich Fußgänger und Radfahrer gleichzeitig und gleichermaßen sicher bewegen können, tatsächlich ein erheblicher Gewinn für die Aufenthaltsqualität und Mobilität der Anwohner. Bei der Planung muss darauf geachtet, dass die Verwaltung nicht doch wieder ihre alte Idee eine Autobrücke zu reanimieren versucht.

Nach Auskunft der Senatsverwaltung für Umwelt/Verkehr/Klimaschutz werden nach der aktuellen Rahmenterminplanung die Planungsarbeiten im Jahr 2022 und die Bauleistungen anschließend 2023 ausgeschrieben. Damit ist der voraussichtliche Baubeginn frühestens im Jahre 2024.

Eine besondere Herausforderung stelle die Koordinierung der Bauarbeiten mit zwei anderen Brückenbauvorhaben über die Ringbahn dar: Erneuerungen der Schönhauser Allee Brücke und der Dunkerstraßenbrücke. Das Koordinierungserfordernis betrifft nicht nur die Unterbrechung des Ringbahnverkehrs und des entsprechenden Ersatzverkehrs, sondern auch den sonstigen ÖPNV und den motorisierten individuellen Straßenverkehr.

SenUVK beabsichtigt, im I. Quartal 2022 erste Informationen zur Baumaßnahme zu veröffentlichen, welche dann über eine eigene Projektseite einsehbar sein werden: https://www.berlin.de/sen/uvk/verkehr/infrastruktur/brueckenbau/

Wir werden die weitere Entwicklung verfolgen und den Termin einer öffentlichen Informationsveranstaltung , der von SenUVK für das kommende Jahr angekündigt wurde, im Kiez bekannt machen.

 

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Schönfließer Fußgänger-Brücke – Gerüchte und Tatsachen