nach 30 Jahren wieder LKW-Sperren an Gleimstraße und Eberswalder

Wer im Sommer die Tagespresse nicht aufmerksam verfolgt hat, dürfte in den letzten Tagen ins Grübeln über die rostbraunen, das Stadtbild verschandelnden Rohre gekommen sein, die an der Gleimstraße und an der Eberswalder in großer Zahl ca. 1 m aus dem Boden ragen.

Nein, das sind keine provisorischen Entlüftungs- oder Stabilisierungsmaßnahmen für den Stauraumkanal der von den Berliner Wasserbetriebunter unter dem Mauerpark errichtete wurde. Das sollen Sicherheitspoller gegen Terroranschläge oder sonstige Amokfahrten mit großen LKW gegen Menschen im Mauerpark sein.  Diese Monster sollen dort stehen beiben. Für immer. Naja, wenigsten solange wie ihre Vorgänger, die „Panzersperren“ der DDR Grenzanlagen, die an fast der gleichen Stelle standen und Grenzdurchbrüche mit großen LKW verhindern sollten.

Damit sich die neuen von rostigen Stahl-Panzersperren der Grenzanlagen sichtbar abheben, bekomen diese noch einen schicken teuren Mantel. Im Westen, der auch wir jetzt sind, sieht alles besser aus. Auch Panzersperren? Auch Panzersperren, sagte im Bustton der Überzeugung …

Und der Denkmalschutz?

Der Gleimtunnel steht ja ebenso unter Denkmalschutz wie Reste der ehemaligen Grenzanlagen an der Bernauer Straße. Gem.  § 11 Denkmalschutzgesetz ist auch die Umgebungen von Denkmalen derart geschützt, dass Bauwerke den Eindruck des Denkmals nicht beeinträchtigen dürfen. Man hört, dass die Untere Denkmalschutzbehörde Bedenken hatte, aber schweren Herzens diesen Monsterpollern zugestimmt habe, weil sie doch auch an die Grenzanlage der DDR erinnerten, von denen ja sonst nix mehr zu sehen ist. Allenfalls die hohen Laternen auf der nördlichen Schwedter Straße, die seinerzeit den Postenweg beleuchteten und in dem „Archologischen Fenster“ die mikrigen Originalreste der Panzersperren an der Bernauer. Ein Schritt daneben stehen jetzt die der neue Sperranlage.

aus Gleimstraßenbuch, Basisdruck
Bild, „Archäologisches Fenster“

500.000 € soll nach Presseberichten diese Sperranlage kosten. Hätten es nicht einige märkische Feldsteine und jeweils zwei versenkbare Zufahrtspoller gemacht, mag sich laienhaft der ein oder andere Anwohner oder Besucher fragen?  Naja, wenn es um die Staatssicherheit geht, ist Berlin nix zu teuer und bei Fragen der sicherheit gibt es natürlich auch keine demokratische Beteiligung der Stadtgesellschaft.

Wie wir aus gewöhnlich gut unterrichteten Sicherheitskreise erfahren haben, wird konsquenter Weise erwogen, die Zufahr zum Mauerpark von der Max-Schmehling-Halle und von der Lortzingstraße ebenfalls durch solche Poller zu sichern. Wenn Sie noch hinweise für mögliche Sicherheitslücken am Mauerpark entdecken oder auch Sicherheitslücken an anderen öffentliche Plätze und Parks erkennen wenden Sie sich vertrauensvoll an das LKA oder das SGA Pankow.

Cant, 29.10.2021

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