eine verschwundene Straße im Gleimviertel

In letzten Monate fanden sich in verschiedenen Medien Berichte über die „Wiederentdeckung“ der Rudolf-Mosse-Straße. Dabei ging es nicht um archäologische Funde, sondern um Erinnern, um die Verwunderung, die beim Studium alter Stadtpläne aufkam. Als ortskundiger „Heimatverein“ wollen wir uns natürlich an der Aufklärung der Neubewohner des Kiezes gerne beteiligen. Die Mosse-Straße befand sich dort, wo heute der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark ist. Sieh Karte und Luftbild unten.

Auf Beschluss der Stadtverordnetenversammlung Berlin wurde ein Teil des Exerzierplatzes vom Militärfiskus abgekauft, um die Sonnenburger Straße von der Gaudy- bis zur Eberswalder Straße durchzulegen. Dieser Abschnitt trug von 1920 bis 1935 den Namen Rudolf-Mosse-Straße nach dem Verleger Rudolf Mosse. Vom faschistisch regierten Berlin wurde 1935 der Name des jüdischen Verlegers getilgt. Dieser Straßenabschnitt wurde zum Teil der Sonnenburger Straße.

Nach dem Krieg wurden auf dem Areal Trümmerschutt der zerstörten Häuser der Umgegend gelagert. 1951 wurde zu den III.Weltfestspielen der Jugend aus den Trümmerbergen ein Sportpark mit einem großen Stadion errichtet, der Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark. Damit blieb die Mosse-Straße auf Dauer verschwunden.

Seit einiger Zeit gibt es eine Initiative, die sich um das Erinnern an die verschwundene Rudolf-Mosse-Straße und den Namensgeber bemüht. Den 100. Jahrestag der Benennung der Straße am 31.Mai 2020 nahmen die Initiatoren zum Anlass vielfältiger Aktivitäten.

Siehe hier: https://www.mossestrasse.de/

Luftbild März 1945 vor den Straßenkämpfen des „Totalen Krieges“ im Gleimviertel.

Cant || 21.05.2020

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100 Jahre Mosse-Straße
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