Bäume im Jahnsportpark zu fällen !?

Naja, aber nicht so viele.

Die Senatssportverwaltung reagierte nervös und prompt auf die öffentliche Kritik, dass im Zuge des geplanten Stadionabrisses und des Umbaus des Jahnsportparks massenhaft Bäume gefällt würden. Wir haben hier über Medienberichte und die Online-Petition informiert, die inzwischen über 3100 Bürger unterzeichnet haben. (Hier kann man unterzeichnen.)

Senatssportverwaltung wiegelt ab

In einer Pressemitteilung vom 11.März 2020, die den Titel Jahn-Sportpark bleibt grüne Sportanlage trägt, wird betont, dass der Baumbestand im Jahn-Sportpark von zentraler Bedeutung ist. Anders als öffentlich behauptet, wird kein Kahlschlag stattfinden. Die Bäume an den Außengrenzen sowie im Eingangsbereich Cantianstraße bleiben erhalten und werden nicht gefällt.“ Das war sicher beruhigend gemeint. Nur drängt sich bei diesen Worten sofort die Frage auf: Was ist mit den vielen Bäumen im Innenbereich des Sportparks?

Dass das sehr viele sind, offenbart die Beantwortung einer Schriftlichen Anfrage des Abgeordneten Andreas Otto (Mitglied des Bürgervereins Gleimviertel). Aktuell ist ein Baumbestand von 464 Bäumen erfasst. Sie sind alle im Anhang zur Antwort aufgelistet. (Hier)

… ist und bleibt Sportanlage …

Zudem meint die Senatssportverwaltung klarstellen zu müssen, der Jahnsportpark „ist und bleibt eine Sportanlage“. Dazu gehörten natürlich auch Bäume und Grünflächen. Meint man man unangemessene Grün-Ansprüche der Anwohner vorsorglich in die Schranken weisen zu müssen? Noch weniger vertrauensbildend klingt der folgende Satz: „Schon heute steht fest. Wenn im Zuge des Stadionneubaus Bäume gefällt werden müssen, gibt es selbstverständlich Ausgleichsmaßnahmen wie z.B. Neupflanzungen. Alle gesetzlichen Bestimmungen werden eingehalten.“ Was soll dem Publikum die Versicherung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport mitteil, dass sie sich die Gesetze halten werde?

nicht so viele …

Die Aussage in der Machbarkeitsstudie, dass bis zu 240 Bäume gefällt und ausgeglichen werden müssten, beruhte auf keiner konkreten Planung und diente nur der Kostenabschätzung. Im Rahmen des erforderlichen Wettbewerbs zur Neugestaltung des Sportparks würde auf die Erhaltung der Grünanlagen besonderes Augenmerk gerichtet. (Antwort zur Schriftlichen Anfrage Drs. S 18/22370)

Eines ist aber dennoch offensichtlich klar, dem Abriss des Stadions und dem Umbau des Sportparks sollen zahlreiche Bäume zum Opfer fallen. Ob das in Zeiten der Klimakrise eine nachhaltig vernünftige Stadtentwicklung ist, wird im Planverfahren zu diskutieren sein. Hier sind Gewinn und Verlust für das Gemeinwesen öffentlich zu debattieren und abzuwägen. Die Anwohner und Nutzer, insbesondere aus Prenzlauer Berg und Wedding, werden sicher nicht nur darauf drängen, soviel wie möglich Grün (Bäume, Sträucher und Wiesen) zu erhalten, sondern dieses auch zu mehren und ökologisch zu qualifizieren.

Cant || 18.03.2020

 

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Niemand hat die Absicht …