Treffen des Bürgerverein Gleimviertel mit der Senatssportverwaltung

Am 10. Februar fand ein Treffen von Vertretern des Bürgervereins Gleimviertel e.V. mit Vertretern der Senatsverwaltung für Inneres und Sport (Bauherr), der Firma Drees & Sommer (neues Nutzungskonzept) und der Fa. Raumplaner (Partizipation) statt. Inhalt des Gespräches war der Umbau des Jahnsportparks. Die Sportverwaltung und die von ihr beauftragten Firmen erläuterten den Stand und die nächsten Schritte des Verfahrens.

Derzeit werde das Nutzungskonzept aus dem Jahre 2014 überarbeitet. Dazu würden Gespräche mit allen Nutzern des Jahnsportparks über ihre Interessenlagen und Ansprüche an die zukünftige Sportparknutzung geführt. In diesem Kontext erfrage man auch bei Vertretern von Bürgervereinen aus den umliegenden Kiezen die Interessen der Anwohner. Derzeit laufe zudem bis zum 28. Februar eine Online-Beteiligung auf der Plattform meinberlin.de. Bis zum Sommer soll das aktualisierte Nutzungskonzept fertig sein.

Beginn werde man den Umbau mit dem Abriss des großen Stadions. Die letzte Veranstaltung werde Mitte September 2020 im Stadion stattfinden. Im Oktober 2020 soll dann der Abriss mit bauvorbereitenden Arbeiten starten. Mit dem Abtragen des Stadionbauwerks wird man voraussichtlich Anfang 2021 beginnen.

Die Vertreter des Bürgervereins machten die Erwartungen der Anwohner deutlich:

Nutzung für alle

  • keine Einschränkung für den informellen, unorganisierten Freizeitsports;
  • Vorrang für lokale Amateurabteilungen;
  • öffentliche Nutzung als Ort der Erholung und des Spiels;
  • Sicherung der Durchquerungsmöglichkeiten;
  • robuste Sportgeräte für den täglichen öffentlichen Gebrauch.

Verkehr / Erschließung / Ökologie

  • Das Verkehrskonzept muss integraler Bestandteil der Gesamtplanung sein. Ohne ein schlüssiges Verkehrskonzept darf es keine Baugenehmigung und kein Baubeginn geben.
  • Der vorhandene Baumbestand soll so weit als möglich erhalten bleiben.
  • Schutz für die im Sportpark lebenden Tiere.

Bauphase

  • Frühzeitige Information über anstehende Baumaßnahmen und deren Auswirkungen;
  • permanent erreichbarer Ansprechpartner für Beschwerden während der Bauzeit;
  • Kein Baustellenverkehr über die Straße Am Falkplatz, die Cantianstraße oder den Mauerpark.

 

Was die Sportverwaltung zu den einzelnen Themen mitzuteilen hatte, ist dem ausführlichen Protokoll zu entnehmen, das hier zu finden und herunterzuladen ist.

Hervorzuheben ist hier lediglich die überraschende Mitteilung, dass es ein Verkehrsgutachten gäbe, in dem die grundsätzliche Machbarkeit der verkehrlichen Erschließung für ein 20.000 Zuschauer fassendes neues Stadion untersucht und bestätigt worden sei. SenStadtUm habe seinerzeit im Rahmen der Machbarkeitsstudie 2014 ein solches Verkehrsgutachten erstellen lassen. Dieses Gutachten wurde auf Wunsch von SenStadtUm (heute SenUVK) bereits Anfang 2015 überarbeitet. Eine weitere Ergänzung erfolgte im Jahr 2018 im Auftrag der Senatsverwaltung für Inneres und Sport. Dem Bezirksamt Pankow sei das Gutachten und die Ergänzungen zuletzt 2019 zur Verfügung gestellt worden.

Diese Mitteilung überraschte nicht nur uns. Auch die von uns befragten Bezirksverordneten wussten nichts von der Existenz dieses fortgeschriebenen Verkehrsgutachtens. Auf Nachfrage musste Bezirksstadtrat Vollrad Kuhn in der letzten Woche einräumen, dass ein solches Gutachten bereits seit Juli 2019 im Bezirksamt vorliegt. Das ist ein vollkommen inakzeptabler Umgang mit der Bürgerschaft.

Wir werden in kürze über den Inhalt dieses Gutachten an dieser Stelle berichten.

Cant || 24.02.2020

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Jahnstadion – Abriss startet im Oktober 2020 !?
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