Abriss des Jahn-Stadion in 2020 droht weiterhin

In der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der Abgeordneten Lenz und Standfuß (CDU) teilt Sportstaatssekretär Dzembritzki mit, dass eine Nutzung des Großen Stadions im Friedrich-Ludwig-Jahn-Sportpark für die Special Olympics im Jahre 2023 nur „bei optimalem Bauablauf realistisch“ erscheine. Deshalb prüfe der Senat derzeit die Nutzung des Olympiaparks und alternativ des Mommsenstadions als Austragungsorte.

Das heißt im Klartext: Das Jahn-Stadion wird nicht Austragungsort für die Special Olympics im Jahre 2023. Für einen vorgezogenen isolierten Abriss und Neubau des Großen Stadions gibt es kein Erfordernis mehr. Für die Modernisierung und den Umbau des gesamten Jahn-Sportparks kann eine umfassende integrierte Planung, inklusive des Stadionneubaus, entwickelt werden. Eine ursprünglich geplante stufenweise Umsetzung ist wieder möglich.

Zudem räumt Dzembritzki ein, dass die Bedarfe für Nutzung des Jahnsportparks seit der Machbarkeitsstudie aus dem Jahre 2014 sich doch erheblich verändert hätten und die Planung angepasst werden müsste. Er verwies insbesondere auf die neuen Nutzungswünsche von ALBA: „Die Schaffung eines Vereinszentrums für ALBA Berlin war seinerzeit vom Verein nicht beabsichtigt und damit nicht Gegenstand der Machbarkeitsstudie.“

Angesichts der veränderten Rahmenbedingungen, so sollte man denken, wird nun von der Senatsverwaltung für Inneres und Sport ein ordentliches Bebauungsplanverfahren für die Gesamtmaßnahme eingeleitet und unter Beteiligung der Nutzer und Anwohner die Zukunft des Jahn-Sportparks geplant und realisiert. Denkste! Die machen einfach weiter wie bisher.

Die Mittel für den Abriss des Großen Stadions sind im Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2020 eingestellt. Mit der positiven Prüfung des Bedarfsprogramms und der Bestätigung der geplanten Kosten (ca. 100 Mio. Euro nur für das Stadion) durch die Senatsbauverwaltung steht nach einer Beschlussfassung des Doppelhaushalts 2020/21 im Dezember 2019 einem Abriss des Stadions im kommenden Jahr nichts mehr im Wege.

Ein Abriss des Großen Stadions bevor klar ist, was an seine Stelle tritt und wie sich der Sportpark insgesamt entwickeln soll, ist stadtplanerische Scharlatanerie. Alle Erfahrungen sprechen dagegen, dass die Nachbarschaft sich darauf verlassen kann, dass das Bezirksamt Pankow die kürzlich von der BVV beschlossenen Forderungen auch tatsächlich durchsetzt. Es scheint deshalb an Zeit, dass sich die Bewohner der Wohnquartiere um den Jahn-Sportpark unüberhörbar einmischen.

Cant || 13.09.2019

 

Die komplette Antwort des Staatssekretärs Dzembritzki auf die Anfrage der MdA Lenz und Standfuß (CDU) können sie hier herunterladen.

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