Gleimtunnel-Party 2010

2. Oktober 2010
19:00bis23:59

Gleimtunnel-Party am 2. Oktober 2010

grenzenlos, leuchtend,
kulturvoll und umsonst

19 – 24 Uhr

Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit wird das Brunnen- und Gleimviertel erneut zusammen tanzen und feiern. Im ersten Jahr 2007 waren 600 Menschen dabei und in den vergangenen drei Jahren wurden es immer mehr. Eine Party im Gleimtunnel zwischen zwei Stadtteilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ab 19 Uhr wird der Gleimtunnel für den Autoverkehr gesperrt sein, damit die alljährliche Party als Symbol der guten Nachbarschaft und Grenzüberschreitung stattfinden kann.

Unter dem Motto: “Ost meets West / Wedding trifft Prenzelberg“ erklingen wieder heiße Tanzrhythmen zum Auftanken und Durchstarten in den Feiertag. Für Unterhaltung sorgen DJ Sonnenburg und DJ Ipek an den Turntables. An Musik erwarten euch somit Electro und Oriental-Beats, um euch eine heiße Oktobernacht zu bescheren. An Bands treten “Digital Heaven” und “The Mint” live auf der Bühne auf.

In diesem Jahr findet die Gleimtunnel-Party unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters von Mitte Dr. Christian Hanke statt. (Veranstalter)

Gleimtunnel-Party Blog

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Mauerpark am 16.09.2010 in der BVV Mitte

Mauerpark:
Gothe streitet Änderungen ab – und verteidigt sie

BVV Mitte reagiert mit Trotz und stimmt für Verfahrensstopp

Mit einem rätselhaften Vortrag zum Mauerpark-Bebauungsplan wartete Mittes Stadtbaurat Ephraim Gothe am 16. September 2010 auf, als er gegenüber den Bezirksverordneten Abweichungen in der öffentlichen Auslage vom Aufstellungsbeschluss erstens verneinte und zweitens verteidigte. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) reagierte mit Trotz und stimmte für die Aussetzung der frühzeitigen Bürgerbeteiligung sowie deren Wiederaufnahme, sobald jener Beschluss vollständig beachtet werde. Womöglich entpuppt sich das allerdings als symbolische Geste, denn eine solche Aussetzung kann nach Meinung des Stadtrats nicht verlangt werden. Das Rechtsamt des Bezirks wird den Sachverhalt nun prüfen. Wer also noch Einspruch erheben möchte, sollte unbedingt die aktuell geltende Frist bis zum 22. September einhalten.

Bebauungsplan 1-64, ausgelegter EntwurfAbweichungen vom
Aufstellungsbeschluss

Der Mitte August ausgelegte Mauerpark-Bebauungsplan (B-Plan) 1-64 unterscheidet sich in mehreren Punkten von der in der BVV beschlossenen Vorgabe. Auffälligster Unterschied ist die Hinzufügung einer „Variante 1“, die die Ausweisung des Baugebiets am Südwestrand des Parks als eingeschränktes, das heißt wohnverträgliches, Gewerbegebiet (GE)  sowie der Spielplatz-Ecke Bernauer / Wolliner Straße als Mischgebiet (MI) gestatten würde. Beschlossen worden war aber lediglich die Festlegung eines Sondergebiets (SO), und zwar nicht nur „überwiegend“, wie es gar in der Erläuterung zur Auslage für Variante „2“ formuliert ist.

Des weiteren suggeriert der Begleittext zum Planentwurf, dass für die Erschließung des Bauvorhabens im Norden nur der Rückbau des Gleimtunnels genauer zu prüfen sei. Ausführlich wird ein durch jahrelange Vernachlässigung herbeigeführter Zustand dazu herangezogen, ein überragendes öffentliches Interesse für den Teilabriss zu begründen. Demgegenüber fordert der Aufstellungsbeschluss die gleichberechtigte Untersuchung aller denkbaren Optionen. Auch andere, im Bemühen um einen Kompromiss früher herausgestellte Aspekte wie die Vorrangigkeit der Nutzungsdiskussion oder das autofreie Wohnen finden kaum oder keine Erwähnung.

Stadtrat Gothe antwortete nun auf eine entsprechende Große Anfrage, erhebliche Abweichungen der B-Plan-Auslage vom Aufstellungsbeschluss seien „nicht üblich“ und „nicht geschehen“. Anschließend legte er dar, warum es Änderungen gegeben hat. So habe das zuständige Fachamt die Hereinnahme der alternativen Gebietscharakterisierungen im Süden erbeten. Betrachte man nämlich die Beispielnutzungen im einschlägigen § 11 der Baunutzungsverordnung, so frage sich, ob er ausreichend Spielraum für eine passende Detailplanung biete. „Allein aus diesem Grund“ sei eine zweite Variante vorgeschlagen worden.

Anderer Text, nicht andere Absicht

Dabei hatte der Stadtrat die Idee mit dem Sondergebiet zum Wohle der Konsensfindung selbst ins Spiel gebracht. Die Verordneten erfuhren Minuten später sogar den Grund dafür, als Gothe die Flexibilität des eben noch zu engen Paragrafen hervorhob und berichtete, er habe vor einiger Zeit in einem anderen Planverfahren ein „sehr schönes Sondergebiet rechtssicher erfunden.“

Das blieb nicht die einzige Gedankenakrobatik des Abends. Ein „anderer Text“, belehrte Gothe die Verordneten, bedeute nicht eine „andere Absicht“. Man könne entweder gemeinsam „ein großes Ziel verfolgen“ oder „man denkt die ganze Zeit über Abweichungen nach. Von diesen Leuten haben wir genug.“

„Sie haben diesen gemeinsamen Weg verlassen“ entgegnete dem Stadtrat der Grünen-Verordnete Frank Bertermann. Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung Bertermann hatte die Anfrage mit initiiert und stellte – die Wirkung nach außen im Blick -  die Frage, „inwieweit Politik verlässlich ist“, wenn schon Bezirksamt und BVV nicht verlässlich miteinander arbeiten könnten. Vertrauen könne auf diese Weise nicht entstehen.

Gothe stellt Lösung ohne Gleimtunnel-Abriss in Aussicht

Die Verordneten haben Gothe’s mehrfach gegebenes Versprechen für eine besonders enge Zusammenarbeit nicht vergessen. Der Stadtrat ist sich sicher es einzulösen und verwies zum Beispiel auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 22. September, wo das Mauerpark-Verfahren auf der Tagesordnung steht. Er kündigte an, bei dieser Gelegenheit eine Nord-Erschließung anzubieten, „bei der der Gleimtunnel nicht abgerissen werden muss.“

Das Plenum konnte er damit nicht begeistern. Es nahm mit einigen Enthaltungen den Antrag von Linken und – beigetretenen – Grünen an, die „frühzeitige Bürgerbeteiligung … unverzüglich anzuhalten“, die Widersprüche zum Beschluss vom 22. Mai (B-Plan-Feststellung) „zu bereinigen“ und das Verfahren sodann unter Beibehaltung der Gültigkeit bereits eingereichter Einsprüche fortzuführen. Die Versammlung befürwortete ebenfalls den Antrag der Linken-Fraktion, über „sämtliche Bedingungen“, „Leistungen“ und „Gegenleistungen“ im Zusammenhang mit der Übereignung des landeseigenen Spielplatzgrundstücks Bernauer Straße 65/65A / Wolliner Straße 22 informiert zu werden. Schließlich ließ sie noch einen CDU-Antrag zur Ermöglichung von Internet-Einsprüchen bei der öffentlichen Auslegung von B-Plänen passieren.

Überall in der Republik, referierte Gothe zu Beginn der Debatte, erheben sich zur Zeit die Bürger gegen Projekte, die dem Gemeinwohl dienen. Herauszufinden, was das Gemeinwohl jeweils sei, so votierten an diesem Tag die Bezirksverordneten, gehört jedoch ebendahin – in die Arenen der Öffentlicheit.

Mario Rieger, 19.09.2010

Grafik: mr

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Mauerpark-Werkstatt am 15.09.2010

Mehrheit gegen Bebauung

Bürgerwerkstatt zum Mauerpark hat Arbeit begonnen

Am 15. September 2010 waren die nominierten Mitglieder zur ersten Arbeitssitzung der „Bürgerwerkstatt“ zur Fertigstellung des Mauerparks geladen. Der Beginn der Sitzung war von einer scharfen Kontroverse geprägt. Vor allem Vertreter des „Bürgerinitiativen-Netzwerks“ (BIN) stellten den Sinn der Bürgerbeteiligung in Frage: Wenn die Bürgerwerkstatt nicht auch schwerpunktmäßig den Widerstand gegen eine Bebauung zum Thema mache, sei man hier fehl am Platze.

Zudem wurde gefragt, ob die Arbeit in der Werkstatt nicht Zeitverschwendung sei, wenn im Bezirk Mitte nach dem Schwenk der Grünen keine Mehrheit mehr zur Verabschiedung eines Bebauungsplans vorhanden sei. Die Grünen in Mitte hatten sich gegen die Abweichungen der Bebauungsplan-Auslage vom Feststellungsbeschluss gewandt und einem Linken-Antrag angeschlossen, in dem es heißt, die Bürgerbeteiligung möge bis zur Rücknahme der Änderungen „angehalten“ werden. Bedenkenswerte Argumente also, zumal eine Beschränkung der Debatte allein auf die Gestaltung der Grünflächen bereits beim Werkstattauftakt allgemein kritisiert worden war.

Mauerpark, Eingang Bernauer Straße

Besuchermagnet Mauerpark

In einem Meinungsbild war dennoch eine breitere Mehrheit dafür, mit der Arbeit der Werkstatt zu beginnen. Von Pankower Seite hatten auch die „Jugendfarm Moritzhof“, die „Freunde des Mauerparks“ und der „Bürgerverein Gleimviertel“ die Beteiligung an der Werkstatt gewollt. Nach dem Auszug der Kritiker war man gespannt auf die Zusammenarbeit.

Mauerpark für alle – aber wie?

In einer lebhaften und kreativen Atmosphäre zeigte sich, dass es viele spannende, zum Teil kontroverse Ideen zur Weiterentwicklung eines „Mauerparks für alle“ gab. Es war keine vertane Zeit, in die Zukunft zu denken. Denn deutlich wurde, dass, wenn man auch keinen geschniegelten Park wünscht, der Mauerpark als Ort der Kommunikation von Massen so nicht für alle attraktiv ist – sicherlich auch nicht für mögliche potente Sponsoren, die man in eine Stiftung „Welt-Bürger-Park“ locken möchte.

Erfreulich war auch, dass einerseits eine Mehrheit auf beiden Seiten des Mauerparks – Wedding wie Prenzlauer Berg – möglichst keine Bebauung wünscht. Andererseits sieht man in einer offenen Gestaltung des Parks die Chance, dass eine mit Leben und Toleranz erfüllte Brücke der durchaus unterschiedlichen Welten hüben und drüben entstehen könnte. Und für ein solch innovatives Stück Urbanität möchte man weiter arbeiten.

Sollte die Bürgerwerkstatt nicht aus politischen Motiven abgesagt werden, wäre am 6. Oktober die nächste Sitzung.

Rainer Krüger, September 2010

Foto: Mario Rieger

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“Das Helmi” mit einem modernen Mythos

4. September 2010
20:00bis21:30

 

 

AlienAlien by Helmi
Die Wiedervereinigung

(Mareike Mikat & Das Helmi)

Sa/So 04./05. und
Do – So  23. – 26. September 2010,

20 Uhr, Ballhaus Ost,
Pappelallee 15

Die Welt auf Fury 161 ist in Ordnung, soweit man Fury 161 eine Welt nennen kann. Wir, die letzten übrig gebliebenen Häftlinge des ehemaligen Gefängnisplaneten, haben hier zum Glauben an die Zukunft zurückgefunden. Es ist das radikale Experiment einer Männergemeinschaft, eine finale Überprüfung unserer Fähigkeit zu solidarischem Handeln. “Vielleicht sollten wir das Projekt ’Durchbruch!’ nennen?”

Die Eitelkeit ist das erste, was man auf Fury 161 verliert. Später lernt man die Dunkelheit, die Einsamkeit und die Abgeschiedenheit zu schätzen. Immer wieder haben wir uns hier die Geschichte unseres Weltraumhelden Leutnant Ripley erzählt und seine Abwehrkämpfe gegen die Angriffe feindlicher Aliens zelebriert. Eines Tages stürzt in unser isoliertes Dasein eine Rettungskapsel, der ein weiblicher Ripley entsteigt. Und sie hat ein Alien mitgebracht: die gefürchtete Konfrontation mit den Versuchungen wahrer Emotion! Wie wird man ein Actionheld, wenn man nur Buttermesser zur Verfügung hat?

In ihrer ersten Zusammenarbeit nehmen die Regisseurin Mareike Mikat und der Puppen-Männerbund “Das Helmi” Kurs auf eine Bestandsaufnahme und eine Fortschreibung des modernen Mythos Alien.

Das Grauen ist unermesslich und im Kosmos, und niemand hört Dein Schreien.

Mit: Emir Tebatebai, Florian Loycke, Brian Morrow und Abak Safaei Rad. (Helmi)

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Das Helmi

Puppentheater für Erwachsene und Kinder

Die Berliner Gruppe “Das Helmi” macht sich mit unkonventionellen Klassiker- und Filmadaptionen einen Namen, bei denen sie Kunst und Trash, Popmusik und Puppenspiel aufeinanderprallen lässt.

Die Truppe hinter den Puppen ist international: Florian und Felix Loycke, Emir Tebatebai, Deutscher mit „Migrationshintergrund“, Brian Morrow aus England.

Alle Helmis sind gleichzeitig Regisseur, Schauspieler, Musiker und Texter. Die Puppen werden meist von Florian und Felix Loycke gebaut. Die Brüder hauchen Resten und Fetzen ungeahntes Leben ein, lassen aus ihnen Wesen auferstehen, deren grotesk verzerrte Gesichtszüge eine seltene Zartheit, ein Staunen vor der Welt offenbaren. Scheinbar plump taumeln sie über die Bühne, absurd hässlich und doch voller Anmut.

Die Helmis verstecken sich nicht hinter ihren Puppen und vor dem Publikum, sondern betreten offen die Bühne. Puppe und Spieler sind wie zwei Teile eines Ganzen, die zu Beginn einer jeden Szene miteinander verschmelzen und sich gegenseitig in ihrem Ausdruck verstärken. Nichts ist einfach, alles ist doppelt und fast immer ironisch. Hinter der Ironie wagt sich “Das Helmi” an die ganz großen, heißen Themen heran. (Helmi)

“Das Helmi”-Homepage

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