Wahlpodium 2009 am 07.07.2009

Gewusst wen!

Wahlpodium mit den Bundestagsdirektkandidaten 2009

Viele wissen noch nicht, was sie wählen werden. Andere wissen zwar was, aber nicht wen. Und manche fragen sich, welche Stimme, wenn überhaupt eine, sie vergeben wollen. Die Unterscheidung von Erst- und Zweitstimme macht´s möglich.

Also richtete der Bürgerverein Gleimviertel am 7. Juli 2009 anlässlich der diesjährigen Wahlen zum Bundestag ein Podium aus. In die Aula der Schule am Falkplatz waren alle fünf Direktkandidaten für den Pankower Wahlkreis 77 aus den im aktuellen Bundestag Wahlpodium 2009, Kandidatenvertretenen Parteien eingeladen worden. Vier Bewerber nutzten die seltene Gelegenheit, sich ihren Wählern in diesem Rahmen persönlich vorzustellen: Stefan Liebich (Die Linke), Dr. Martin Lindner (FDP), Gottfried Ludewig (CDU) und Heiko Thomas (Bündnis90 / Die Grünen).

Reizthema Hartz-IV

Die Idee kam gut an: Mehr als die Hälfte derjenigen, die Fragen oder Statements vorbrachten, begrüßte einleitend die Möglichkeit, ihre Direktkandidaten kennenlernen und vergleichen zu können. Das hielt sie mitnichten davon ab, die Bewerber vor allem in Sachen Hartz-IV-Gesetzgebung hart zu kritisieren. Der Repräsentant der Grünen hatte darunter naturgemäß am meisten zu leiden, doch ließ es sich FDP-Vertreter Martin Lindner nicht nehmen, einen guten Teil der Wahlpodium09, Fragen 2protestartigen Vorwürfe auf sich zu ziehen, indem er die Arbeitsorientierung von Leistungsempfängern zu einem Fixpunkt der Debatte machte. Ähnlich heftige Reaktionen lösten auch die Themen Mindestlohn und Afghanistaneinsatz der Bundeswehr aus.

Im Übrigen zeichneten sich die Beiträge der Podiumsbesucher durch Zurückhaltung in den Forderungen, Nachdenklichkeit und Originalität aus. Ein Anwohner stellte beispielsweise zur Diskussion, wie das Verhältnis zwischen individueller Verantwortung und Gestaltungsraum der Politik so zu justieren sei, damit ein wirklichkeitsgerechtes Miteinander entstehe.

Projekte mit Herz

Eine andere Anwohnerin erkundigte sich danach, welche politischen Projekte den Kandidaten persönlich am Herzen liegen. Tatsächlich eröffnete Linkspartei-Bewerber Stefan Liebich mit Leidenschaft den Antwortreigen: Er kämpfe weiter für den Mindestlohn als Zuschlagsbedingung bei öffentlichen Aufträgen des Landes Berlin. Die entsprechenden Regelungen, an denen er als Mitglied des Berliner Abgeordnetenhauses mitgearbeitet hatte, waren nämlich vom Europäischen Gerichtshof kassiert worden. Jetzt werde er nicht aufgeben, sie europakonform zu gestalten.

Engagement für Bildung im Allgemeinen sowie die Verbesserung des Betreuungsverhältnisses Lehrer – Schüler im Besonderen stellte anschließend Gottfried Ludewig als sein Herzensanliegen heraus. Als Vorsitzender des Rings Christlich-Demokratischer Studenten und CDU-Bundesvorstand hatte er just am selben Tag einem Bildungsgipfel mit der zuständigen Bundesministerin beigewohnt.

Der Bildung fühlt sich auch Freidemokrat Martin Lindner verpflichtet. Er setze sich als Landesparlamentarier aktiv für die Wiedereinführung der Vorklasse ein. Vorschulische Bildung sei für ihn der Schlüssel zum späteren Lern- und somit Lebenserfolg.

Heiko Thomas vom Bündnis90 vollendete die Runde und kam auf den allgemeinen Mindestlohn zu sprechen, dessen Einführung er energisch voran bringen wolle. Daneben führte er seine Unterstützung der ehrenamtlich betriebenen Stadtteilbibliothek im Bötzowviertel als konkretes Projekt ins Feld.

Reden über die Krise

Wahlpodium 09, Kandidaten, Bild 2Bildung war schon zuvor der Ausgangspunkt in den Beiträgen Lindners und Ludewigs gewesen. Ihre Formel: Bildung schafft den Mittelstand. Dieser bilde das Rückgrat von Wirtschaft und Gesellschaft. Seine Stärkung, vorzugsweise durch Steuer- und Beitragsentlastungen, müsse darum oberste Priorität haben. Erwartungsgemäß betonte der FDP-Kandidat Lindner dabei den Aspekt der Ausgabenkürzung durch zielgenauere Ausrichtung der Sozialausgaben auf die „Bedürftigen, Mühsamen und Beladenen“, während CDU-Bewerber Ludewig – ganz auf Regierungslinie – erst einmal kräftig investieren will, um die Wirtschaftskrise zu meistern.

Grünenvertreter Thomas hielt das für zu kurz gegriffen. In Pankow gebe es – insbesondere bei „Unterverdienern“ – viel „versteckte Armut“, so dass eher der „soziale Zusammenhalt“ ins Blickfeld Wahlpodium 2009, Besucher fragenrücken müsse. Die Wirtschaftskrise sei auch eine Armutskrise und zudem eine Klimakrise, der „Green New Deal“ seiner Partei der gebündelte Ausweg daraus. Für Linksparteimitglied Liebich ist es nicht genug zu fragen, wie wir aus der Krise herauskommen können, sondern ebenso wichtig, „wie wir in sie hineingekommen sind?“ Aus solcher Analyse gelte es, klare Schlüsse zu ziehen: Mindestlohn einführen, Arbeitslosengeld II anheben, Privatisierung der öffentlichen Daseinsvorsorge stoppen…

Bürgerfragen zu kurz gekommen

Außer Wirtschaft und Soziales thematisierte Moderator Heiner Funken vom Bürgerverein Gleimviertel die Bereiche Atomkraft und Energiewende, Afghanistan und Außenpolitik sowie Internetfreiheit und Bürgerrechte. So konnten die Kandidaten eine Vielfalt von Programmpunkten ihrer jeweiligen Partei ansprechen und erklären.

Für diejenigen, die die Programme bereits kannten, war es freilich interessanter, selbst Fragen zu stellen. Der Zeitanteil dafür lag am Ende bei etwas über einem Viertel. Eine steigerungsfähige Größe, wie einige Teilnehmer fanden.

Allen, die die kleineren Parteien und deren Kandidaten gleichfalls kennenlernen möchten, sei empfohlen: Organisieren Sie ein Podium. Im Kieztreff Gleimviertel können Sie sich zur Vorbereitung treffen und zusätzliche Unterstützung erhalten.

Mario Rieger, 16.07.09

Fotos oben: Jutta Stern
Auf dem Podium v.l.n.r.: Heiko Thomas, Martin Lindner, Gottfried Ludewig u. Stefan Liebich

Grafik unten: mr

 Wahlpodium2009, Grafik

 Zu den Kandidaten:

- Stefan Liebich (Die Linke),
- Martin Lindner (FDP),
- Gottfried Ludewig (CDU),
- Heiko Thomas (Bündnis90 / Die Grünen).

 

Redaktionshinweis:
Die Kommentare vom 07.07.2009 beziehen sich auf die Einladung zu dem in diesem Artikel dargestellten Wahlpodium. Erneute Veränderungen dieses Beitrags werden mit Ausnahme von Fehlerkorrekturen nicht mehr vorgenommen. (mr)

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Einladung: Baumscheiben begrünen am 04.07.09

Liebe Freunde und Anwohner,

wir laden Euch alle herzlich ein zu unserer Aktion:

Baumscheiben pflegen und begrünen

am Sa, den 4. Juli 2009, ab 10 Uhr,

Treffpunkt:
Kieztreff Gleimviertel, Kopenhagener Straße 50

Baumscheibenbeet 2008In den beiden vergangenen Jahren haben wir gemeinsam Bäume gepflanzt, die nun wachsen und gedeihen. Damit das auch so bleibt, wollen wir uns jetzt um die Pflege der zugehörigen Baumscheiben kümmern. Und das ist natürlich eine gute Gelegenheit, sie auch zu begrünen und zu verschönern.

Erde und Pflanzensamen sind frisch bei uns eingetroffen. Außerdem haben wir nagelneue Gartengeräte, darunter Spaten, Schippen und Harken speziell für Kinder, so dass die Kleinen ebenfalls fleißig mittun können.

Das Amt für Umwelt und Natur Pankow wird einen Abfallcontainer bereitstellen.

Logo Bürgerverein GleimviertelWir freuen uns auf einen schönen und lockeren Tag im Freien und darauf, Euch wieder oder neu dabei zu haben.

Bürgerverein Gleimviertel

Sie finden den Kieztreff Gleimviertel im Gebäude der Schule am Falkplatz.

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Neue Bürgerinitiative: “Mauerpark Fertigstellen”

Logo BI

Mehr Grün, mehr Kultur,
mehr Zusammenhalt

Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“ gegründet

Ihr Name ist Programm. Am 21. Juni 2009 trat die Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“ erstmals an die allgemeine Öffentlichkeit. Im Mauerpark organisierte sie einen internationalen Wettbewerb zwischen Sprayer-Bildgestaltern zum Thema „Park statt Mauern – Mauerpark fertigstellen“. Knapp ein Dutzend, zum Teil sehr bekannte Künstler aus mehreren Ländern belebten Leinwände und setzten sich so mit Parkgeschehen und -geschichte auseinander. Ein Farbspektakel mit ernstem Graffiti.Battle 21.06.09, Ansicht 1Hintergrund.

Denn noch immer – 20 Jahre nach der Überwindung der Mauer – hat es die Stadt Berlin nicht geschafft, den Mauerpark fertigzustellen. Ein grünes Band zwischen Ost und West auf ehemals tödlichem Terrain hatte er sein sollen, als der Mauerpark Anfang der 90er Jahre geplant und bald darauf im Flächennutzungsplan verankert worden war. Doch er ist bis heute ein Torso geblieben und seine Weddinger Industriegewerbeflächen bilden weiterhin eine unansehnliche Trennungslinie. Damit nicht genug: Planungsvorbereitungen für Bauvorhaben sind im Gange, Einzelhandel auf großer Fläche und Townhouses im Gespräch.

Hinter verschlossenen Türen

Jetzt naht im Bundestagswahljahr ein wichtiges Datum für den Mauerpark: Zur Jahreswende möchte die Allianz Umweltstiftung wissen, ob denn endlich ihren in den Park gesteckten 2,3 Mio € Fortschritte beim Weiterbau folgen werden. Anderenfalls darf sie nämlich das Geld vom Land Berlin zurück verlangen. Grund genug für Anwohner und Freunde des Mauerparks, eine neue Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Aufbauend auf den langjährigen, intensiven Kämpfen für diesen Park und zusammen mit den bereits Aktiven wollen sie das Thema mit frischen Ideen und originellen Aktionen angehen.

Die aktuelle Lage ist keineswegs übersichtlich. Zwar gibt es im Berliner Landesparlament momentan eine Mehrheit im Sinne der Anwohner. Aber gleichzeitig treffen sich hinter verschlossenen Türen Graffiti-Battle 21.06.09, Ansicht 5, kleinregelmäßig Vertreter des Bezirks Mitte und des Grundeigentümers. Es ist davon auszugehen, dass diese Gespräche eine Teilbebauung des Geländes vorsehen und bis deutlich vor Jahresende zu entsprechenden Ergebnissen kommen sollen. Die Bürgerinitiative fordert demgegenüber die „vollständige Fertigstellung des Parks auf der dafür vorgesehenen Fläche.“ Mittlerweile dort florierende kleingewerbliche Nutzungen sollen dabei erhalten bleiben.

Gegen „neue soziale Mauern“

Nach all den auf finanzielle Zwänge fokussierten Diskussionen in den vergangenen Jahren erinnert die Initiative wieder an den eigentlichen Zweck der ursprünglichen Planung, einen Abbau des Gründefizits inmitten hochdichter Stadtquartiere zu erreichen. Hinzu kommt ein sozialer Aspekt, der in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen hat. Auf Weddinger Seite hat sich das Wohnen im Vergleich zu Prenzlauer Berg weniger stark verteuert. Eigentumswohnhäuser, gerade solche für Graffiti-Battle 21.06.09, Ansicht 3gehobene Ansprüche, könnten die Situation verändern und zudem die freie Parknutzung zur Geschichte werden lassen. Die Gründungsmitglieder wenden sich daher gegen „neue soziale Mauern“.

Wer die neue Initiative näher kennenlernen und unterstützen möchte, besucht am Besten den soeben online geschalteten Blog mauerpark-fertigstellen.de, wo bereits die ersten Berichte und Dokumente zu finden sind. Außerdem sind hier die nächsten Termine der Vernetzungstreffen und Aktionen stets zuerst zu erfahren.

Mario Rieger, 22. Juni 2009

Fotos: Graffiti-Battle im Mauerpark am 21. Juni 2009, Autor: Thomas Loew

“Der Mauerpark gehört uns allen”: Bürgerinitiative “Mauerpark Fertigstellen”

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Graffiti-Battle “Park statt Mauern” am 21.06.09

Internationaler Sprayer-Wettbewerb

Protestaktion gegen Bebauung des Mauerparks

Flyer Graffiti-Battle, 21.06.09„Mauerpark fertigstellen – Park statt Mauern“ heißt es am So, den 21. Juni 2009, für Graffiti-Künstler aus Deutschland, Spanien und verschiedenen südamerikanischen Ländern. Ab 15 Uhr treten sie im Mauerpark auf dem Hügel oberhalb des Amphitheaters mit Sprühfarben „bewaffnet“ zum Battle an. Ein Farbspektakel auf Leinwand mit ernstem Hintergrund.

Denn die Verwirklichung des Mauerparks als Grün- und Erholungsfläche in der Größe, die einst versprochen und geplant worden war, steht weiter aus. Hinter verschlossenen Türen verhandeln derzeit Berliner Behörden mit dem Grundstückseigentümer, der sich um sein Investment sorgt. Obwohl niemand bestreitet, dass die ganze Grünfläche gebraucht wird, werden mit Verweis auf finanzielle Zwänge Townhouses und Großkaufhäuser geplant.

Die Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“ wendet sich gegen solche Zwänge. Sie gewann Sponsoren und bekannte Sprayer für die Idee, das Thema künstlerisch aufzugreifen. Mit dabei BI sind Bas2, Base23, BCHS, Derko, Drik, Hocus, Interbrigadas, Milk, Prins, Wesp und andere.

Überraschende Blicke auf Parkgeschehen und -geschichte sind da garantiert – und ein spannender Wettkampf natürlich auch. (mr)

 

“Der Mauerpark gehört uns allen”: Bürgerinitiative “Mauerpark Fertigstellen”

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Anwohnerversammlung “Grillen am Falkplatz” am 10.06.09

Grillen: Falkplatz nein, Mauerpark ja.

Anwohnerversammlung findet eine problematische Lösung

Im gesamten Berliner Norden gibt es genau einen öffentlichen Grillplatz – am Falkplatz und im Mauerpark im Gleimviertel. Kein Wunder, dass sich zu viele Grillfreunde auf zu kleinem Raum drängeln und an schönen Sonnentagen andere Nutzungen nahezu unmöglich machen.

Grafik Grillplatz am FalkplatzDie Lösung dieses Problems könnte also einfacher nicht sein: Mehr Grillplätze. Deren Einrichtung wurde auf der Anwohnerversammlung „Grillen am Falkplatz“ am 10. Juni 2009 folgerichtig mehrfach vorgeschlagen. Trotzdem blieb die Sache ein Randthema. Denn der nahe liegende Humboldthain befindet sich im Bezirk Mitte und für weitere Grillstellen in Pankow wollte sich der anwesende Bürgermeister Matthias Köhne nicht ausdrücklich verwenden. Man konzentrierte sich auf den Falkplatz. Und das erwies sich als schwierig.

Beten für den Regen

Denn das „Kapazitätsproblem“ wird fürs Erste sogar verschärft. Bürgermeister Köhne kam gemeinsam mit drei Vertretern verschiedener Bezirksämter ins Gleimviertel, um ein Meinungsbild zu erhalten. Über 70 Anwohner folgten der Einladung in den Kieztreff Gleimviertel. Eine unverbindliche Abstimmung ergab: Das Grillen am Falkplatz kann nicht weiter erlaubt werden, im Mauerpark dagegen schon.

Für die direkten Anwohner am Falkplatz ist die Belastung durch die Grillaktivität ganz offensichtlich zu hoch geworden. Sie beklagen dauerhafte Nachteile durch Rauch und Lärm sowie Nutzungseinschränkungen „ihres“ Falkplatzes. Frühstück auf dem Balkon? Undenkbar. Einfach mal ein Buch im Gras lesen? Unzumutbar. Mit den Kindern auf der Wiese spielen? „Gesundheitlich bedenklich.“ „Fünf Monate täglich 24 Stunden“ heiße es leiden, aus Grillfeuern entstünden Müllverbrennungsplätze, man „bete jeden Tag für Regen“, so die Betroffenen.

Anwohnerversammlung Grillen, Bild 2Wem gehört die Wiese?

Unwidersprochen blieb dies nicht. Der Falkplatz gehöre nicht bloß den unmittelbaren Nachbarn, sondern allen Einwohnern drumherum. Das Grillen wie auch andere Freizeitnutzungen machten die Gegend lebendig und gerade darum attraktiv, wandten einige ein und ernteten dafür recht wenig Verständnis bei den überwiegend platznah wohnenden Versammlungsbesuchern. „Unser“ Park, meinten letztere, dürfe nicht zum „Freizeitpark werden“.

Nun ist aber der „Eventpark“ Falkplatz und Umgebung eine Realität, stellte Bürgermeister Köhne fest. Hier lediglich mit Verboten zu hantieren, sei nicht klug. Anwohnerversammlung Grillen, Bild 1Darauf ließ sich eine Mehrheit der Anwesenden ein und überlegte, wie das Grillen zukünftig trotz Verbot am Falkplatz möglich sein könnte. Die Ideen reichten von der Ausweisung fester Grillplätze oder – zeiten über die Grillgenehmigungspflicht mit oder ohne Gebühr bis zu Aufklärungsaktionen und Barrierebauten, die Autos von den Grünflächen fernhalten könnten.

Weitere Anwohnerversammlung vorgesehen

Man kam wie erwähnt leidlich überein, das Grillen auf den Mauerpark zu beschränken. Jedoch mit fragwürdiger Begründung. Die schönen Wiesen und Bäume am Falkplatz müssten geschützt werden, während in der „Mondlandschaft Mauerpark“ ohnehin nichts mehr zu retten sei. Nur ein Teilnehmer und zugleich Mitglied im Freundeskreis Mauerpark dachte zudem daran, dass auch im Wedding Leute leben, die natürlich dann – wenngleich mit etwas größerer Distanz – stärker als zuvor betroffen wären.

Zur nächsten Anwohnerversammlung über das Grillen am Falkplatz, die Details der Neuregelung zum Gegenstand haben wird, werden die Weddinger immerhin explizit mit eingeladen. Wie auch immer diese Regelung ausfällt, der Mangel an öffentlichen Grillflächen wird dadurch nicht behoben. Die noch stärkere Übernutzung des Mauerparks kann auf Dauer keine ausreichende Lösung sein.

Mario Rieger, 16.06.09

Grafik: Derzeitige Grillzone am Falkplatz. Das Spielplatzgelände bleibt grillfrei.
Quelle: Senatsverwaltung für Stadtentwicklung

Fotos: mr

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4-Jahres-Fest der Afro-Deutschen Spielgruppe

Liebe Familien und Freunde der
Afro-Deutschen-Spielgruppe Berlin!

Wir wollen gemeinsam mit Euch feiern:

“4 Jahre Afro-Deutsche Spielgruppe Berlin”

Dazu laden wir Euch alle ganz herzlich am Sonntag, 14. Juni 2009, ein.
Von 14 – 19 Uhr feiern wir drinnen und draußen im Kieztreff Gleimviertel in der Kopenhagener Straße 50, Nähe S- und U-Bhf. Schönhauser Allee.

Wir haben jede Menge Aktivitäten geplant:

Sportliche Spiele, das Basteln einer Cap-Verdischen Kette, eine Kindergeschichte zum Mitmachen, ein Fußballturnier, bei dem die Väter – und selbstverständlich auch die Mütter und Kiddies – sich mal so richtig ins Zeug legen können.

Wir wollen auch gerne mit allen kleinen und großen Kindern die Kinderlieder singen, die wir das ganze Jahr über gelernt haben. Dafür können Musikinstrumente (Rasseln, Trommeln, Reis gefüllte Flaschen etc.) mitgebracht werden.

Gordon Odametey, Porträt, HomepageGanz besonders freuen wir uns, dass zwei Tänze unter der Leitung von Inhalambi Vilela (Mozambik) aus dem Batucada-Tanzkurs vorgeführt werden, die der Percussionist Gordon Odametey (Ghana) live begleiten wird. Danach kann auch gerne mitgetanzt werden.

Selbstverständlich wird es auch Getränke und ein leckeres “afro-europäisches” Buffet geben. Der Unkostenbeitrag beträgt wie immer 3 €.

Wir wollen diesen Anlass auch dazu nutzen, über geplante Projekte und Ideen zu berichten, und uns bei unseren Förderern zu bedanken, der Jugend- und Familienstiftung Berlin und Aktion Mensch/Die Gesellschafter.de. Das Fest wurde zum Teil durch umliegende Bäckereien und Getränkeläden gesponsert. Vielen Dank!

Wir freuen uns auf das Fest und hoffen, Euch alle dort zu sehen!
Bis dahin herzliche Grüße von der Afro-Deutschen-Spielgruppe Berlin.

Ulrike Düregger
Tel: 0175 – 32 73 104.

Sie finden den Kieztreff im Gebäude der Schule am Falkplatz.

Foto: Gordon Odametey, Quelle: Drum Africa

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Parkraum: Bürgerversammlung am 27.05.2009

Grenzen der Parkraumbewirtschaftung

Bürgerversammlung zur Parkraumbewirtschaftung
im Kieztreff Gleimviertel am 27. Mai 2009

Im Frühling 2010 wird im Gleimviertel Wirklichkeit, was neun Jahre zuvor schon einmal anstand. Ein „Wald von Parkscheinautomaten“ (Falkblatt 01/2001) übernimmt dann die Aufgabe, den Parksuchverkehr zu vermindern. Seinerzeit wurde bekanntlich nichts aus den Plänen. Droht dem Gleimviertel inzwischen der Parkraumkollaps?Raumer Straße, April 2009

Mitnichten. So das Ergebnis einer Bedarfsstudie zur Parkraumbewirtschaftung (PRB) des Büros „LK Argus“, die im Vorfeld der erneuten Initiative im Bezirksauftrag erstellt worden ist. Wie ehedem herrscht im Gleimviertel laut Studie kein übermäßiger Parkdruck noch ist die sogenannte Nutzerkonkurrenz zwischen hier wohnhaften, arbeitenden und konsumierenden Autofahrern besonders ausgeprägt. Da diese rechtlichen Voraussetzungen der PRB im Gebiet Falkplatz nicht gegeben sind, empfiehlt die Studie lediglich die vorläufige Beobachtung nach Einführung der PRB im benachbarten Helmholtzkiez.

Rechts und links der Schönhauser

Warum die PRB dennoch kommen soll, erläuterten Jens-Holger Kirchner, Pankower Stadtrat für öffentliche Ordnung, und Wolfram Kempe, Vorsitzender des Verkehrsausschusses in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow, auf einer Bürgerversammlung am 27. Mai 2009 im Kieztreff Gleimviertel. Knapp 50 Anwohner waren der Einladung des Bürgervereins Gleimviertel gefolgt. Gelte die PRB nur im Helmholtzgebiet, dann – so Kempe – werde das Gleimviertel zum Magneten für Parkplatzsuchende. Die Studie dagegen hält solche Effekte für nicht prognostizierbar und eine „starke Trennwirkung“ der Schönhauser Allee für möglich, wenn in der Straße beidseitige Bewirtschaftung gilt.

Kirchner und Kempe können sich auf die dramatisch verschärfte Situation in einigen Pankower Straßen berufen, die an die in Mitte neu geschaffenen Parkzonen angrenzen. Sie erwarten ähnliches für das Gleimviertel und halten die Annahme von der Barriere Schönhauser Allee für lebensfremd. Das müssen sie auch, um die PRB im Falkplatzgebiet begründen zu können. Die Parkraumbewirtschaftung im Gleimviertel also kommt, weil sie im Helmholtzkiez kommt.

Brennpunkt Max-Schmeling-Halle

Bürgerversammlung 27.05.09, Ansicht 1Die meisten der anwesenden Anwohner teilten diese Prognose und stimmten der PRB aus diesem Grund zu. Gleichwohl bleibt für sie die parkplatzlose Max-Schmeling-Halle mit ihren Veranstaltungen das Hauptproblem im Gleimviertel. Um dem zu entsprechen, soll die Bewirtschaftungszeit dort bis 24 Uhr ausgeweitet werden. Eine Maßnahme, die auf Skepsis stieß. Gehören doch abends an Werktagen ca. 84% der in Hallennähe parkenden Fahrzeuge ohnehin den Nachbarn. Überdies würden sich von weither kommende Autonutzer durch Parkuhren nicht fernhalten lassen, während Berliner Besucher schon heute überwiegend mit Bus und Bahn anreisten.

Nicht nur zur Lösung des Veranstaltungsproblems sei die PRB ungeeignet, meinten einige Teilnehmer. Ebensowenig beeinflusse sie den Verkehrsmix zugunsten des öffentlichen Nahverkehrs und des Fahrrads, sondern sei vielmehr als Klientelpolitik für Autofahrer einzustufen. Tatsächlich stellt die PRB ein eng begrenztes Mittel dar, dessen einzige nachweisbare Wirkung die Erhöhung der „Chance eines Anwohners, einen Parkplatz zu finden“ ist, wie Kempe einräumte. Andererseits entfaltet das System seine Wirkung gerade durch seine Flächendeckung. Hat jemand ein Ziel innerhalb einer Parkzone, ist der Verzicht auf den PKW wahrscheinlicher.

Weitere Bürgerversammlung zur Ausgestaltung

Ebendas bewerteten andere Anwesende kritisch. Sie fühlen sich in ihrer Mobilität eingeschränkt und sehen weitere Nachteile. Fänden sie zum Beispiel während einer Großveranstaltung keinen Parkplatz W. Kempe; H.-J. Kirchner; 27.05.09im Gebiet und stellten ihr Fahrzeug deswegen in einer benachbarten Parkzone ab, so müssten sie trotz Vignetteninhaberschaft noch eine „Strafe“ dafür zahlen. Kempe versprach Rücksichtnahme: Die Details würden noch sorgfältig überlegt werden, unter anderem in einer weiteren Bürgerversammlung.

Dort wird einiges zu besprechen sein, wie das Beispiel Mitte zeigt: Schulen ohne eigenes Fahrzeug bekamen Transportprobleme, weil Privatautos nicht länger vor Ort greifbar waren; Gewerbetreibende mussten für Ausnahmegenehmigungen zu viele Einzelfahrten nachweisen; Besuchervignetten waren nicht auf Vorrat zu haben… Erste Nachbesserungen sind erfolgt. Für das „Strafproblem“ des Anwohners hatte Kempe immerhin schon eine Idee parat: Vignetten mit zonenüberlappender Geltung.

Keine Alternativen?

Unausgesprochen verbarg sich hinter manchem vorgebrachten Einwand ein gewisses Unbehagen gegenüber einer womöglich allzuforschen Verwaltung. Sollte man nicht doch, anstatt eilig durchzuregulieren, erst einmal beobachten?

Das schnelle Abhaken denkbarer Alternativen verdeutlichte indes die ordnungspolitische Problematik der PRB: Sie duldet keine Lösung neben sich, weil sie sich selbst finanziert. Sowohl die Studie als auch Bezirkspolitiker betonen wieder und wieder diesen Vorteil und gehen dabei leichtfüßig darüber hinweg, dass die in Rede stehenden Ordnungsaufgaben hoheitlicher Natur sind. Ihre Notwendigkeit kann niemals, ihre Ausgestaltung nicht in erster Linie in der Art ihrer Finanzierung begründet sein. Bereits die Bezeichnung Parkraumbewirtschaftung verdeckt diesen Umstand.

Das Überwachungsmodell verstärkt die Expansionsdynamik der PRB zusätzlich. Ganz auf die Parkzonen ausgerichtet lässt es deren Grenzeffekte außer Acht. Paradoxe Folge: Während in den einnahmegenerierenden Zonen eine ungewöhnlich hohe Kontrolldichte hergestellt wird, kommen direkt benachbarte Puffergebiete mit Parkscheiben und Anwohnerparkbereichen wegen der nicht selbst „erwirtschafteten“ Überwachungskosten gar nicht erst in Betracht. Beim ebenfalls kontrollbedürftigen, dafür aber allseits gewollten Carsharing im öffentlichen Straßenland steht das Argument übrigens nicht an erster Stelle.

Millionen für den Straßenbau

Die PRB wird den Außendienst des bezirklichen Ordnungsamts in etwa verdreifachen. Diese Mitarbeiter überwachen weit mehr als den ruhenden Verkehr; somit sollte es zu einer generellen Leistungsverbesserung des Ordnungsdienstes kommen. Dieser zugleich arbeitsmarktwirksame Nebeneffekt ist durchaus gewünscht, muss jedoch eigens gesichert werden. Die PRB beinhaltet nämlich nicht automatisch einen hinreichenden Mitarbeiterzuwachs. Die Bezirksverordneten wollen darum auf entsprechende Garantien dringen. Schließlich werden die Personalkosten gern dazu herangezogen, Mutmaßungen mancher Bürger zu entkräften, die Verwaltung wolle nur neue Einnahmequellen erschließen. Wenig hilfreich ist es da, wenn sich das Informationsblatt des Berliner Senats zur PRB über „viele Millionen Euro für Straßenbau, Straßenerhaltung, Beleuchtung oder Verkehrssicherheit“ freut.

Des weiteren legt eine berlinweit gültige Ordnung die Parkgebühren verbindlich fest, keineswegs das Bezirksamt. Demnach erfüllt beispielsweise die Schönhauser Allee die Kriterien für eine mittlere Gebührenhöhe. Weil zudem vereinnahmte Bußgelder überwiegend nicht an den Bezirk gehen, ist er auf die Automateneinnahmen angewiesen. Äußerungen von Bezirksvertretern zur Preisentwicklung sind daher mit Vorsicht aufzunehmen.

Mario Rieger, Mai 2009

Fotos: Mario Rieger
oben: Straßenszene Raumer Straße
Mitte: Bürgerversammlung, Präsentation der Studie
unten: Bürgerversammlung, Wolfram Kempe und Jens-Holger Kirchner (re)

 

Die Machbarkeitsstudie finden Sie auf der
Seite zur Parkraumbewirtschaftung des Bezirksamts Pankow.

 

Redaktionshinweis:
Die Kommentare vom 21. und 25.05.2009 beziehen sich auf die Einladung zu der in diesem Artikel dargestellten Bürgerversammlung unter dem Titel “Parkraumbewirtschaftung im Gleimviertel – Fluch oder Segen”. Erneute Veränderungen dieses Beitrags werden mit Ausnahme von Fehlerkorrekturen nicht mehr vorgenommen. (mr)

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