3. und 4. Pankower Baumaktionstag

Doppelaktionstag im Helmholtzkiez

26.04.09 in der Hiddenseer Str.Baumpflanzung am 25. und 26. April 2009

15 frisch gepflanzte Bäume nahe des Helmholtzplatzes sind das Ergebnis der Pankower Baumaktionstage Nummer 3 und 4. Bei schönstem Frühsommerwetter pflanzten Bürger aus dem Prenzlauer Berg am 25. und 26. April 2009 eine Erle, eine Linde und fünf Gleditsien in der Lychener sowie acht Hainbuchen in der Hiddenseer Straße. Besonders erfreulich: Ein Baumstandplatz in der Hiddenseer Straße ist im Rahmen der Aktion neu hinzugekommen.

„Friedlich und vergnügt den öffentlichen Raum begrünen“ lautete das Motto der vom Bürgerverein Gleimviertel organisierten Doppelpflanzung. Mit dabei waren die Bürgerinitiative „Rettet die Straßenbäume“ B.I.R.D.S von der „Bremer Höhe“, die Grüne Liga Berlin, der Bund für Umwelt und Naturschutz 25.04.09 in der Lychener Str.BUND Berlin und die Bürgerstiftung Prenzlauer Berg i.G.

Wir streben gemeinsam mit den anderen Bürgerinitiativen zur Wiederbegrünung unserer Kieze den Dreiklang von Bürger, Verwaltung und Politik an. Die Grundidee des Pankower Wegs lautet: “Bürger zahlen, pflanzen und pflegen ihre Bäume selber.” Das heißt nicht, dass wir die Verwaltung und Politik aus ihrer Verantwortung entlassen, sondern, dass wir sie mit Ideen, Tatkraft und grundsätzlicher Neugier unterstützen und mit unserem bürgerschaftlichen Engagement zusätzliche Bäume pflanzen.

Bürgerverein Gleimviertel, 30.04.09

 

Fotos: Mario Rieger
Foto oben: Hiddenseer Straße, 26.04.2009
Foto unten: Lychener Straße, 25.04.2009

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Baumgremium Pankow am 18.02.2009

Ende des Orakelns

Gesamtgutachten zu den Traubenkirschen im Baumgremium Pankow vorgestellt

Einmal mehr hat sich gezeigt: Der Einsatz der Pankower Bürgerinitiativen für die Traubenkirschen ist ein Erfolg. Denn nicht weniger als 60% des Bestands konnte vor der sofortigen Fällung bewahrt werden.

Das ist das Ergebnis des Gesamtgutachtens zu den Traubenkirschen, dass den Bürgervertretern auf der Sitzung des Pankower Baumgremiums am 28. Februar 2009 vorgestellt wurde. Die Sachverständigen Roland Dengler und Frank RinnFällung 06.11.07, Abtransport haben insgesamt 982 Traubenkirschen untersucht. Die ersten 161 Bestandsexemplare waren im April 2008 aufgrund des öffentlichen Widerstands gegen die seinerzeit geplanten Serienfällungen Gegenstand eines ersten, gemeinsamen Gutachtens, für die Begutachtung der anderen hatte das Amt für Umwelt und Natur (AUN) Pankow Dengler allein beauftragt. Letztlich wurden zwar 301 Traubenkirschen als akute Gefahrenbäume eingestuft und gefällt. Jedoch erwiesen sich 544 Kirschbäume als nicht oder nur gering beeinträchtigt. Weitere 137 Bäume konnten nach einer Kronenbeschneidung fürs erste stehen bleiben.

Neue Zweifel an Gutachten

Die Zeit des Orakelns über den wahren Zustand der Fällkandidaten ist also vorbei. Allerdings: Es gibt auch neue Fragen. So stellte sich heraus, dass 13% der nach 1991 gepflanzten Traubenkirschen ebenfalls Gefahrenpotenzial entwickelten, darunter sogar solche mit dem Pflanzjahr 2003. Dadurch wird ein Kernelement der Ursachenanalyse für das Standversagen dieser Baumart aus dem ersten Gutachten erheblich relativiert. Dort ist festgehalten, dass Fehler bei Aufzucht, Bereitstellung und Anpflanzung zu DDR-Zeiten die Grundlagen für die späteren Wurzelschädigungen gelegt hätten.

Eines scheint immerhin klar zu sein: Besonders wohl fühlen sich die Traubenkirschen in der Stadt nicht. Sie bleiben weiter unter besonderer Beobachtung.

Pflanzung 11.10.08. GruppeSchwerpunkt der Arbeit im Pankower Baumgremium sind die Traubenkirschen nicht mehr. Vielmehr geht es darum, wie die Baumverluste trotz unzureichender Finanzmittel wieder auszugleichen wären. Das AUN hat im vergangenen Jahr in Prenzlauer Berg insgesamt nur 77 Bäume pflanzen können und für 32 weitere entsprechende Aufträge vergeben. Um diese Anzahl überhaupt zu erreichen, musste, ergänzend zum Etatansatz, Geld für die Sanierungsgebiete mobilisiert werden. Gleiches soll im laufenden Jahr geschehen. Verbindliche Zusagen gibt es indes nicht. Wenn alles klappt, dann kann das AUN in 2009 nach vorläufiger Schätzung 126 Bäume pflanzen.

Umweltamt verspricht Zusammenarbeit

Das Umweltamt versichert, künftig bei den Pflanzungen auf Initiative der Bürger kooperieren zu wollen. Den Kauf der Bäume möchte es selbst durchführen und finanzieren, die Anwohner würden dann pflanzen. Erstes Vorhaben ist eine Frühjahrspflanzung am 25. und 26. April 2009 in der Lychener und Hiddenseer Straße. Für die Herbstpflanzungen ist ein Betrag von 5000 € vorgesehen.

Das Projekt könnte gelingen, denn das einstmals als “Arbeitskreis Traubenkirsche” gegründete Baumgremium Pankow hat sich seit einiger Zeit durchaus bewährt. So haben Umweltamt und Bürgerinitiativen gemeinsam überlegt, wo neue Pflanzungen besonders dringend sind. Die Umsetzung der daraus resultierenden Planungen hat inzwischen begonnen. Selbstverständlich sollte es nun werden, Bürgern, wenn sie eigenes Geld, Engagement und Know-How fürs Stadtgrün einzusetzen bereit sind, bei diesen Gelegenheiten in der Regel freie Hand zu lassen.

Mario Rieger, 05.04.2009

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Aktionsbündnis Pro Parkraumbewirtschaftung

Aktionsbündnis “Pro Parkraumbewirtschaftung” gegründet

Studie empfiehlt Parkraumbewirtschaftung in Teilen Prenzlauer Bergs

Die 64-seitige Studie “Parkraumbewirtschaftung prüfen, Machbarkeitsstudie Parkraumbewirtschaftung Prenzlauer Berg”, die vom Bezirksamt beauftragt und Ende 2008 vom Verkehrsplanungsbüro LK Argus vorgelegt wurde, empfiehlt die Einführung von Parkzonen in Teilen des Prenzlauer Bergs. Betroffen sind die Sanierungsgebiete Kollwitzplatz, Teutoburger Platz und Helmholtzplatz. Dort herrscht ein erheblicher Parkdruck, die Stellplatzauslastung beträgt bis zu 123% und die Konkurrenz zwischen verschiedenen Nutzergruppen (Bewohner, Besucher, Angestellte) ist nachweisbar. Parkdruck und Nutzergruppenkonkurrenz sind verkehrsrechtliche Bedingungen, um Parkraumbewirtschaftung einzuführen.

Parksituation Lychener StraßeErgebnisse der Studie

Im Gebiet Helmholtzplatz, zu dem auch die Bremer Höhe zählt, leben mehr als 20000 Menschen, davon haben 27,2% ein Kfz, insgesamt sind 5618 Kfz zugelassen. 3156 Stellplätze sind im öffentlichen Straßenland aber nur vorhanden, die genaue Zahl der privaten Stellplätze ist nicht quantifizierbar. Zu den Bewohnern kommen noch Besucher und Angestellte, die im Gebiet um den Helmholtzplatz parken. Jedes 4. parkende Kfz gehört einem Beschäftigten. Kurz parkende Besucher und Kunden machen tagsüber ca. 12% und am Abend 7% aller Fahrzeuge aus. Interessant ist auch, dass die Stellplatzauslastung in Parkhäusern an Veranstaltungstagen (Kulturbrauerei und Max-Schmeling-Halle) bei nur 82% und an normalen Werktagen bei nur 56% liegt. Offenbar ist die Bereitschaft, einen Stellplatz zu kaufen, geringer, als die Inkaufnahme von illegalem Parken auf Gehwegen und in Parkverbotszonen auf Kosten Aller.

Alternative Parkhaus?

Warum nicht Parkhäuser? Das könnte sich so manch eine/r in Anbetracht der angespannten Situation fragen. Doch mit dieser Frage gehen weitere entscheidende einher: 1. Wo sollen diese Parkhäuser stehen? 2. Sind die Bewohner auch bereit, bis zu 100 € monatlich für einen Stellplatz im Parkhaus zu bezahlen? 3. Wer soll ein Parkhaus bauen? 4. Sind Zu- und Abfluss des Verkehrs an der Parkhauseinfahrt gewährleistet, ohne den Verkehrsfluss an der anliegenden Straße zu behindern? 5. Ist das Festhalten an einer “autogerechten Stadt” überhaupt noch sinnvoll oder sollten innerstädtisch nicht doch lieber das Fahrrad und der ÖPNV gefördert werden? In einer Umfrage des Instituts für Urbanistik stellte sich heraus, dass Wege über 300 m vom Parkhaus zur Wohnung inakzeptabel für die Befragten sind und die Schmerzgrenze der monatlichen Stellplatzgebühr bei 50 € liegt. Doch mit 50 Euro monatlich ist kein Parkhaus zu bauen und wirtschaftlich zu betreiben. Die schlechte Auslastung der privaten Stellplätze im Untersuchungsgebiet bestätigt dieses Umfrageergebnis.

20,40 € für zwei Jahre

Parkraumbewirtschaftung habe den Effekt, so die Autoren der Studie, dass Stellplätze bevorzugt für Bewohner zur Verfügung stünden, während gebietsfremde Parker für eine Stunde 1 € zu zahlen hätten. Bewohner zahlen 20,40 € für eine Parkvignette, die zwei Jahre Gültigkeit hat, also 0,85 € monatlich. Gäste von Bewohnern zahlen für eine Woche 13 €, das sind täglich 0,54 €. Überwachung, Parkscheinautomaten, Informationskampagnen und Verkehrsbeschilderung verschlingen den Großteil der 2,7 Mio € Einnahmen. Die jährlichen Nettoeinnahmen aus der Parkraumbewirtschaftung würden laut Studie bei etwa 250 Tausend Euro liegen. Allerdings sind diese Zahlen mit Vorsicht zu betrachten, da eine Wirtschaftlichkeitsberechnung noch aussteht. Das Bezirksamt strebt eine “schwarze Null” an, denn Parkraumbewirtschaftung in Prenzlauer Berg soll einzig und allein eine den ruhenden Verkehr steuernde Methode sein und nicht – wie gern behauptet wird – “reine Abzocke”. 

Effekte von Parkzonen

In der Studie wird prognostiziert, dass die Parkraumauslastung bei Bewirtschaftung auf 85 bis 90% sinken würde. Große Wunder kann man also nicht erwarten. Aber mit dem illegalen Parken auf Gehwegen, an Kreuzungen und in Einfahrten könnte es vorbei sein.

Die AG Verkehr Bremer Höhe initiierte das Aktionsbündnis “Pro Parkraumbewirtschaftung in Prenzlauer Berg” (APP), zu dem Firmen, Vereine, Bürgerinitiativen und Anwohnervertretungen gehören. Dabei sind Carsharing-Unternehmen, BUND und VCD, die Bürgerinitiativen “CARambolagen” und “Mehr Sicherheit für Kinder am Teutoburger Platz”, die Betroffenenvertretungen Winsstraße und Helmholtzplatz und der Förderverein Helmholtzplatz. Auf einer fachpolitischen Veranstaltung zum Thema am 5. März überreichte das APP der Pankower Bezirksverordnetenversammlung (BVV) und dem Stadtrat für Öffentliche Ordnung, Jens-Holger Kirchner, eine Petition, in der Parkraumbewirtschaftung in den hoch verdichteten Teilgebieten des Prenzlauer Bergs gefordert wird, um eine Entspannung des ruhenden Verkehrs zugunsten aller Verkehrsteilnehmer zu erreichen.

Tino Kotte, März 2009 

Aktionsbündnis “Pro Parkraumbewirtschaftung Prenzlauer Berg

Der Beitrag erschien erstmals im “Mitteilungsblatt der Bremer Wohnungsgenossenschaft Bremer Höhe e.G.”, März 2009, und wurde geringfügig verändert.

Kontakt:

APP – Aktionsbündnis Pro Parkraumbewirtschaftung in Prenzlauer Berg

Dr. Oliver Schwedes, Tino Kotte

c/o Verkehr Bremer Höhe, Schönhauser Allee 59b, 10437 Berlin

Tel: 030 – 67 30 05 88 / 0177 – 62 67 950

E-mail: email hidden; JavaScript is required

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