2. Gleimtüneli-Party

Party im Gleimtunnel am 2. Oktober 2008

grenzenlos, leuchtend, kulturvoll
20.00 – 23.00 Uhr

Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit: Wir wollen erneut tanzen und feiern und alle einladen zur zweiten Gleimtüneli-Party Berlins. Im letzten Jahr waren 600 Menschen dabei! Eine Party im Gleimtunnel zwischen zwei Stadtteilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.2. Gleimtüneli-PartyUnter dem diesjährigen Motto:
„Wedding trifft Prenzelberg“ erklingen wieder heiße Tanzrhythmen aus Ost und West zum Auftanken und Durchstarten in den Feiertag. Oriental (DJ Ipek) für den Wedding, Balkangroove (special guest Wladimir Kaminer) für den Prenzlauer Berg. Das alles von 20 bis 23 Uhr im futuristisch beleuchteten Gleimtunnel. Es wird bestimmt wieder die erste Party an diesem Abend.
Getanzt wird wieder auf dem Fußgängerweg im Gleimtunnel unter den „Schienenlichtern“, der Lichtinstallation des Künstlers Christian Paschedag.Wir setzen optimistisch ein neues Zeichen: Wir sind Berlin, die Stadt der Risse und der Gegensätze – gerade hier am Gleimtunnel, und wir machen etwas daraus: Ein lebendiges Brunnenviertel, ein guter Nachbar für den Prenzlauer Berg.

Stadtteilmanagement Brunnenviertel/Brunnenstraße

 

Der Ginkgo am Falkplatz – Mahnung und Denkanstoß

Viele kleine Schritte gegen die Schutzlosigkeit

Warum am Falkplatz jetzt ein Ginkgo-Baum wächst

In letzter Zeit sind viele Bäume gefällt worden. Ich trauere um jeden. Besonders wenn er sinnlos weichen musste, ob aus Profitwahn oder wegen falscher Prioritäten! Doch ich kann auch einen Zuwachs melden: Seit dem 29. April 2008 haben wir auf dem Falkplatz einen StoppAtom – Baum, ein Ginkgo.

Die Diskussion, welche Baumart die geeignetste wäre, war lang und schwierig zu führen. Denn es waren zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht alle im Bunde miteinander bekannt. Schließlich hat Frau Koss vom Grünflächenamt Pankow die Waagschale sehr zu Meißeln vor Ort am Ginkgobaum 2Gunsten des ursprünglich geplanten Ginkgos beeinflusst.

Unser Bürgermeister bestand auf einer regierungsunabhängigen Inschrift. Mittlerweile bin ich damit einverstanden. Wir versprechen darin, niemals mehr Atomsstrom zu beziehen. Denn die Probleme dieser Welt können nur durch viele kleine, aber verantwortungsbewusste Schritte bearbeitet werden.

Trügerische Wiesen

Im alltäglichen Leben mag oft kaum einer an unsere Schutzlosigkeit denken, wenn die „friedliche“ Atomtechnik havariert. Gar nicht zu reden von den Verheerungen atomarer Bomben. Deswegen wollen wir mit dem Baum ein Mahnzeichen setzen.

Im Moment versucht die Atomlobby, ihre Anlagen zur Rettung vor der Klimakatastrophe zu erklären. Sie wirbt dafür mit grünen Wiesen und süßen Babys. Natürlich! Sie lässt Politiker mit sinkenden Energiekosten locken. Das ist unlauterer Wettbewerb. 

Haben Sie einmal das große Leid der Menschen gesehen, die von der Tschernobyl-Explosion betroffen waren und sind? Wissen Sie, wie weit der nächste Atomreaktor von Ihnen entfernt ist und in welcher Windrichtung Sie zu ihm leben? Eigentlich sehr wichtige Fragen. Denn Radioaktivität können Sie nicht mit Ihren eigenen Sinnen wahrnehmen. Und unbemerkt zunächst, nach einiger Zeit, treten dann Fälle von Leukämie oder Unfruchtbarkeit in der Umgegend auf. Übrigens hat die WHO („Weltgesundheitsorganisation“) die zugelassenen Höchstwerte für den Austritt radioaktiver Stoffe bei Atomkraftwerken nach der „Wirtschaftlichkeit“ der Sicherungskosten festgelegt.

Möchten Sie da noch neben einem Atomreaktor wohnen? Vermutlich nicht. Sogar ein dort beschäftigter Bewohner unseres Kiezes möchte dies lieber doch nicht. Das zumindest gab er zu, nachdem er uns die bekannten Halbwahrheiten und auch Lügen über die Atomtechnologie mal wieder aufgetischt hatte.

Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich hier bei uns und in meinem Freundeskreis so viele Leute fand, die mitgemacht haben. Dreihundert Euro für den Baum sowie die Kosten für die Sandsteinplatten sind zusammengekommen. Fünfzehn Unterstützer haben das folgende Bekenntnis unterzeichnet:

„Eines der wenigen Wesen, das die Atombombe auf Hiroshima überlebte, war ein Ginkgobaum. Er schaffte es, wieder auszutreiben. Wir übernehmen Verantwortung für uns und die Erde und kaufen nie wieder Atomstrom.“

Und nun, da die Steine am 31. August 2008 feierlich in die Erde am StoppAtom-Ginkgobaum  gelegt worden sind, rütteln wir vielleicht Einige noch vor der nächsten Bundestagswahl auf, die weiter an die Sicherheit der Atomkraft glauben.

Heike Maaz, email hidden; JavaScript is required

Foto: Vor Ort – Heike Maaz, li

Denksteinlegung am Ginkgobaum

Verantwortung für die Erde

Falkplatz: Denksteine gegen Atomstrom

Verstehen Sie Frühelamitisch? Nein? Kein Grund zur Sorge. Niemand kann heute noch lesen, welche Begebenheiten die ersten Elamiter, Vorgänger der Perser, vor 5000 Jahren aufgeschrieben haben. Was aber, wenn in einer Million Jahren niemand mehr unsere Schrift entziffern kann? So lange nämlich brauchen plutoniumhaltige Brennstäbe, bis sie unschädlich sind. Vielleicht weniger, womöglich mehr. Keiner kann sagen, wie lange genau.Ginkgo-Blatt
Argumente wie diese haben Viele davon überzeugt, die Kernenergie abzulehnen. Zum Beispiel Heike Maaz, die hier im Gleimviertel zuhause ist. Sie sieht die Gefahr einer Wiederbelebung dieser Energieerzeugung, seitdem das Klima die Nachrichten beherrscht. Dem drohenden Ausstieg aus dem Ausstieg möchten sie und Ihre FreundInnen von der Initiative „StoppAtom-Baum“ den ganz privaten Ausstieg entgegensetzen. Ein kleiner Schritt nur; dafür einer, den jeder gehen kann.

Stopp dem Atomstrom

Der „StoppAtom-Baum“ steht bereits: Es ist ein Ginkgobaum. Am 29. April 2008 wurde er gepflanzt. Am Falkplatz auf der Ecke, die die Straße gleichen Namens und die Schmeling-Halle bilden, wächst er nun und erinnert an die Gefahren der Atomkraft.
Zu seinen Füßen wurden am 31. August mehrere Denksteine gelegt. Die hell leuchtenden Sandsteine Denkstein meißeln, C. Niemacktragen gemeißelte Unterschriften. Die Unterzeichner verpflichten sich damit öffentlich: „Wir übernehmen Verantwortung für uns und die Erde und kaufen nie wieder Atomstrom.“
Bei uns in Deutschland, so ist zu hören, stehen die sichersten Kernkraftwerke der Welt. Das bedeutet mitnichten, dass sie sicher sind, meint Ulrich Uffrecht aus Buxtehude. Auf Einladung der Initiative gestaltete er am 1. Juli 2008 einen Informationsabend im Kieztreff Gleimviertel. Als Leiter eines Gymnasiums im niedersächsischen Stade, dessen Kernkraftwerk zur Zeit abgerissen wird, stieß er schnell auf Schweigen, Unwissen oder Nicht-Wissen-Wollen bei Behörden und Kraftwerksmanagern. Er wollte nur die Notfallpläne seiner Schule an das Nuklearzeitalter anpassen. Die Pläne wurden irgendwann besser, die Sicherheit nicht gleichermaßen. Uffrecht kam zu dem Schluss, dass die Atomenergie nicht beherrschbar ist. In seinen Vorträgen erklärt er zudem, warum sie keine Antwort auf die aktuellen Fragen der Energiewende sein kann.

Nein zum Atomkrieg

Für die „StoppAtom“-Aktivisten ist es dabei selbstverständlich, die nukleare Aufrüstung als Teil desselben Problems anzusehen. Die Denksteine sind auch Mahnsteine gegen den Krieg, indem sie eine bekannte Geschichte vom Frühjahr 1946 ins Gedächtnis zurück rufen.
Da stand ein Ginkgo gerade 1,3 Kilometer von jenem Krankenhaus in Hiroshima entfernt, über dem im Jahr zuvor die erste Atombombe im Kriegseinsatz gezündet hatte. Er war – so schien es – vollkommen verbrannt worden. Doch jetzt trieb er erneut aus, wuchs wieder heran und gedeiht bis zum heutigen Tag. So gab er Hoffnung inmitten der Wüste.
Die Einwohner von Hiroshima vergaßen das nie, bauten ihre Gebäude um die wenigen, überlebenden Bäume herum oder versetzten sie in den zentralen Gedenkpark. Viele neue Bäume kamen im Zeichen des Friedens hinzu. Überall auf der Welt tut man es ihnen seitdem gleich. Eine wahrhaft universelle Sprache, wo immer es Menschen gibt. 

Mario Rieger, 12.09.2008

Foto oben: Ginkgo biloba (Vanderbilt Bioimages)

Foto unten: Constanze Niemack am Denkstein (mr)

Kontakt:
Heike Maaz, Initiative „StoppAtom-Baum“
E-Mail: email hidden; JavaScript is required

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