Stiftung “Welt-Bürger-Park” geplant

Chancen zwischen Traum und Wirklichkeit

Der Mauerpark als „Welt-Bürger-Park“

Wenn es um die Zukunft des Mauerparks geht, sind seit langem zahlreiche kreative Bürgerinnen und Bürger motiviert, Lösungen zu erdenken. Lösungen dafür, dass der Mauerpark als natürlicher und kultureller Freiraum sowie historisches Erbe erhalten bleibt und eine noch größere räumliche und belebte Bedeutung erhält. Die vor einigen Monaten geborene Idee, einen „Welt-Bürger-Park“ ins Leben zu rufen, könnte eine spannende Entwicklungsperspektive sein.

Bürger aus Berlin und aller Welt sollen sich in einer Bürgerstiftung zusammenfinden, die den Erhalt und die nachhaltige Entwicklung des Mauerparks zu ihrem Gründungsziel hat. Im Idealfall könnte es gelingen, „auf gemeinnütziger Basis Spenden von ‚Welt-Bürgern’ aus dem In- und Ausland zu sammeln, um damit von Bebauung bedrohte Flächen zu erwerben“ – wie es in der Präambel des Satzungsentwurfs heißt.

Doch auch ein bescheidener Anfang hätte seinen Reiz, wenn seriöse und durchsetzungsstarke Akteure ins Boot der Stiftung geholt werden könnten. Beispielsweise der BUND, der auf diesem berlinerischen Stück deutsch-deutscher Grenze unter dem Label “Grünes Band“ ein interessantes Projekt starten könnte. Oder, wenn Jugendorganisationen aus aller Welt gleichsam Aktien am Mauerpark erwürben, die materiell das Gedeihen und die Organisation kultureller und der Völkerverständigung dienender Begegnungen ermöglichen würde.

Gründungsversammlug im September 2010

Vor zu kühnen Träumen, was sich denn alles auf der Bühne eines „Welt-Bürger-Parks“ entwickeln könnte, steht der Schweiß der konkreten Gründung der Stiftung. Derzeit spiegelt sich das in der Ausarbeitung einer Stiftungssatzung wider. Zahlreiche interessierte Menschen und Initiativen stricken an diesem Muster mit: Aktive Gegner jeglicher Bebauung des Mauerparks, aber auch kompromissbereite Akteure, die mit einer Randbebauung leben könnten, Idealisten und Realisten als Anwohner, Initiativen und mit Institutionen oder Gewerbe am Mauerpark Beheimatete und solche aus weiterer berlinischer Nachbarschaft.

Die letzte Diskussionsrunde am 9. Juli 2010 in der Freien Schule am Mauerpark war sehr konstruktiv und hat den Satzungsentwurf so weit vorangebracht, dass am 5. August eine letzte redaktionelle Zusammenkunft und am 1. September die Gründungsversammlung abgehalten werden kann.
Der Bürgerverein Gleimviertel ist konstruktiv am Gründungsprozess beteiligt. Mitstreiterinnen und Mitstreiter am Projekt „Welt-Bürger-Park“ sind herzlich willkommen.

Rainer Krüger, 23.07.10

Grafik: Mario Rieger

Nächstes Treffen am Do, den 5. August 2010, um 19 Uhr in der
Aula der Freien Schule am Mauerpark, Wolliner Str. 25/26
(Zugang über den hinteren Eingang)

Mauerparkfertigstellung ohne Bebauung:
Aktionswebsite “Welt-Bürger-Park”

Wer sich für den Satzungsentwurf interessiert, kann unter email hidden; JavaScript is required entsprechende Antwort erhalten.

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Nächste Ausfahrt Wedding am 03.07.2010

3. Juli 2010
13:00bis15:30

Nächste Ausfahrt Wedding, Grafik

 

 

“Und die Quell` ist nicht verwaist,
da ihr Hort Luise heißt.”

Luisenbad-Tauffest-Gedenktour

Um 13.00h starten wir unweit des Rosenthaler Tors (Brunnenstr. / Veteranenstr.) und begeben uns mit Bezirksbürgermeister Christian Hanke in der Rikscha-Kutsche – vorbei an Feldern, Kartoffeläckern und Kolonistenhäusern – auf die Reise zum Gesundbrunnen hin.

Unterwegs liest Holger Tegtmeyer kurze Texte rund um die Brunnen- und die Badstraße aus verschiedenen Zeiten. Thomas Gärtner und Marlies Mäder erzählen vor Ort die Legende von der Gesundbrunnenquelle und geben uns einen Einblick in die wechselvolle Geschichte des Luisenbads. Holde Müllerinnen reichen uns zum Ausklang einen erfrischenden Trunk.

Die Veranstaltung endet gegen 15 / 15.30 Uhr, so dass alle noch gemütlich den heimischen Fernseher oder das nächste Public Viewing erreichen werden! (NAW)

Termin: Sa, den 3. Juli 2010, von 13.00 Uhr bis max. 15.30 Uhr

Treffpunkt: Brunnenstr. / Veteranenstr. (am Volkspark am Weinbergsweg)

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Kosten: 5 € (ermäßigt 3 €)

Bitte bringen Sie Ihr Fahrrad mit.

Anmeldung erbeten: email hidden; JavaScript is required oder 030 – 44 82 266

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“Der innerstädtische Tourismus lebt!”:
Die weiteren Ausfahrten in und um Wedding

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Nächste Ausfahrt Wedding – Programm

Nächste Ausfahrt Wedding, GrafikNächste Ausfahrt Wedding -
Der innerstädtische Tourismus lebt!

Die Stadtführungen

Soldiner Kiez -
Der Montmartre von Berlin

Der Soldiner Kiez, unter den 319 Plätzen des Monitorings Soziale Stadt von Position 319 auf 318 aufgestiegen, ist ein grüner und sehr verkehrsgünstig gelegener Bezirk im Norden von Berlin Mitte, Ortsteil Gesundbrunnen, direkt an der Panke. Der Bezirk ist richtig international, hier leben Menschen aus mehr als 70 Nationen. In den vergangenen Jahren haben sich auch viele Künstler hier niedergelassen, vor allem die Kolonie Wedding mit ihren Galerien ist mittlerweile in ganz Berlin bekannt. Bei unserer Tour besuchen wir unter anderem das älteste Kolonistenhaus im Kiez, eine Galerie der Kolonie Wedding sowie eindrucksvolle Fabrikgebäude und Hinterhöfe. Und immer wieder stoßen wir auf das Flüsschen Panke, das sich von Bernau kommend durch das nördliche Berlin schlängelt.

Treffpunkt: Gleimstraße auf Höhe Mauerpark vor dem Gleimtunnel

Tourguide: Kerstin Kaie


Gott im Wedding

Der Wedding ist inter- und multinational. Diese Vielfalt spiegelt sich in seiner Glaubenslandschaft wider. Auf Schritt und Tritt stößt man auf Kirchen, Moscheen, Tempel, Gotteshäuser und andere religiöse Einrichtungen. Viele Gemeinden beherbergen Gastgemeinden aus anderen Ländern. Gemeinsam mit Ralf Schaffrath besuchen wir jeweils mehrere religiöse Gemeinschaften, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Treffpunkt: Gleimstraße auf Höhe Mauerpark vor dem Gleimtunnel

Tourguides: Lothar Gröschel, Ralf Schaffrath und Torsten


Afrika beginnt gleich im Wedding

Möchten Sie eine Initiation in die Geheimnisse afrikanischer Frisierkünste erfahren? Kennen Sie den Geschmack afrikanischer Küche? Haben Sie schon einmal einen Nollywood-Film gesehen? Afrika beginnt gleich im Wedding. Dort ist die größte afrikanische Community in Berlin zu finden.

Josy Apraku, Afrika-Community-Spezialistin im Wedding, führt die Gäste unter anderem in einen Afro-Shop und ein afrikanisches Restaurant, sie trifft einen Nollywood-Regisseur und besucht einen Maßschneider im afrikanischen Viertel. Dort erinnern viele Straßennamen an die deutsche Kolonialherrschaft in Afrika. Ein Teil unserer Geschichte, der vielen unbekannt ist – und ebenfalls ein Teil unseres Ausflugs.

Treffpunkt: U-Bahnhof Afrikanische Straße (U 6)

Tourguide: Josy Apraku

Dauer: ca. 2,5 Stunden


Luisenbad

Das Wunder vom Wedding

Fußgänger-Tour!

Dr. Behm – der Hofapotheker Friedrichs II. – wollte am Gesundbrunnen ein weiträumiges Kurbad errichten. Wie würde der Wedding heute aussehen, wenn sein Traum in Erfüllung gegangen wäre? Wellness-Tempel und Kurhotels statt Shisha-Bars und Dönerbuden säumten die Badstraße. Unzählige Touristen pilgerten zur Heilquelle … und das Heilwasser „Königin Luise Quelle“ wäre ein Exportschlager. Wer beim Namen Gesundbrunnen nur an ein Shopping-Center oder den Fernbahnhof denkt, ist bei unserer Führung goldrichtig. Die Tour führt an den Ursprungsort des einstigen Quellenwunders, wo man heute noch die Überreste des Luisenbads besichtigen kann.

Treffpunkt: Badstraße 35 (Hinterhof), vor der Bibliothek

Tourguides: Thomas Gärtner und Marlies Mäder

Dauer: ca. 1,5 Stunden


Schöner Wedding (Teil I): Das Brunnenviertel und die Plumpe

Oft genug lässt man sich von der Oberfläche täuschen. Das Brunnenviertel ist dafür ein Paradebeispiel: Triste Betonbauten und leerstehende Ladenlokale prägen den ersten Eindruck. Vieles wurde während des 2. Weltkriegs und vor allem bei der Kahlschlagsanierung in den 60er und 70er Jahren zerstört. Im Schatten des Booms von Mitte und Prenzlauer Berg überrascht das Brunnenviertel dennoch mit seinem verborgenen Charme und einer Vielzahl von Kleinodien. Vom Humboldthain bis zu Hertha BSC, von der AEG bis zu den Spuren des Kalten Kriegs: Unsere Tour ist eine Fahrt ins Blaue hinter den Gleimtunnel.

Treffpunkt: Gleimstraße auf Höhe Mauerpark vor dem Gleimtunnel

Tourguides: Markus Rothe und Torsten

Dauer: ca. 2,5 – 3 Stunden


Jürgens Spezialtour durch das Weddinger Hinterland

Ein- und Ausblicke zwischen Badstraße und Plötzensee jenseits der medialen Berichterstattung

Nächste Ausfahrt Wedding, TourbildWer sich bislang nicht getraut hat, einen Spaziergang durch das Weddinger Hinterland zu unternehmen, hat nun die Gelegenheit, mit einer Gruppe Gleichgesinnter in unbekanntes Gebiet aufzubrechen. Die Reise streift Sehenswertes und Ungewohntes, gibt Einblicke in Weddinger Alltagskultur und schlummernde urbane Potenziale. Auf dem Weg durch den Wedding besteht Raum für gemeinsame Überlegungen und Diskussionen zu aktuellen Fragen der Stadtentwicklung, Stadtkultur und alltagstauglichem Stadtleben – und natürlich zum Netzwerken.

Ihr Reisebegleiter ist seit sechs Jahren überzeugter Neu-Weddinger und u.a. Initiator eines Mieterhausprojekts (m13a) in der Nähe des Leopoldplatzes. Er forscht zu den Zusammenhängen von sozialer Stadtentwicklung, Kultur und Immobilienwirtschaft sowie den Wandel im Wedding. Diese Tour führt nicht durch die Geschichte, sondern durch die Gegenwart.

Treffpunkt: Gleimstraße auf Höhe Mauerpark vor dem Gleimtunnel

Tourguide: Jürgen Breiter

Dauer: 3 – 3,5 Stunden


Das Phänomen Kleingartenkolonie

Auf der Suche nach dem kleinen Glück in der großen Stadt

Ursprünglich als Armengärten im 19. Jahrhundert entwickelt erfreut sich die eigene grüne Parzelle als Naherholungsgebiet in der Nachbarschaft zum sonstigen Wohnumfeld immer stärkerer Beliebtheit. So gibt es heute rund 70.000 Kleingartenparzellen in Berlin – Lebensräume mit zum Teil strengem Regelwerk und durchgestalteter Ordnung, die wie kleine Städte für sich im großen Stadtraum ihr Eigenleben führen.

Diesem Phänomen wollen wir uns an einem klassischen Kleingartentag, dem Samstag Nachmittag, annähern und mit etwas Glück vielleicht auch an der Idylle des einen oder anderen stolzen Gartenbesitzers teilhaben.

Treffpunkt: U Osloer Str. vor dem Finanzamt (Seestr.)

Tourguide: Jürgen Breiter

Dauer: ca. 2,5 h


Fit im Wedding

Die Sport-Tour

Wir besuchen u.a. den ältesten Boxclub Deutschlands Astoria e.V. beim Samstagstraining, einen Glücksritter-Tempel in der Badstraße und steigen an der Plumpe in die Wiege von Hertha BSC, um uns von einem eingefleischten Fan und Spezialisten die Geschichte des Vereins und aus dem blau-weißen Nähkästchen erzählen zu lassen.
Auch Weddingsohn und Ghana-Nationalspieler Kevin Prince Boateng begann bei
Hertha seine Karriere…

Treffpunkt: vor dem Gleimtunnel (Gleimstr. / Schwedter Str.)

Tourguide: Lothar Gröschel


Schreiben Sie an email hidden; JavaScript is required, rufen Sie an unter 030 – 44 82 266 oder besuchen Sie uns auf www.ausfahrtwedding.de. Es wird darum gebeten, sich zu den Führungen anzumelden, da die Teilnehmerzahl jeweils beschränkt ist. Die Führungen kosten 5 €, ermäßigt 3 €, und sind für Kinder kostenfrei (Führung Kurbad Gesundbrunnen: einheitlich 3 € sowie unentgeltlich am 12. und 13.09.09).

Texte: Lothar Gröschel, Tanja Kapp (NAWedding); Foto: Katja Renner

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Gemeinsame Erklärung vom 18.06.2010

Mehr Geld für Baumpflanzungen

Besetzung des Beteiligungsbeauftragten unklar

Wenn etwas nicht geht, dann oft wegen des Geldes. Nicht so beim „Beteiligungsbeauftragten zur Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements für Grünflächen und Straßenbäume“ in Pankow. Zwar sieht der Bezirkshaushalt 2010/2011 eine volle Stelle dafür vor, doch scheiterten die Bemühungen des Bezirksamts, sie zu besetzen, am Verfahren: Im internen Stellenpool, dem sogenannten Zentralen Personalüberhangmanagement, fand sich keine Frau und kein Mann für die Ausfüllung dieser neuartigen Aufgabe. Bürgerinitiativen und die bündnisgrüne Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow fordern nun in der nachstehenden gemeinsamen Erklärung, die Besetzung spätestens im nächsten Jahr sowie gegebenenfalls in einem offeneren Verfahren zu verwirklichen. Darüber hinaus wollen sie im Fall der Nichtbestellung des Beauftragten den hierfür in diesem Jahr vorgesehenen Betrag zusätzlichen Pflanzungen von Straßenbäumen zugute kommen lassen. Derweil prüft das Bezirksamt, „ob und wie“ die Mittel „im Sinne des Haushaltsbeschlusses eingesetzt werden können.“ (mr)

 

Gemeinsame Erklärung:

Vorhandene Spielräume nutzen, Möglichkeiten schaffen.

An den
Bezirksbürgermeister und Stadtrat für Umwelt und Natur Pankow,
Matthias Köhne

Als Reaktion auf die Fällproteste 2007/2008 wegen der geplanten massenhaften Fällungen von Traubenkirschen in Pankow hat die Bezirksverordnetenversammlung Pankow auf Antrag von Bündnis 90 / Die Grünen für 2010 und 2011 je 25 000 Euro zur Schaffung der Stelle eines/einer Beteiligungsbeauftragten im Amt für Umwelt und Natur in den Doppelhaushalt 2010/2011 eingestellt. Wie Sie in Ihrer Antwort auf die Kleine Anfrage 0590/VI schreiben, konnte diese Stelle, die der Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements für Grünflächen und Straßenbäume dienen sollte, bisher nicht besetzt werden.

Wir bedauern es außerordentlich, dass sich in Berlin und insbesondere im Stellenpool kein/e Beamte/r finden ließ, der/die diese Position ausfüllen möchte. Wir sehen aber weiterhin und in erster Linie das Bezirksamt Pankow in der Pflicht, diese Stelle zu besetzen. Sofern es in diesem Jahr tatsächlich nicht mehr möglich sein sollte, die Stelle zu besetzen, gehen wir davon aus, dass die frei bleibenden Mittel für Baumpflanzungen verwendet werden. Dieser Verwendung stimmen wir für 2010 zu, fordern jedoch eine enge Zusammenarbeit mit den Bürger/innen, Umweltschutzverbänden und der Verwaltung, insbesondere im Hinblick auf die Auswahl der Bäume und Pflanzstandorte.

Wir fordern das Bezirksamt überdies auf, jetzt dafür zu sorgen, dass die Stelle wenigstens von 2011 an regulär mit einer geeigneten Person besetzt wird. Wir sprechen uns in diesem Zusammenhang dafür aus, dass der Kreis der Personen, die sich bewerben können, geöffnet wird. Das bedeutet auch und vor allem, dass vorhandene Spielräume genutzt und Möglichkeiten geschaffen werden; z.B. kann die Stelle mittels Honorarvertrag besoldet und/oder eine Ausnahmegenehmigung für eine befristete Einstellung beantragt werden, um Bewerber/innen von außerhalb des öffentlichen Dienstes und des Stellenpools den Zugang zu ermöglichen.

18.06.2010

Grüne Liga Berlin, Karen Thormeyer
BUND Berlin, Andreas Jarfe
Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen Pankow, Stefanie Remlinger
BIRDS – BI Rettet die Straßenbäume, Wolf Sasse
Bügerverein Gleimviertel, Heiner Funken, Tel: 0176 / 48 25 84 25

Abbildungen: Mario Rieger

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Mauerpark-Infoabend im Brunnenviertel am 8.6.10

Mauerpark in Bewegung

Baustadtrat Gothe: Beteiligung der Öffentlichkeit ab 7. Juli

Im Mai 2010 hatte die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte den Aufstellungsbeschluss für die Weddinger Seite des Mauerparks mehrheitlich „zur Kenntnis genommen“. Mit dem Aufstellungsbeschluss des Bezirksamts Mitte ist das Bebauungsplanverfahren über die Mauerpark-Flächen nunmehr eröffnet. Daher gab der Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses Berlin die letzten Herbst blockierten 100.000 € wieder frei, mit denen die Grün Berlin GmbH die Freiraumplanung für den Park entwickeln soll.

Am 8. Juni 2010 informierte Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe auf Einladung des  Quartiersmanagements Brunnenviertel im dortigen Olof-Palme-Jugendzentrum über die Pläne und kündigte den Beginn der öffentlichen Beteiligung noch vor der Sommerpause, nämlich am 7. Juli, an.  Knapp 50 Interessierte – viele Weddinger und einige Pankower Anwohner, Mitglieder der Bürgerinitiativen beider Viertel sowie Politiker aus dem Brunnenviertel und der BVV Mitte waren gekommen.

Die Planung und ihre KnackpunkteGrafik Mauerpark: Entwurf Aufstellungsbeschluss 29.04.2010, klein

Ephraim Gothe gab einen Überblick über das vorgesehene Planungsprozedere und benannte die wesentlichen Knackpunkte:

Flächennutzungsplanänderung ja oder nein, Gleimtunnelerhalt oder -teilabriss, damit verbunden das Problem der Erschließung des Baugebiets nördlich der Gleimstraße, die Gestaltung eines Entrees im Süden an der Bernauer Straße und der Umfang einer dortigen Bebauung, fußläufige Zugänge des neu hinzukommenden Grünareals von der Wolliner Straße aus, Bau eines Stauraumkanals unter dem Mauerpark für Hochwasser nach Starkregen, um es nicht ungeklärt in die Panke fließen zu lassen …

Der ebenfalls anwesende Berlin-Geschäftsführer des Grundstückseigentümers Vivico, Henrik Thomsen, bekundete einerseits den Willen, sich in das Bürgerbeteiligungsverfahren einbringen zu wollen. Andererseits machte er deutlich, dass die Weddinger Fläche zusammen mit anderen ehemaligen Bahnflächen für eine sehr hohe Summe zum Privatgrund geworden sei, wovon man um des guten Kompromisses willen 5,8 ha zur Fertigstellung des Mauerparks bereitstellen könnte. Im Gegenzug würde man nördlich des Gleimtunnels 600 Wohneinheiten bauen und im Süden an der Bernauer Straße eine Bebauung mit gewerblicher Mischnutzung realisieren. Gäbe es keine Lösung für eine Zufahrt im Norden, käme der komplette Kompromiss zu Fall und es bliebe vorerst bei der weitgehenden Gewerbenutzung, wie sie derzeit praktiziert wird.

Bebauungsplan mit oder ohne Änderung des Flächennutzungsplans (FNP)

Stadtbaurat Gothe hält ebenso wie die Mehrheit der BVV Mitte die Erstellung des Bebauungsplans ohne FNP-Änderung für möglich. Erneut berief er sich auf entsprechende Aussagen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, die bekanntlich früher eine andere Auffassung vertreten hatte.

Die Container kommen weg...

„Dass eine Grünfläche ausgewiesen ist, heißt nicht, dass dort Grünfläche ist“, erläuterte Gothe, und nannte den FNP eine „Wunschvorstellung, die irgendwann einmal festgelegt wurde.“

Auffällig dabei: Entgegen der Position ihrer Parteifreunde in der BVV Mitte wollen die Grünen im Abgeordnetenhaus die Änderung des FNP herbeiführen. Im entsprechenden Antrag heißt es zur Begründung: „ … der gültige FNP bietet keine Grundlage für die im Bebauungsplan ausgewiesenen Flächen als Wohngebiet (nördlich) und Sondernutzungsgebiet (südlich).“ Diese Auffassung wurde im Saal vor allem von Vertretern der Bürgerinitiativen, unter anderem dem Bürgerverein Gleimviertel und der Initiative „Mauerpark Fertigstellen“, geteilt. Denn nur mit der Einleitung eines Verfahrens zur FNP-Änderung wäre das Mitspracherecht der Bürgerinnen und Bürger gesichert.

Auf Weddinger Seite sind Politiker, aber auch zu Wort gekommene Anwohner, in dieser Frage weniger engagiert. Wie überhaupt Viele von ihnen durchaus eine Bebauung im Norden und Süden wünschen oder zumindest hinnehmen. Die Bürgerinitiative Brunnenviertel ist mit einer Bebauung im Norden einverstanden, nicht aber im Süden des Mauerparks. Vereinzelt galt die Meinung, lieber andere vorhandene Leerflächen oder nicht genutzte Objekte (wie das Altenheim in der Graunstraße) für eine Wohnbebauung zu nutzen.

Man sieht: Der Streit um eine Bebauung ja oder nein, im Norden und/oder im Süden, geballt oder bescheiden, wird über das Tauziehen um eine FNP-Änderung vehement weiter gehen – bis hin zu Überlegungen, die Erfolgsaussicht einer Klage gegen ein Bebauungsplanverfahren ohne vorhergehende FNP-Änderung zu prüfen.

... der Flohmarkt soll bleiben.

... die Marktstände bleiben.

Komplexes Planungskonstrukt

Nach den Vorstellungen von Stadtbaurat Gothe sollen verschiedene Planungsschritte parallel laufen und bis Jahresende 2010 zu einem einvernehmlichen Abschluss kommen. (1) Prof. Gustav Lange soll auf der Grundlage des alten Grünflächenplans eine aktualisierte Planversion mit neuen Elementen erarbeiten. (2) Ein Verkehrsgutachten soll die Erschließungsmöglichkeiten für die bebaubaren Flächen und die knapp 6 ha Grünfläche im Wedding klären. (3) In einem städtebaulichen Gutachterverfahren sollen im Zusammenwirken mit der Vivico die Grundlagen der Bebauung (unter anderem Baudichte, Geschossflächenzahl, kompakte oder lockerere Baukörper) erarbeitet werden, um zu „versuchen, zu einem sinnfälligen und guten Städtebau zu kommen“, so Gothe. (4) In einem städtebaulichen Vertrag sollen detaillierte Regeln auch über den Bebauungsplan hinaus für das Gesamtareal fixiert werden. (5) Das eigentliche Bebauungsplanverfahren mit seinen Beteiligungsmöglichkeiten wird durchgeführt. Herr Gothe hat verwaltungsintern bereits eine Steuerungsgruppe eingerichtet, in der übrigens auch Vertreter des Bezirksamts Pankow mitwirken sollen.

Es blieb umstritten, ob solch ein komplexes Planungskonstrukt genügend Raum für eine breite und offene Bürgerbeteiligung lässt. Die lebhafte Debatte bewies die große Vielfalt der für die Anwohner interessanten Probleme: Erschließungen zu Fuß und per Rad und wo genau, Kanalplanung, Lage des bisherigen Spielplatzes der freien Schule, Zukunft von Flohmarkt und Mauersegler, Ausweis von „Experimentalflächen“ für vorläufige Nutzungen, Beachtung der Generationengerechtigkeit … Bemängelt wurde zudem, dass mit der Grünflächenplanung ausschließlich Prof. Lange beauftragt werden soll.

Baudenkmal Gleimtunnel, Westausgang

Zukunft des Gleimtunnels

Das Schicksal des Gleimtunnels ist einer der Schlüsselpunkte der ganzen Mauerparkentwicklung. Denn – wie von Gothe mehrfach betont wurde – ohne eine Rampenzuführung über einen dadurch verkürzten und damit teilweise abgetragenen Gleimtunnel wird die verkehrliche Erreichbarkeit des nördlichen Wohngebiets enorm schwierig. Eine Zufahrt von Gesundbrunnen aus (Zuwegung über das Kauflandgelände entlang des S-Bahngrabens oder eine schmale Straße am Eck Ramler- / Graunstraße) ist verkehrstechnisch kaum realisierbar. Die Anrainer der Schwedter und Kopenhagener Straße sperren sich gegen eine Überwegung in ein neues Weddinger Wohngebiet. Die Zuwegung während der Bauphase birgt wiederum Probleme für die Weddinger. Die Planung ist also ratlos. Scheitert die Nordbebauung an der nicht realisierbaren Verkehrserschließung?

Der Gleimtunnel stellt in seiner architektonischen Einmaligkeit ein Denkmal der Bahngeschichte dar, das erhalten bleiben soll – so die Partei übergreifende Meinung im Bezirk Pankow und der Mehrzahl der Teilnehmer beim Treffen im Jugendzentrum. Der berechtigten Kritik, der Gleimtunnel habe derzeit eher eine trennende Wirkung und sei ein „Angstraum“, kann man begegnen, indem man die Deckenlichtdurchlässe wieder freilegt und durch interne Lichtinstallationen einen verbindenden „Innenraum“ und episodischen Event-Ort schafft.

Die Zugänge zum Mauerpark werden von den Weddinger Anwohnern kontrovers diskutiert. Eine verlängerte Führung der Lortzingstraße für Fußgänger und Radfahrer scheint akzeptabel, zusätzliche Durchgänge beispielsweise in der Höhe Demminer Straße durch eine Randbebauung hindurch werden kritisch gesehen, weil man eine stärkere Belastung des dortigen Wohnviertels befürchtet.

Das Entree im Süden

Die Stadtplanung Mitte und die Vivico sehen in einem über den Bebauungsplan festzuschreibenden Sondergebiet eine gewerbliche Nutzung vor. Dieses soll als Mischgebiet dem Einzelhandel, Handwerksbetrieben, kleinen Kreativunternehmen, Hotel/Hostel-Nutzungen und der Gastronomie vorbehalten bleiben.

Der Ansatz stieß auf erhebliche Kritik: Warum muss eine Randbebauung sein? Wäre nicht die gewachsene Struktur über freie Zugänge in die Grünflächen – durchsetzt mit Nutzungen wie dem Mauersegler – eine optisch wie funktional angemessene Lösung? Wer wird die höheren Mieten als Gewerbetreibender an diesem Standort bezahlen wollen und wird das gewachsene Milieu um Mauersegler und Flohmarkt nicht verdrängt werden?

Vivico-Repräsentant Thomsen räumte offen ein, dass außer für den Mauersegler und den periodischen Flohmarkt kein Raum für bisher dort angesiedeltes Gewerbe sein könne. Baustadtrat Gothe betonte, dass man durch die Integration der Pflasterstraße den Erhalt des Flohmarkts sowie des Mauerseglers (wie und wo?) und somit eine offene Eingangssituation erhalten kann.

Wohnen im Wedding

Einige Weddinger Anwohner sehen eine Bebauung entlang der Wolliner Straße durchaus positiv,  würde doch ein Puffer zu dem überbordenden Lärm der unzähligen Mauerparkbesucher entstehen. Auch die „Freunde des Mauerparks“ können sich eine Mischnutzung mit Bebauung vorstellen und betrachten den Erhalt der alten Pflasterstraße als „Rückgrat“ einer Freiflächengestaltung.

Stauraumkanal unter dem Mauerpark

Ephraim Gothe stellte den Plan vor, unter dem Mauerpark mit einem 3,80 Meter im Querschnitt messenden Rohr einen Wasserspeicher zu bauen, der bei starkem Regen den Überlauf von damit vermischten Abwässern in die Panke mindern bzw. abstellen soll. Es müssten lediglich ca. alle 100 Meter von oben kleine Einstiegschächte in das Rohr vorgesehen werden, die aber an der Oberfläche kaum erkennbar seien. Während der unterirdisch ablaufenden Rohrverlegung werde es nur an den Enden in der Gleimstraße und Bernauer Straße je eine vorübergehende Baustelle geben. Der Bau des Mischwasserreservoirs ist Teil der Umsetzung der europäischen Wasserrahmenrichtlinie und wird vom Land und den Wasserbetrieben finanziert.

Der für das Publikum überraschende neue Aspekt der Mauerparkplanung kann nicht voreilig ob seiner ökologisch-wasserbaulichen Zweckmäßigkeit beurteilt werden. Befürchtet wird jedoch, dass das Bauvorhaben die Nutzung des Mauerparks stören kann. Auch ist nicht klar, ob eine Absenkung des Grundwasserstandes erforderlich wird und der bauliche Eingriff eine negative Wirkung auf die Mauerparkvegetation, vor allem die Bäume und ihr Wurzelwerk, haben könnte.

Perspektiven und nächste Schritte

Die konkrete Planung hat begonnen. Doch weiterhin gibt es unterschiedliche politische oder von Initiativen getragene Positionen: Auf Seiten des Prenzlauer Bergs eher der Wunsch, einen Mauerpark ohne Bebauung fertigzustellen, auf Weddinger Seite zumindest bei Teilen der Bewohner und einzelner Initiativen die Vorstellung, eine gut gestaltete Bebauung mit dem Grün des Parks zu verzahnen. Lediglich der Erhalt des Gleimtunnels ist gemeinsamer Wille fast aller auf beiden Seiten des Tunnels.

Es ist die feste Absicht der Vivico zu bauen. Anderenfalls möchte sie einen Kompromiss nicht mittragen.

Ort für Toleranz und Kreativität

Bei allem Streit bis hin zur möglichen juristischen Auseinandersetzung bleibt merkwürdigerweise eine Kernfrage dunkel und unklar:

Wie kann der Mauerpark, entstanden auf der gewesenen Grenze zweier unterschiedlicher ideologischer Machtblöcke, zu einem für viele Menschen sinnstiftenden attraktiven Ort wachsen?

Ist er nur „Naherholungsgebiet“ und Frischluftlunge für die Anwohner von Prenzlauer Berg und Wedding – sicher und unbedingt; ist er nur ein lebhafter Freizeitraum für Jugendliche aus aller Welt – gern, wenn er nicht zum Metropolen-Ballermann avanciert.

Vision und Wirklichkeit

Könnte er sich aber nicht zu einem symbolträchtigen und kulturell bedeutenden Ort für Toleranz und Kreativität entwickeln, der vor allem für junge Menschen aus aller Welt attraktiv sein würde? Hier lassen sich spannende Visionen erdenken. Wer aber interessiert sich dafür?

Der im Olof-Palme-Jugendhaus ebenfalls vorgestellte Gedanke einer kürzlich gegründeten Bürgerinitiative, einen „Weltbürgerpark“ entstehen zu lassen, hätte viel Charme, wohl aber nicht unter diesem Namen als eine Stiftung, die während der schon anlaufenden Planung auf die Schnelle glaubt, so viele Millionen einsammeln zu können, dass sich die Vivico ihr Baugelände wieder abkaufen lässt. Ein „Weltbürgerpark“ wäre aber als Institution vorstellbar, an der auf dem Freiraum des Parks ideell (und vielleicht über materielle „Aktien“) viele Menschen und Organisationen Anteil hätten, um dort ein vielfältiges Leben im Miteinander der Kulturen zu begründen.

Vor der Vision steht allerdings die begonnen habende Realität des anrollenden Planungsprozesses – und der verlangt viel Einsatz und Engagement. Zum Beispiel bei der Bürgerbeteiligung, die voraussichtlich am 7. Juli 2010 mit einer Auftaktveranstaltung startet. Wir alle sollten daran teilnehmen!

Rainer Krüger, 09.06.2010

Grafik: BA Mitte, bearbeitet
Foto Marktstände: Roman Szewczuk
übrige Fotos: Mario Rieger

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Bürgerverein Gleimviertel: Jahrestreffen am 19.03.2010

Neue Mitglieder – Neue Ideen

Jahresmitgliederversammlung des Bürgervereins Gleimviertel 2010

Spät und spannend wurde es am Abend des 19. März 2010 auf der Jahresmitgliederversammlung des Bürgervereins Gleimviertel. Knapp 50 Teilnehmer – mehr als je zuvor – waren in den Kieztreff Gleimviertel gekommen, unter ihnen viele Neumitglieder. 15 Aufnahmen gab es allein an diesem Tag. Ein Rekord auch das.

Wie es Tradition ist, lenkten die Versammlungsleiter Moritz Naujack und Andreas Otto die Aufmerksamkeit der Anwesenden zunächst auf den Rechenschaftsbericht für 2009. Vereinsvorsitzende Jacqueline Röber stellte wie schon im Jahr zuvor eine insgesamt gute Bilanz vor. So fanden im vorigen Jahr drei Bürgerversammlungen statt,BV Gleimviertel, Versammlung 19.3.10, I darunter eine Runde mit den Bundestags-Direktbewerbern für den Wahlkreis Prenzlauer Berg. Im Frühsommer bekräftigte der Verein seinen Einsatz für die Straßenbäume mit einer großen Baumpflanzung am Helmholtzplatz sowie einem Baumpflegetag im Gleimviertel. Dem diente ebenfalls die aktive Mitarbeit im Pankower Baumgremium.

Mauerpark im Zentrum der Aufmerksamkeit

Mit Abstand bedeutendster thematischer Schwerpunkt war 2009 der Widerstand gegen die Bebauung des Mauerparks. Der Bürgerverein Gleimviertel war wichtiger Teilnehmer der Protestaktionen und hörbare Stimme in der öffentlichen Debatte. Umfassend gestaltete sich die Unterstützung der Bürgerinitative „Mauerpark Fertigstellen“, die bei ihren Aktionen nicht nur durch vielfältige Teilnahme, Erfahrungs- und Ideenaustausch, sondern auch durch Zurverfügungstellung von Räumen im Kieztreff, Veranstaltungstechnik und Büroressourcen entscheidend gestärkt wurde. Im Ergebnis kam es zu einer bis dahin unerreichten Mobilisierung für den Mauerpark, die in diesem Jahr zu ersten Erfolgen geführt hat.

Der Kieztreff Gleimviertel in der Kopenhagener Straße hat sich als Organisationsbasis der Initiativarbeit gut bewährt und zu einem echten Nachbarschaftszentrum entwickelt. Mehr ständige Nutzer, mehr Einzelveranstaltungen, mehr Vielfalt – so lautete das Resümee der Vorsitzenden. Kontinuierliche Betreuung sicherte reguläre und stabile Öffnungszeiten; BV Gleimviertel, Versammlung 19.3.10, IIalle Objektkosten konnten durch Eigeneinnahmen gedeckt werden. Der Kieztreff ist zudem Heimat des Kiezpools, der zuletzt durch eine Vielzahl von Gartengeräten für Erwachsene und Kinder erweitert wurde.

Wahlpremieren

Unrealisiert blieb 2009 eine Baumpflanzung im Herbst. Sie soll 2010 nachgeholt werden, wie Vereinsvorstand Heiner Funken in Ergänzung des Rechenschaftsberichts ausführte. Die kurze Diskussion zum Bericht ergab Zustimmung zu einzelnen Aktionen und Zielen. Es wurde einerseits vorgetragen, dass sich der Verein als Plattform und Unterstützer für verschiedene Initiativen “nicht zwingend in allen Einzelfragen positionieren” müsse; Anklang fand andererseits der Gedanke, gegenüber anderen Gruppen „Kernkompetenzen“ zu definieren.

Es folgten die Berichte des Kassenwarts und der Finanzrevisionsgruppe. Anschließend entlasteten die Mitglieder den Vorstand für das vergangene Jahr.

Bis hierher verlief das Jahrestreffen wie gewohnt. Nun jedoch erlebten die Anwesenden bei den Wahlen zum Vereinsvorstand zwei Premieren: Zum einen verabschiedete die Versammlung eine besondere Wahlordnung. Zum anderen gab es erstmals einen Kandidatenüberhang. In einer sehr konzentrierten Atmosphäre legten die Kandidierenden ihre Vorstellungen von der Vereinsarbeit dar und hatten eine Reihe von Fragen zu beantworten.

Weitere Mitgliederversammlung geplant

Als Vorsitzende bzw. stellvertretende Vorsitzende erhielten schließlich Simone Krauskopf, Jacqueline Röber und Jörg Lehmann das Vertrauen der Abstimmenden. Zu Beisitzern im Vorstand wurden Marina Pechardscheck, Heiner Funken und Rainer Krüger gewählt. Die Versammlung sprach abschließend Mathias Kraatz und Jutta Stern, die dem Vorstand nicht mehr angehören, Dank und Anerkennung für ihren Einsatz aus.
Nunmehr hätte die Besprechung der nächsten Vorhaben angestanden, aber es war bereits deutlich nach Mitternacht, so dass sie mit Mehrheitsbeschluss vertagt werden musste. Deshalb wird in Kürze zu einer weiteren Mitgliederversammlung eingeladen werden. Sie wird sicher nicht weniger interessant, bringen doch viele neue Mitglieder auch viele neue Ideen mit.

Mario Rieger, 23.03.2010

Fotos: Mario Rieger

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Schüler-Filmprojekt “Am Gleimtunnel”

Film und Gespräch

“Am Gleimtunnel – Hier und Drüben”

Acht Dokumente einer Annäherung

am Sa u. So, den 20. u. 21. März 2010,
jeweils um 18.45 Uhr im
Kino “Lichtblick”,
Kastanienallee 77

mit Torsten Löhn (Künstlerische Leitung und Koproduktion)

Filmlänge: 74 min

Foto 7 z. Film Grundschulkinder mit und ohne Migrationshintergrund aus zwei benachbarten, aber sehr unterschiedlichen Bezirken Berlins, die durch den Gleimtunnel eher getrennt als verbunden sind, drehen gemeinsam acht dokumentarische Porträts aus ihrem jeweiligen direkten Umfeld. Sie lernen in dieser Zusammenarbeit das “Drüben” kennen und auch die Kinder von dort, die Unterschiede, aber vor allem die Gemeinsamkeiten. In Interviews sprechen sie freimütig über ihre Vorurteile, Einschätzungen und Utopien. In der Beobachtung des Miteinanders macht der Film deutlich, ohne mutlos zu sein, wo Integration in Deutschland steht: An ihrem Beginn. (Belle Journée Prod.)

Das Projekt wurde mit Schülern der Heinrich-Seidel-Grundschule und der Freien Schule Pfefferwerk verwirklicht.

Foto: Belle Journée Productions

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Pressekonferenz zum Mauerpark am 5.3.2010

„Eine gangbare Lösung“

Mauerpark: Anwohner und Politik finden Minimalkonsens

Zum ersten Mal haben Bürgerinitiativen und Politiker eine auf breiter Basis stehende Verständigung über die Mauerparkfläche erreicht. Kernpunkt der Übereinkunft ist die Fertigstellung des Mauerparks nach dem Plan von Professor Gustav Lange in Lage und Größe als Grundbedingung jeglicher weiterer Planung. Die Initiativen wollen auf das notwendige Bebauungsplanverfahren vertrauen und es während der Phase öffentlicher Beteiligung kritisch begleiten, nachdem Mittes Baustadtrat Ephraim Gothe die Entwürfe gemäß des Lange-Plans modifiziert hat. Somit ist auch der die Gesamtfläche des Eigentümers Vivico betreffende und auslegungsanfällige Antrag 1360/III in der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte am 18. März 2010 für die Bürgergruppen kein vorrangiges Thema mehr.

Pressekonferenz im Kieztreff Gleimviertel

Der Bürgerverein Gleimviertel organisierte am 5. März 2010 eine Pressekonferenz, in der Vereinsvorstand Heiner Funken über den neuen Minimalkonsens berichtete. Die im Kieztreff Gleimviertel zusammengekommenen Journalisten und Anwohner bekamen bei dieser Gelegenheit den jüngsten Planentwurf aus dem Bezirksamt Mitte zu Gesicht. Der Plan veranschaulicht den Umfang des Grünareals in annähernder Übereinstimmung mit den Ergebnissen der Einigung:

  • Keine Bebauung der Parkfläche, soweit sie im Lange-Plan als solche vorgesehen ist;
  • Sicherung dieses Ziels im Bebauungsplanverfahren;
  • Bestandsschutz für allgemein akzeptierte Nutzungen wie Flohmarkt und angrenzende Gastronomie.

Einen geringfügigen Flächenabtrag gegenüber der Lange-Projektion gibt es im geänderten Gothe-Vorschlag auf einem kurzen Flächenstreifen ausgehend von der Bernauer Straße. An der Westkante des dortigen Geländes hatte seinerzeit auch Lange eine Bebauung nicht ausgeschlossen. Im Neuentwurf fehlen jetzt noch ca. 2000 Quadratmeter zu den einst veranschlagten 14 Hektar Grünfläche.

Weil zum Grundbesitz der Vivico ein großes Gebiet nördlich des Gleimtunnels gehört, hat der modifizierte Gothe-Plan ein Gegenstück: Gleich neben pädagogischem Bauernhof und Kletterfelsen soll ein dichtes, sechs- bis siebengeschossiges Wohngebiet empor wachsen. “Etwas reichlich“ nannte der Pankower Baustadtrat Michail Nelken diese Baumasse und rief dazu auf, im Bebauungsplanverfahren auf den Erhalt des Gleimtunnels, dessen Teilabriss ein solches Baugebiet erst möglich machen würde, zu dringen. Hier wie gleichermaßen im Süden hätte zudem die Verträglichkeit der Neubebauung sowohl mit dem Park als auch mit den angrenzenden Wohnvierteln im Vordergrund zu stehen.

Risiken und Versprechen

Christian Rippel von der Initiative „Mauerpark Fertigstellen“ warnte denn auch vor den Risiken, die in der faktischen Verknüpfung der beiden unterschiedlichen Bauflächen liegen. Sieht ein Vertrag des Bezirksamts mit der Vivico nämlich bestimmte Ziele vor und können diese später nicht umgesetzt werden, weil im öffentlichen Planverfahren dem Entgegenstehendes herausgekommen ist, dann besteht entweder erneut Gefahr für den Mauerpark oder es müsste doch noch öffentliches Geld für Kompensationen zum Einsatz kommen. Da sei und bleibe es die bessere Lösung, die Mauerparkfläche anzukaufen. Die Errichtung von Hotelbetrieben im Süden charakterisierte er als „vorübergehendes Wohnen“ mit dem Risiko der Umwandlung in dauerhafte Wohnnutzung, falls in 5 – 7 Jahren keine Rentabilität vorhanden sei. Die Bürgerinitiative lehnt daher Hotels weiterhin ab.

Das Vertrauen in das Planverfahren fußt auf dem Bekenntnis von Bezirkspolitikern zu den Eckpunkten der Verständigung. Jedoch vermied gerade Frank Bertermann, stadtentwicklungspolitischer Sprecher von Bündnis90 / Die Grünen in Mitte und einziger entscheidungsbestimmender Politiker auf dem Podium, jedwede Zusage, die die anhängige Beschlussvorlage für die Bezirksverordneten enger fassen würde, als es deren dehnbare Formulierungen gestatten. Er würdigte die gefundene Eintracht und betonte die Entscheidungshoheit der BVV. Allerdings: Ein „Kein Zurück hinter die jetzt ausgewiesene Mauerpark-Fertigstellungsfläche!“, wie der Pankower Bezirksverordnete Klaus Mindrup es forderte, gelangte nicht über seine Lippen. Auch nichts, was dem nahekäme. Dafür übermittelte er diverse Kooperationsversprechen des Stadtrats Gothe.

Begrenzte Rolle der Bezirksverordneten

Skepsis demgegenüber bei denjenigen Verordneten auf dem Podium, die nicht der aktuell bestimmenden Mehrheit aus Bündnis90 und SPD in Mitte angehören. CDU-Fraktionsvorsitzender Thorsten Reschke mahnte, die hier und heute öffentlich gemachten Ziele seien später im Aufstellungsbeschluss zum Bebauungsplan „eng zu konkretisieren“. „Wir beschließen nicht über Bilder.“, umriss er die begrenzte Rolle des Bezirksparlaments im Planungsprozess. Einen verwandten Hintergrund hatte der Appell Sven Diedrichs, Sprecher für Stadtentwicklung der Linken, an das „grüne Gewissen der Grünen“.

Kein Wunder also, dass BUND-Berlin-Geschäftsführer Herbert Lohner vorsichtig blieb und von einer „gangbaren Lösung … dank der Bürger“ sprach. Man solle „nichts versprechen, was nicht vollstreckungsfähig ist“. Im übrigen gehöre speziell das Thema Parkfläche wieder in einen umweltpolitischen Kontext. Karen Thormeyer von der Grünen Liga Berlin pflichtete ihm da bei und erwähnte gar das Stichwort Klimawandel.

Der erreichte Gesprächsstand ist ein „Licht am Ende des Tunnels“ stellte Andreas Otto, Prenzlauer Berger Direktmandatar in der Grünenfraktion des Abgeordnetenhauses Berlin, bereits zu Beginn der Veranstaltung fest und alle folgenden Redner sekundierten ihm. Aber offene Fragen und Einwände brachten sie ebenso alle vor; mit Ausnahme desjenigen auf dem Podium, auf den es bei den anstehenden Abstimmungen mit ankommen wird.

Mario Rieger, 14.03.2010
geändert am 21.03.2010

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Projekt Kiezatelier – Stand Februar 2010

Steiniger Weg zum Kiezatelier

Vorerst keine Atelierwohnung – Suche geht weiter

Die Initiative Kiezatelier hat im November 2008 begonnen. Damals konnte absolut keine Gewerbewohnung im Brunnen- oder Gleimviertel gefunden werden. In der zweiten Runde wähnten wir uns fast am Ziel, doch dann, im Januar 2010, sind unsere zähen Bemühungen vorerst gescheitert.Grafik Kiezatelier

Wir hatten eine geeignete Ladenwohnung in der Weddinger Ravenéstraße gefunden und dazu sieben Künstler (einige aus dem Gleimviertel), die lieber heute als morgen dort eingezogen wären. Kurz vor Zustandekommen des Mietvertrags verlangte die Verwaltungsgesellschaft nun aber von uns die Unterzeichnung einer sogenannten „Zwangsvollstreckungsunterwerfungsklausel“. Damit endete unser zweiter Anlauf auf ein Kiezatelier. Ich habe nun eine vorläufige Raumlösung gefunden, doch Kiezatelier ist anders.

Nach wie vor suchen wir eine leerstehende Ladenwohnung in Nähe des Gleimviertels, vielleicht am besten im Wedding, damit wir gerne und öfter mal rüberkommen zu unseren Nachbarn. An Künstlern und kreativen Menschen, die dort arbeiten wollen, wird es uns erfahrungsgemäß nicht mangeln.

Ich bedanke mich bei allen, die uns bei der Initiative Kiezatelier bisher unterstützt haben und würde mich über weitere unterstützende Begleitung auf unserem langen, steinigen Weg zum Kiezatelier freuen. Vielleicht kennt jemand einen kunstfreundlichen Hausverwalter…?

Jutta Stern, Februar 2010

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Bürgerverein Gleimviertel: Pressemitteilung vom 24.02.2010

Mauerpark ohne Bebauung fertig stellen

Einschätzung zum anstehenden Beschluss der BVV Mitte

Am 18.03.2010 wird die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Mitte voraussichtlich den Änderungsantrag von SPD und Bündnis90/Die Grünen zur Fertigstellung des Mauerparks beschließen. Der Beschluss fußt ausschließlich auf einer vage gehaltenen schriftlichen Begründung, die im Ausschuss für Stadtentwicklung der BVV Mitte von SPD und Grünen eingebracht und gemeinsam mit den Stimmen der FDP beschlossen wurde.

Die Pressemeldungen, die auf diesen Beschluss folgten, zeigen, dass die Deutungsmöglichkeiten so vielfältig sind, dass Klärungsbedarf bestand. Die im Nachgang geführten Gespräche mit den beteiligten Interessenvertretern, Partei- und Fraktionssprechern führten dazu, dass sich die Initiativen, Vereine sowie Partei- und Fraktionssprecher modifizierter   Mauerpark-Plan 02/10über einen neuen Plan verständigten.

Dieser Plan sieht vor:
Keine Bebauung in den 1993 vom Senat als Mauerpark ausgelobten Flächen.

Im Süden an der Bernauer Straße wird in dem angrenzenden, außerhalb des Mauerparks gelegenen, Grundstückskeil dem Grundstückseigentümer Baurecht eingeräumt. Auf diesen Flächen sah auch der Lange–Plan eine Bebauung vor. Art und Masse der derzeitig aufgezeigten Baukörper sehen wir kritisch. Die Entwicklung dieses Bebauungsplans werden wir kritisch begleiten.

Die im Änderungsantrag vorgesehene Bebauung nördlich des Gleimtunnels sehen wir in der aufgezeigten Massivität sehr kritisch. Die Baumengen und die Zuwegung werden hier das Maß der Dinge sein.

Wir werden uns bei der Aufstellung des Bebauungsplans durch den Bezirk Mitte und der Änderung des Flächennutzungsplans durch den Senat, über die Möglichkeiten der Bürgerbeteiligung einbringen und den Parlamentariern der BVV Mitte und des Abgeordnetenhauses von Berlin mit Rat und Tat zur Seite stehen. Logo Bürgerverein Gleimviertel

Bürgerverein Gleimviertel
Pressemitteilung vom 24.02.2010
aktualisiert am 26.02.2010
Heiner Funken

Abb.: Mauerpark-Planskizze der Vertreter von Initiativen und Parteien, Februar 2010

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