Direktkandidaten zur Abgeordnetenhauswahl 2011

Einladung

Diskussion mit unseren Direktkandidaten
für das Berliner Abgeordnetenhaus 2011

Wie wir alle wissen finden am 18. September 2011 die Wahlen für das Abgeordnetenhaus und die Bezirksparlamente in Berlin statt.

Wir wollen den Anwohnern des Gleimviertels vorab die Möglichkeit geben, die Direktkandidaten für das Abgeordnetenhaus unseres Wahlkreises mit ihren Positionen zu verschiedenen Themen zu hören und eigene Fragen zu stellen.

Wir laden deshalb herzlich ein zur

Grafik Podium Direktkandidaten AGH Berlin, Wahl 2011, WK 6

Ihre Teilnahme zugesagt haben:

Andreas Otto – Bündnis 90 / Die Grünen
Roland Schröder – SPD
Florian Schöttle - DIE LINKE
Stephan Lenz – CDU
Christoph Dietrich – FDP
Philipp Magalski – Piratenpartei
Andrea Hüttinger – Unabhängige

Auf die Einladung von Direktkandidaten rechtspopulistischer Parteien haben wir bewusst verzichtet.

Simone Krauskopf wird die Veranstaltung moderieren. Wir freuen uns auf eine anregende und aufschlussreiche Diskussion!

Bürgerverein Gleimviertel

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Delegierte verlassen Jurysitzung

Bürgerwerkstatt Mauerpark:

Keine Einigung zur Bebauung

Auf der heutigen Jurysitzung zur Prämierung der Entwürfe des städtebaulichen Wettbewerbs Mauerpark haben die vier Delegierten der Bürgerwerkstatt Mauerpark die Sitzung vorzeitig verlassen. Der Versuch, die Bebauungswünsche des Wettbewerbsauslobers Vivico mit den Bürgerinteressen von Wedding und Prenzlauer Berg zu einem Kompromiss zu bringen, ist erst einmal gescheitert.

Die Vertreter der Bürgerwerkstatt können nicht die zu massiven Bauten an der Bernauer Straße und nördlich des Gleimtunnels mittragen. Die Bürgerwerkstatt will einen lebendigen großen Park, der sich nicht mit der in den Entwürfen vorgesehenen umfangreichen Bebauung verträgt. Die Randbebauung ist sowieso für die Bürgerwerkstatt nur ein mit Bauchschmerzen mitgetragener Kompromiss, um eine Parkerweiterung um sechs Hektar im Gegenzug zu erhalten.

Ein solcher Versuch ist angesichts vieler im Wettbewerb unberücksichtigt gebliebener Forderungen der Bürgerwerkstatt nicht tragfähig. Die Bürgerwerkstatt kämpft aber weiter für einen attraktiv fertiggestellten Mauerpark.

Die Tür zu Verhandlungen mit dem Grundstückseigentümer Vivico, aber auch der verantwortlichen Politik von Bezirk und Senat, ist nicht zugeschlagen. Doch dann müssen die städtebaulichen Eckpunkte der Bürgerwerkstatt eine ganz wesentliche Grundlage sein.

Delegierte der Bürgerwerkstatt Mauerpark

Manja Ehweiner
Dr. Rainer Krüger
Alexander Puell
Sadik Tastan

11.02.2011

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Zwischenkolloqium der Bürgerwerkstatt Mauerpark

Kein Wohn- und Gewerbepark!

Bürgerwerkstatt Mauerpark kritisiert erste Wettbewerbsentwürfe

Ein lebendiger Mauerpark ist kein Wohn- und Gewerbepark! Unter diesem Motto stand die Sitzung der 3. Bürgerwerkstatt am 12. Januar 2011. Anlass für diese Warnung war geboten. Hatten doch die vier Delegierten der „Bürgerwerkstatt Mauerpark Fertigstellen“ im Zwischenkolloquium zum Städtebaulichen Wettbewerb für eine Randbebauung des Mauerparks feststellen müssen: Die bisherigen Gestaltungsziele der acht zum Wettbewerb angetretenen Büros und die Eckpunkte der Bürgerwerkstatt liegen weit auseinander. Lediglich zwei Entwürfe nähern sich den Forderungen der Bürgerwerkstatt!

Deshalb ist Handeln angesagt gewesen, um den Druck auf das Städtebauliche Verfahren zu erhöhen. Denn der Mauerpark ist eine „Institution“ Berlins für Einheimische und Touristen geworden, dafür wird er geliebt und geschätzt! Der Mauerpark darf nicht zum „Wohn- und Gewerbepark“ werden!

Bebauung: Dichte, Masse und Höhe zurücknehmen!

Die Bürgerwerkstatt hat intensiv den Vorschlag der Delegierten diskutiert, sich mit einer klaren Stellungnahme an die Jurymitglieder, die Architekturbüros, den Investor und die politischen Mandatsträger zu wenden. Bis auf eine Gegenstimme wurde sie als Beschluss verabschiedet.

Generell wird in dem Beschluss gefordert: Dichte, Masse und Höhe der Bebauung müssen in beiden Baufeldern gegenüber dem jetzigen Entwurfsstand entschieden zurückgefahren werden. Auch wenn diese quantitativen Parameter nicht alleiniger Maßstab für städtebauliche Qualität sind, sind sie doch auch für diese entscheidend. Für die Flächeninanspruchnahme sind sie ein tragendes Kriterium: Ab einem bestimmten Volumen ist der Mauerpark nicht mehr der gewünschte Freiraum für die Bürger.

Großzügige Abstände einhalten!

Im Weiteren wurden die wichtigsten Forderungen für den nördlichen und südlichen Teil gesondert angesprochen. So ist im Norden besonders wichtig, dass von der Grenze des Baufeldes im Osten, also zum Gleimviertel hin, ein großzügiger Abstand zu den zukünftigen Gebäudekanten eingehalten wird. Damit wird vor allem der Jugendfarm Moritzhof genügend Luft zum Leben gelassen. Ferner sollte wegen der Planung des „Grünen Bandes“ auch in Richtung Humboldthain in West-Ost-Richtung von der Grenze des Baufeldes zum Nordgraben ein ausreichender Abstand sein. Die Bürgerwerkstatt fordert nach wie vor ein autofreies Wohnen. Übrige Positionspunkte der Bürgerwerkstatt wie der zurzeit nicht mehr umstrittene Erhalt des Gleimtunnels bestehen weiter.

Im Süden geht es neben der ebenfalls zu reduzierenden Dichte und Masse der Bebauung vorrangig um den besonderen Stellenwert der Eingangssituation in den Mauerpark. Eine mögliche Entréebebauung soll sich harmonisch mit der von Prof. Lange zu entwerfenden Parkgestaltung verbinden lassen. Im Eingangsbereich – aber nicht nur dort – muss nach Möglichkeit der Erhalt bestehender Vegetation und vor allem historischer Elemente gegeben sein.

Die Randbebauung soll kleinteilig gestaltet werden. Dabei ist Erdgeschossfreiheit wichtig, um einen öffentlich zugänglichen und nutzbaren „Markthallencharakter“ zuzulassen. Erhalt und Synergie zur gewachsener Freizeitkultur und ihren Strukturen wie beispielsweise dem Mauersegler sind zu beachten. Nutzungen im neuen Baubereich sollen auf authentisch viertelstypische Angebote ausgerichtet sein, nicht auf fremdbestimmte Dienstleistungsketten in Einzelhandel, Gewerbe und Hotellerie. Freie Zugänge der Bewohner des Brunnenviertels und der Freien Schule durch das Baufeld sind wichtig, sowie ein der Nutzung durch die Schule angemessener Abstand zur Bebauung.

Einigkeit zwischen Wedding und Pankow

Die Mitglieder der Bürgerwerkstatt wollen bis zum Ende des Städtebaulichen Wettbewerbs kämpfen: Ein Kompromiss zwischen Parkzugewinn um 6 Hektar zum Preis einer Randbebauung muss weiter zugunsten einer ansprechenden Parkgestaltung ohne große Beeinträchtigung durch die Bebauung verschoben werden! Die Mitglieder der Bürgerwerkstatt freuen sich, dass hierüber Einigkeit zwischen Weddinger und Prenzlauer Seite besteht.

Ebenso ist es ein Erfolg, dass sich jetzt die Initiative „Mauerpark Fertigstellen“ an der Bürgerwerkstatt beteiligt. Gut so, denn die bisherige Arbeit der Werkstatt lohnt sich. Hat sich doch gezeigt, dass die Politiker in Berlin-Mitte in großer Mehrheit auf unserer Seite stehen. Sie haben soeben erst einen Beschluss gefasst, dass die Delegierten auch an der Erarbeitung eines Städtebaulichen Vertrags zwischen dem Investor und dem Bezirk Mitte beteiligt sein sollen.

Dennoch: Zu viel Optimismus anzuzeigen wäre verfrüht. Letztlich wird sich an der Qualität der Entwürfe messen lassen, ob es gelungen sein wird, über die Bürgerwerkstatt einen Bebauungsplan zu erreichen, der einen großzügigen Park und eine verträgliche Kompromissbebauung darstellt.

Rainer Krüger, 14.01.2011

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Bürgerwerkstatt: Ergebnisse und Forderungen

Sinn oder Unsinn einer Bürgerbeteiligung

Bürgerwerkstatt Mauerpark formuliert Leitgedanken

Es war eine weitgehend sachliche, aber sehr kontrovers geführte Debatte auf der Mitgliederversammlung des Bürgervereins Gleimviertel am 18. November 2010: Soll der Verein in der Bürgerwerkstatt Mauerpark mitarbeiten oder es einigen anderen anfangs Beteiligten gleichtun und aus diesem Projekt der Bürgerbeteiligung aussteigen? Denkbar knapp fiel das Ergebnis zugunsten folgender Meinung aus: Man möge in ihr weiter mitarbeiten, aber nach dem Verlauf der im städtebaulichen Wettbewerb sich abzeichnenden Ergebnisse und der Mitwirkungschance beim „städtebaulichen Vertrag“ entscheiden, ob man die Bürgerwerkstatt verlässt.

Was die Bürgerwerkstatt macht und was sie erreichen will

Transparent "Flohmarkt statt Supermarkt"

Nicht gewünscht: Handelsketten

Die Bürgerwerkstatt konstituierte sich am 15. September parallel zur Aufstellung eines Bebauungsplans für den Mauerpark nördlich und südlich des Gleimtunnels. Veranstaltet von der Grün Berlin GmbH und geleitet durch ein Moderationsbüro war die Werkstatt ursprünglich nur für Anregungen zur Gestaltung der Freiflächen unter Zuwachs weiterer 5,8 ha auf Weddinger Seite gedacht, wozu Prof. Gustav Lange einen Planungsentwurf erarbeiten wird. Die Mitglieder der Bürgerwerkstatt setzten jedoch die Forderung durch, auch beim städtebaulichen Wettbewerb beteiligt zu sein, bei dem acht Architekturbüros bis Ende Januar 2011 Entwürfe vorlegen sollen, wie sich eine Randbebauung im Norden und Süden darstellen lässt. Denn für die Anwohner ist es angesichts der engen Verzahnung von Parkfreifläche und möglicher Bebauung von großem Interesse, wie parkverträglich eine solche Bebauung sein kann. Vier Delegierte, je zwei von Weddinger (Manja Ehweiner und Stephanie Schürfeld) und Pankower Seite (Rainer Krüger und Alexander Puell) stellen nun die Verbindung zum städtebaulichen Wettbewerb her.

Bereits nach den zwei Terminen am 15. September und 6. Oktober hat die Bürgerwerkstatt Ergebnisse vorgelegt. Sie wurden in einer öffentlichen Veranstaltung am 2. November vorgestellt:

  • Unter der Leitidee „Mauerpark: Frei-Raum der Begegnung – kulturelle Vielfalt für Berlin“ sind für die Entwurfsplanung zur Parkfläche Vorgaben gemacht worden. Es sind detaillierte Vorschläge zu den Themenfeldern „Gestaltung/Nutzung/Aktivitäten, Geschichte, Kultur“ sowie „Prozess, Soziales, Nachbarschaften, Erschließung“ und „Natur/Bepflanzung“ erarbeitet worden. Ob es um die Weiterentwicklung der jetzigen Nutzungsangebote geht, das Offenhalten des Mauerparks für zukünftige Impulse, eine nutzungsverträgliche Bepflanzung, die Anlage natürlicher Biotope als Erlebnis- und Lernorte oder die Frage, wie eigenes (interkulturelles) „Gärtnern“ zum Park passen könnte – diese und viele andere Aspekte will Prof. Lange versuchen, in einen Entwurfsplan einzubringen. Am 12. Januar 2011 soll ein erster Entwurf präsentiert werden.
  • Rechtzeitig zum Beginn des städtebaulichen Wettbewerbs hat die Bürgerwerkstatt ihre Eckpunkte und Leitlinien zu einer Randbebauung in einem von den Delegierten zusammengefassten Ergebnisbericht vorlegen können. Startschuss war am 17. November ein Rückfragekolloquium. Acht ausgewählte Architekturbüros hatten die Auslobungsunterlagen des Grundstückseigentümers Vivico erhalten und konnten hierzu inklusive einer Begehung der Baufelder und des Parks Fragen stellen. Die Delegierten der Bürgerwerkstatt haben bei diesem Termin ihre Vorschläge erläutert. Wie sich die Ausgangslage darstellt, liegen noch „Welten“ zwischen den von der Vivico formulierten Bebauungswünschen und den Gestaltungszielen der Bürgerwerkstatt.

Forderungen und Differenzen

Welche Forderungen hat die Bürgerwerkstatt zum Thema Randbebauung und wo liegen die großen Differenzen zu den Bebauungszielen der Vivico?

Die Hauptforderungen der Bürgerwerkstatt sind:

  • Im Norden: Keine Wohnbebauung, die Gentrifizierung fördert, stattdessen soziale Durchmischung auf vertretbarem Preisniveau;
  • Vorrang für innovativen und experimentellen Städtebau (vor allem autofreies Wohnen und konsequente Energieeinsparung);
  • Erhalt des Gleimtunnels und dessen Sanierung;
  • Im Süden: Keine Verdrängung der gewachsenen Freizeitkultur durch fremdbestimmte Dienstleistungsketten in Einzelhandel, Gewerbe und Hotellerie. Stattdessen ist Vielfalt viertelstypischer und kreativ-authentischer Angebote gewollt;
  • Erhalt bestehenden Angebote (Flohmarkt, Mauersegler u.a.) und Herstellung von Bezügen zur Randbebauung;
  • Rücksichtsvoller Umgang mit bestehender Vegetation und Erhalt historischer Elemente (Lichtmasten, Pflaster usw.)

Demgegenüber liegen die größten Differenzen zu den von der VIVICO geforderten Aufgaben für die Entwurfsplanung in folgenden Punkten:

  • Seitens der Vivico vorgesehene Dichten (Geschossflächen bis zu 49.000 m² im Norden und 28.000 m² im Süden) sind zu hoch, bewirken eine zu massive Bebauung und gehen zu Lasten städtebaulicher Qualität.
  • Die von der Bürgerwerkstatt im Süden gewollte, gemischte und kleinteilige Nutzung steht im Gegensatz zur Ausschreibung der Vivico, die auch große Handels-, Hotel- oder Dienstleistungsketten oder andere übliche Großanbieter zulässt.
  • Der Auslober wünscht einen „kompakten und robusten Städtebau, der klare Räume definiert und gleichermaßen Kleinteiligkeit und typologische Vielfalt zulässt“. Dies können nach Ansicht der Vivico im nördlichen Bearbeitungsgebiet neben Geschosswohnungsbauten auch Stadtvillen und Townhouses sein. Demgegenüber setzt sich die Bürgerwerkstatt nur für Bebauungsformen ein, in denen genossenschaftliches, preiswertes und nachhaltiges Wohnen möglich ist.
  • Die Ausschreibung der Vivico erlaubt zwar ein „energiebewusstes und autoreduziertes Wohngebiet“. Die Bürgerwerkstatt setzt sich aber für ein autofreies wie auch ökologisch konsequentes und innovatives Wohngebiet ein.
  • Unklar ist, wie die Vivico mit Kaltluftschneisen und dem „Grünen Band“ umgeht. Das von der Bürgerwerkstatt geforderte Ziel, eine durchgehende Kaltluftschneise zu erhalten sowie ein „Grünes Band“ Richtung Pankow und Humboldthain zu entwickeln, wird in der Ausschreibung nicht thematisiert.
  • Zur Berücksichtigung der historischen Elemente und über das Verhältnis der Bebauung zur Jugendfarm Moritzhof sowie zur freien Schule im Süden macht die Vivico keine Aussagen.
Gehege in der Jugendfarm Moritzhof

Meckernde Nachbarn: Auf dem Moritzhof

Hiermit ist also gesagt, dass sich die Bürgerwerkstatt gegenüber der Vivico und der Politik in Mitte enorm ins Zeug zu legen hat, um ihre Leitgedanken durchzusetzen. Dazu gehört, dass sie auch auf die Formulierung des „städtebaulichen Vertrags“ zwischen der Vivico und dem Bezirk Mitte Einfluss nehmen muss. Denn nur in diesem Vertrag können Kriterien der Nutzung, das preisliche Niveau von Eigentum und Miete sowie die städtebauliche Gestaltung so verbindlich und konkret festgelegt werden, dass ein sozial und ökologisch verträgliches Wohnen und Leben in der Randbebauung möglich ist. Solche Festlegungen müssen rechtsverbindlich für jedweden Investor gelten, der Bauland besitzt und erwirbt.

Keine Alibiveranstaltung

Für die Bürgerwerkstatt ist entscheidend: Die Akzeptanz der von ihr formulierten Ziele und Vorgaben ist der Prüfstein dafür, ob und dass die gewollte Bürgerbeteiligung ernst genommen wird. Stellt sich in den nächsten Wochen heraus, dass Freiraumplanung und vor allem städtebauliche Planung des Mauerparks an den Vorstellungen der Werkstatt vorbei laufen, dürfte die Bürgerwerkstatt gescheitert sein. Sie ist keine Alibiveranstaltung für eine einseitige Zielverwirklichung der Vivico!

Eine persönliche Schlussbemerkung sei erlaubt: Wenn man selbst gemütlich nahe am Mauerpark wohnt, hat man kein Eigeninteresse, sich am Rand des Mauerparks eine Bebauung zu wünschen. Und würde die Chance realistisch sein, dass das Land Berlin oder eine Weltbürgerparkstiftung das ganze der Vivico gehörende Gelände erwirbt, würde sich das Thema Bebauung erübrigen. Wahrscheinlich ist das nicht – nicht in naher Zukunft.

Deshalb muss es erlaubt sein, sich im Falle einer Bebauung über Art und Qualität einer solchen Gedanken zu machen. Könnte es einem dabei nicht einfallen, dass auch im Gleimkiez das Problem der Verdrängung von Mitbewohnern existent ist, die aus finanziellen und/oder Gründen der Familiengründung/-erweiterung hier keinen geeigneten Wohnraum mehr finden, aber gern innerstädtisch wohnen bleiben möchten? Wäre es nicht Aufgabe eines hier beheimateten Bürgervereins, sich einmal ernsthaft mit diesem Problem in unserer Nachbarschaft zu befassen? Und ist es dann so abwegig, sich ein Wohnprojekt in direkter Nachbarschaft zu unserem Kiez vorzustellen, in dem sozial verträglich und durchmischt eine genossenschaftliche Bebauung in einer autofreien Zone entstehen könnte – nicht als Störung, sondern parkverträglich und vor allem als ein Ventil gegen Verdrängung?

Die Protestbewegten, die uns sonst gern das Bild sozialer Schieflagen vor Augen führen, sollten sich einer solchen ernsthaften Debatte öffnen.

Rainer Krüger, November 2010

Fotos: Mario Rieger

Zum Beitrag:

Bedingungen für eine erfolgreiche Bürgerbeteiligung“:
Stellungnahme der Bürgerwerkstatt Mauerpark vom 24.11.2010 (pdf, 55 KB)

Bürgerwerkstatt Mauerpark:
Protokoll der öffentlichen Präsentation am 2. Nov. 2010 (pdf, 824 KB)

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NAW: Saisonausklang 2010

Zwischen Gleimstraße
und Millionenbrücke

Mit einem Urberliner und Hörfunkmacher unterwegs


Am einstigen „Boulevard des Nordens“ und „der“ Einkaufsstraße der DDR schlechthin beginnt diese Tour. Vieles gibt es zu erzählen, über die U-Bahn, das einstige Pferdebahndepot, die Ring- und Nordbahn, das Umspannwerk, die Schule, den Mauerpark, über Exklaven, Millionen und Billiarden…

In Berlin überlagern sich wie in keiner anderen Stadt der Welt die vielen Reste weltgeschichtlicher Momente in den Bauten nur eines Jahrhunderts. Darum geht’s in der Tour. Der Brückenschlag, im wahrsten Sinne des Wortes, vom Deutschen Kaiserreich bis ins 21. Jahrhundert. (NAW)

Termin:
Sa, den 30. Oktober 2010,
um 14 Uhr

Treffpunkt:
Gleimstraße / Schönhauser Allee vor dem Kino Collosseum

Dauer: 2,5 h

Tourguide: Rolf Gänsrich

Kosten: 5 € (ermäßigt 3 €)

Die Tour findet zu Fuß statt.

Anmeldung erbeten: topkappi(at)web.de oder 030 – 44 82 266

Besuchen Sie unsere Website.

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“Der innerstädtische Tourismus lebt!”:
Die weiteren Ausfahrten in und um Wedding


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Forum Mauerpark: Aufruf zur Diskussion

Ein zu hoher Preis

Für einen Mauerpark ohne Wenn und Aber

Die Diskussion um die Bebauung des Mauerparks und aktuell das Protokoll des 2. Treffens der Bürgerwerkstatt bringt uns dazu, als Anwohner und Mitglieder des Bürgervereins Gleimviertel hier einmal Stellung zu nehmen.

Grafik "Der traurige Park" von Jutta Stern

Wir kennen die bewegende Geschichte der letzten 20 Jahre, in denen sich die Anwohner für die Fertigstellung des Mauerparks eingesetzt und gegen verschiedene Bebauungspläne erfolgreich zur Wehr gesetzt haben. Seit wir hier wohnen (seit 2006) haben wir uns selbst an solchen Aktionen beteiligt. Die Pläne des Baustadtrats Mitte, Ephraim Gothe, Land für die Bebauung gegen Parkfläche zu tauschen, verfolgen wir mit wachsender Anspannung.

Ganz besonderes Unbehagen verursacht uns die Entwicklung in der Bürgerwerkstatt. Wenn man das Protokoll der 2. Sitzung liest, bekommt man den Eindruck, dass die Teilbebauung des Mauerparks schon beschlossene Sache ist und es nur noch darum geht, diese möglichst „bürgernah“ zu gestalten. Deshalb sind wir gegen die Teilnahme an dieser Bürgerwerkstatt. Da es dazu unterschiedliche Auffassungen gibt, denken wir, es sollte ein Meinungsbild hergestellt werden.

Hier ist unsere Sicht der Dinge:

Selbst wenn der Mauerpark heute in seiner ursprünglich geplanten Größe (Prof. Lange) fertiggestellt wäre, hätte das Gleimviertel im Vergleich zu anderen Stadtvierteln immer noch sehr wenig Grünfläche pro Einwohner in Haustürnähe.

Nun ist da die Rede von 600 Wohneinheiten, die nördlich des Gleimtunnels auf Weddinger Seite errichtet werden sollen. Damit würden dann ca. 1500 oder noch mehr neue direkte Anlieger (mit ihren Hunden und Autos) hinzukommen. Das bedeutet eine völlige Überlastung für den ganzen Bereich Schwedter Straße, Korsörer Straße und Kopenhagener Straße und damit die Zerstörung der beschaulichen Kiezszene, die diesen Teil des Gleimviertels auszeichnet. Und wie ein Jugendbauernhof mit Tieren im Schatten von 6-stöckigen Häusern weiter existieren soll, ist uns auch völlig schleierhaft.

Spielplätze, Falkplatz, Mauerpark (auch wenn er dann im Sinne von Herrn Gothe um 6 ha erweitert wäre) wären ebenso einer steigenden Belastung ausgesetzt, ganz zu schweigen vom zunehmenden Durchgangsverkehr in der Gleimstraße, in der das vorgeschriebene Tempo 30 sowieso schon längst zur Farce geworden ist.

Wir fordern daher die Fertigstellung des Mauerparks ohne Wenn und Aber. Wenn der Preis dafür jedoch die Bebauung im Norden und Süden des ursprünglich einmal im Flächennutzungsplan als Grünfläche ausgewiesenen Areals sein soll, dann ist uns dieser Preis entschieden zu hoch. Dann ist es immer noch besser, wenn alles so bleibt wie es ist.

Wir freuen uns über weitere Beiträge, Stellungnahmen oder Kommentare.

Jutta und Rainer Stern,
Mitglieder im Bürgerverein Gleimviertel,
20. Oktober 2010

Grafik: Jutta Stern, “Der traurige Park”

Zum Thema:

Fotoprotokoll der Bürgerwerkstatt Mauerpark am 6.10.2010 (pdf, 2.17 MB)

Bericht der Freunde des Mauerparks zur Bürgerwerkstatt vom 6.10.2010

Stellungnahme des Baustadtrats in Mitte zur Planung, 14.10.2010 (pdf, 203 KB)

Forum – Diskutieren Sie mit!

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Gleimtunnel-Party 2010

2. Oktober 2010
19:00bis23:59

Gleimtunnel-Party am 2. Oktober 2010

grenzenlos, leuchtend,
kulturvoll und umsonst

19 – 24 Uhr

Am Vorabend des Tages der Deutschen Einheit wird das Brunnen- und Gleimviertel erneut zusammen tanzen und feiern. Im ersten Jahr 2007 waren 600 Menschen dabei und in den vergangenen drei Jahren wurden es immer mehr. Eine Party im Gleimtunnel zwischen zwei Stadtteilen, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Ab 19 Uhr wird der Gleimtunnel für den Autoverkehr gesperrt sein, damit die alljährliche Party als Symbol der guten Nachbarschaft und Grenzüberschreitung stattfinden kann.

Unter dem Motto: “Ost meets West / Wedding trifft Prenzelberg“ erklingen wieder heiße Tanzrhythmen zum Auftanken und Durchstarten in den Feiertag. Für Unterhaltung sorgen DJ Sonnenburg und DJ Ipek an den Turntables. An Musik erwarten euch somit Electro und Oriental-Beats, um euch eine heiße Oktobernacht zu bescheren. An Bands treten “Digital Heaven” und “The Mint” live auf der Bühne auf.

In diesem Jahr findet die Gleimtunnel-Party unter der Schirmherrschaft des Bezirksbürgermeisters von Mitte Dr. Christian Hanke statt. (Veranstalter)

Gleimtunnel-Party Blog

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Mauerpark am 16.09.2010 in der BVV Mitte

Mauerpark:
Gothe streitet Änderungen ab – und verteidigt sie

BVV Mitte reagiert mit Trotz und stimmt für Verfahrensstopp

Mit einem rätselhaften Vortrag zum Mauerpark-Bebauungsplan wartete Mittes Stadtbaurat Ephraim Gothe am 16. September 2010 auf, als er gegenüber den Bezirksverordneten Abweichungen in der öffentlichen Auslage vom Aufstellungsbeschluss erstens verneinte und zweitens verteidigte. Die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) reagierte mit Trotz und stimmte für die Aussetzung der frühzeitigen Bürgerbeteiligung sowie deren Wiederaufnahme, sobald jener Beschluss vollständig beachtet werde. Womöglich entpuppt sich das allerdings als symbolische Geste, denn eine solche Aussetzung kann nach Meinung des Stadtrats nicht verlangt werden. Das Rechtsamt des Bezirks wird den Sachverhalt nun prüfen. Wer also noch Einspruch erheben möchte, sollte unbedingt die aktuell geltende Frist bis zum 22. September einhalten.

Bebauungsplan 1-64, ausgelegter EntwurfAbweichungen vom
Aufstellungsbeschluss

Der Mitte August ausgelegte Mauerpark-Bebauungsplan (B-Plan) 1-64 unterscheidet sich in mehreren Punkten von der in der BVV beschlossenen Vorgabe. Auffälligster Unterschied ist die Hinzufügung einer „Variante 1“, die die Ausweisung des Baugebiets am Südwestrand des Parks als eingeschränktes, das heißt wohnverträgliches, Gewerbegebiet (GE)  sowie der Spielplatz-Ecke Bernauer / Wolliner Straße als Mischgebiet (MI) gestatten würde. Beschlossen worden war aber lediglich die Festlegung eines Sondergebiets (SO), und zwar nicht nur „überwiegend“, wie es gar in der Erläuterung zur Auslage für Variante „2“ formuliert ist.

Des weiteren suggeriert der Begleittext zum Planentwurf, dass für die Erschließung des Bauvorhabens im Norden nur der Rückbau des Gleimtunnels genauer zu prüfen sei. Ausführlich wird ein durch jahrelange Vernachlässigung herbeigeführter Zustand dazu herangezogen, ein überragendes öffentliches Interesse für den Teilabriss zu begründen. Demgegenüber fordert der Aufstellungsbeschluss die gleichberechtigte Untersuchung aller denkbaren Optionen. Auch andere, im Bemühen um einen Kompromiss früher herausgestellte Aspekte wie die Vorrangigkeit der Nutzungsdiskussion oder das autofreie Wohnen finden kaum oder keine Erwähnung.

Stadtrat Gothe antwortete nun auf eine entsprechende Große Anfrage, erhebliche Abweichungen der B-Plan-Auslage vom Aufstellungsbeschluss seien „nicht üblich“ und „nicht geschehen“. Anschließend legte er dar, warum es Änderungen gegeben hat. So habe das zuständige Fachamt die Hereinnahme der alternativen Gebietscharakterisierungen im Süden erbeten. Betrachte man nämlich die Beispielnutzungen im einschlägigen § 11 der Baunutzungsverordnung, so frage sich, ob er ausreichend Spielraum für eine passende Detailplanung biete. „Allein aus diesem Grund“ sei eine zweite Variante vorgeschlagen worden.

Anderer Text, nicht andere Absicht

Dabei hatte der Stadtrat die Idee mit dem Sondergebiet zum Wohle der Konsensfindung selbst ins Spiel gebracht. Die Verordneten erfuhren Minuten später sogar den Grund dafür, als Gothe die Flexibilität des eben noch zu engen Paragrafen hervorhob und berichtete, er habe vor einiger Zeit in einem anderen Planverfahren ein „sehr schönes Sondergebiet rechtssicher erfunden.“

Das blieb nicht die einzige Gedankenakrobatik des Abends. Ein „anderer Text“, belehrte Gothe die Verordneten, bedeute nicht eine „andere Absicht“. Man könne entweder gemeinsam „ein großes Ziel verfolgen“ oder „man denkt die ganze Zeit über Abweichungen nach. Von diesen Leuten haben wir genug.“

„Sie haben diesen gemeinsamen Weg verlassen“ entgegnete dem Stadtrat der Grünen-Verordnete Frank Bertermann. Der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung Bertermann hatte die Anfrage mit initiiert und stellte – die Wirkung nach außen im Blick -  die Frage, „inwieweit Politik verlässlich ist“, wenn schon Bezirksamt und BVV nicht verlässlich miteinander arbeiten könnten. Vertrauen könne auf diese Weise nicht entstehen.

Gothe stellt Lösung ohne Gleimtunnel-Abriss in Aussicht

Die Verordneten haben Gothe’s mehrfach gegebenes Versprechen für eine besonders enge Zusammenarbeit nicht vergessen. Der Stadtrat ist sich sicher es einzulösen und verwies zum Beispiel auf die nächste Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung am 22. September, wo das Mauerpark-Verfahren auf der Tagesordnung steht. Er kündigte an, bei dieser Gelegenheit eine Nord-Erschließung anzubieten, „bei der der Gleimtunnel nicht abgerissen werden muss.“

Das Plenum konnte er damit nicht begeistern. Es nahm mit einigen Enthaltungen den Antrag von Linken und – beigetretenen – Grünen an, die „frühzeitige Bürgerbeteiligung … unverzüglich anzuhalten“, die Widersprüche zum Beschluss vom 22. Mai (B-Plan-Feststellung) „zu bereinigen“ und das Verfahren sodann unter Beibehaltung der Gültigkeit bereits eingereichter Einsprüche fortzuführen. Die Versammlung befürwortete ebenfalls den Antrag der Linken-Fraktion, über „sämtliche Bedingungen“, „Leistungen“ und „Gegenleistungen“ im Zusammenhang mit der Übereignung des landeseigenen Spielplatzgrundstücks Bernauer Straße 65/65A / Wolliner Straße 22 informiert zu werden. Schließlich ließ sie noch einen CDU-Antrag zur Ermöglichung von Internet-Einsprüchen bei der öffentlichen Auslegung von B-Plänen passieren.

Überall in der Republik, referierte Gothe zu Beginn der Debatte, erheben sich zur Zeit die Bürger gegen Projekte, die dem Gemeinwohl dienen. Herauszufinden, was das Gemeinwohl jeweils sei, so votierten an diesem Tag die Bezirksverordneten, gehört jedoch ebendahin – in die Arenen der Öffentlicheit.

Mario Rieger, 19.09.2010

Grafik: mr

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Mauerpark-Werkstatt am 15.09.2010

Mehrheit gegen Bebauung

Bürgerwerkstatt zum Mauerpark hat Arbeit begonnen

Am 15. September 2010 waren die nominierten Mitglieder zur ersten Arbeitssitzung der „Bürgerwerkstatt“ zur Fertigstellung des Mauerparks geladen. Der Beginn der Sitzung war von einer scharfen Kontroverse geprägt. Vor allem Vertreter des „Bürgerinitiativen-Netzwerks“ (BIN) stellten den Sinn der Bürgerbeteiligung in Frage: Wenn die Bürgerwerkstatt nicht auch schwerpunktmäßig den Widerstand gegen eine Bebauung zum Thema mache, sei man hier fehl am Platze.

Zudem wurde gefragt, ob die Arbeit in der Werkstatt nicht Zeitverschwendung sei, wenn im Bezirk Mitte nach dem Schwenk der Grünen keine Mehrheit mehr zur Verabschiedung eines Bebauungsplans vorhanden sei. Die Grünen in Mitte hatten sich gegen die Abweichungen der Bebauungsplan-Auslage vom Feststellungsbeschluss gewandt und einem Linken-Antrag angeschlossen, in dem es heißt, die Bürgerbeteiligung möge bis zur Rücknahme der Änderungen „angehalten“ werden. Bedenkenswerte Argumente also, zumal eine Beschränkung der Debatte allein auf die Gestaltung der Grünflächen bereits beim Werkstattauftakt allgemein kritisiert worden war.

Mauerpark, Eingang Bernauer Straße

Besuchermagnet Mauerpark

In einem Meinungsbild war dennoch eine breitere Mehrheit dafür, mit der Arbeit der Werkstatt zu beginnen. Von Pankower Seite hatten auch die „Jugendfarm Moritzhof“, die „Freunde des Mauerparks“ und der „Bürgerverein Gleimviertel“ die Beteiligung an der Werkstatt gewollt. Nach dem Auszug der Kritiker war man gespannt auf die Zusammenarbeit.

Mauerpark für alle – aber wie?

In einer lebhaften und kreativen Atmosphäre zeigte sich, dass es viele spannende, zum Teil kontroverse Ideen zur Weiterentwicklung eines „Mauerparks für alle“ gab. Es war keine vertane Zeit, in die Zukunft zu denken. Denn deutlich wurde, dass, wenn man auch keinen geschniegelten Park wünscht, der Mauerpark als Ort der Kommunikation von Massen so nicht für alle attraktiv ist – sicherlich auch nicht für mögliche potente Sponsoren, die man in eine Stiftung „Welt-Bürger-Park“ locken möchte.

Erfreulich war auch, dass einerseits eine Mehrheit auf beiden Seiten des Mauerparks – Wedding wie Prenzlauer Berg – möglichst keine Bebauung wünscht. Andererseits sieht man in einer offenen Gestaltung des Parks die Chance, dass eine mit Leben und Toleranz erfüllte Brücke der durchaus unterschiedlichen Welten hüben und drüben entstehen könnte. Und für ein solch innovatives Stück Urbanität möchte man weiter arbeiten.

Sollte die Bürgerwerkstatt nicht aus politischen Motiven abgesagt werden, wäre am 6. Oktober die nächste Sitzung.

Rainer Krüger, September 2010

Foto: Mario Rieger

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“Das Helmi” mit einem modernen Mythos

4. September 2010
20:00bis21:30

 

 

AlienAlien by Helmi
Die Wiedervereinigung

(Mareike Mikat & Das Helmi)

Sa/So 04./05. und
Do – So  23. – 26. September 2010,

20 Uhr, Ballhaus Ost,
Pappelallee 15

Die Welt auf Fury 161 ist in Ordnung, soweit man Fury 161 eine Welt nennen kann. Wir, die letzten übrig gebliebenen Häftlinge des ehemaligen Gefängnisplaneten, haben hier zum Glauben an die Zukunft zurückgefunden. Es ist das radikale Experiment einer Männergemeinschaft, eine finale Überprüfung unserer Fähigkeit zu solidarischem Handeln. “Vielleicht sollten wir das Projekt ’Durchbruch!’ nennen?”

Die Eitelkeit ist das erste, was man auf Fury 161 verliert. Später lernt man die Dunkelheit, die Einsamkeit und die Abgeschiedenheit zu schätzen. Immer wieder haben wir uns hier die Geschichte unseres Weltraumhelden Leutnant Ripley erzählt und seine Abwehrkämpfe gegen die Angriffe feindlicher Aliens zelebriert. Eines Tages stürzt in unser isoliertes Dasein eine Rettungskapsel, der ein weiblicher Ripley entsteigt. Und sie hat ein Alien mitgebracht: die gefürchtete Konfrontation mit den Versuchungen wahrer Emotion! Wie wird man ein Actionheld, wenn man nur Buttermesser zur Verfügung hat?

In ihrer ersten Zusammenarbeit nehmen die Regisseurin Mareike Mikat und der Puppen-Männerbund “Das Helmi” Kurs auf eine Bestandsaufnahme und eine Fortschreibung des modernen Mythos Alien.

Das Grauen ist unermesslich und im Kosmos, und niemand hört Dein Schreien.

Mit: Emir Tebatebai, Florian Loycke, Brian Morrow und Abak Safaei Rad. (Helmi)

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Das Helmi

Puppentheater für Erwachsene und Kinder

Die Berliner Gruppe “Das Helmi” macht sich mit unkonventionellen Klassiker- und Filmadaptionen einen Namen, bei denen sie Kunst und Trash, Popmusik und Puppenspiel aufeinanderprallen lässt.

Die Truppe hinter den Puppen ist international: Florian und Felix Loycke, Emir Tebatebai, Deutscher mit „Migrationshintergrund“, Brian Morrow aus England.

Alle Helmis sind gleichzeitig Regisseur, Schauspieler, Musiker und Texter. Die Puppen werden meist von Florian und Felix Loycke gebaut. Die Brüder hauchen Resten und Fetzen ungeahntes Leben ein, lassen aus ihnen Wesen auferstehen, deren grotesk verzerrte Gesichtszüge eine seltene Zartheit, ein Staunen vor der Welt offenbaren. Scheinbar plump taumeln sie über die Bühne, absurd hässlich und doch voller Anmut.

Die Helmis verstecken sich nicht hinter ihren Puppen und vor dem Publikum, sondern betreten offen die Bühne. Puppe und Spieler sind wie zwei Teile eines Ganzen, die zu Beginn einer jeden Szene miteinander verschmelzen und sich gegenseitig in ihrem Ausdruck verstärken. Nichts ist einfach, alles ist doppelt und fast immer ironisch. Hinter der Ironie wagt sich “Das Helmi” an die ganz großen, heißen Themen heran. (Helmi)

“Das Helmi”-Homepage

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