Ostern – Glaube – Religion

Jetzt ist das Osterfest 2013 vorbei, der wichtigste Termin für die katholischen und evangelischen Christen. Die orthodoxe Kirche feiert in diesem Jahr erst am 5.Mai, getreu ihrem Julianischen Kalender.

Kreuzigung und Auferstehung – mehr geht nicht. Das ist die Essenz des Christentums!

Das diesjährige Ostern wird als eines der kältesten seit 100 Jahren in die Geschichte eingehen. Die Ostereier konnten gut gekühlt im Schnee versteckt werden.

Der März bescherte der Christenheit auch einen neuen Papst. Sein Name Franziskus ist Programm und soll an den Heiligen Franz von Assisi erinnern, den Prediger der Armen und der Armut und Begründer des Ordens der Minderen Brüder. Da hat sich der Kardinal aus Argentinien aber ganz schön aus dem Fenster gelehnt. An seinen Taten, nicht an seinen Worten wird er gemessen werden.

Was ist mit Glaube und Religion im Gleimviertel?

Vom städtebaulichem Bild her ist nichts los. Es gibt, im Unterschied zu den angrenzenden Kiezen, kein sichtbar sakrales Bauwerk. Allerdings dominiert über das Gleisbett der S-Bahn hinweg der imposante Kirchenbau St.Augustinus in der Dänenstraße.

Man sollte der Groth-Gruppe vorschlagen auf dem Nordfeld des Mauerparks neben einer Kita auch eine Kirche zu errichten. Dort könnten dann die Berliner Politiker, so sie denn katholischen Glaubens sind, ihre Bausünden beichten. Den Priester bezahlt Klaus Groth. Aber genug der Satire, die Brunnenviertler haben ja schon ihre Kirchen.

Glauben im Gleimviertel

Die Gleimviertler haben auch ihren Glauben. Junge Mütter und Väter glauben, dass hier der richtige Ort ist, um ihre Sprößlinge aufwachsen zu sehen. Die Bevölkerungsentwicklung spricht dafür. Nur werden langsam Schul-und Kitaplätze knapp, sehr knapp und die Grünflächen sind rar.

Die neuen Wohneigentümer glauben, dass sie ihr Geld gut angelegt haben und in einem urbanen Wohnumfeld auf Dauer vergleichsweise günstig wohnen. Wohnungsmieten in New York, London, Paris, Moskau und Tokio sind hier der Maßstab.

Vermieter, Investoren und Spekulanten glauben zu wissen, hier ein Schnäppchen gemacht zu haben. Die Zukuft wird das bestätigen oder nicht.

Kultur-und Kunstschaffende glauben noch am richtigen Ort zu sein. Das kann sich aber wegen zu hoher Mieten oder einer spießig gewordenen Bevölkerungsstruktur schnell ändern.

Vattenfall glaubt mit der Anbindung an seine Fernwärmetrasse das Gleimviertel zu beglücken. Hat aber nur den eigenen Profit im Sinn und durch Baumaßnahmen das Viertel umzingelt.

Einige hängen dem Sportglauben an. Sie pilgern in Scharen in die Max-Schmeling-Halle und hoffen auf den Sieg ihrer Helden, den Füchsen im Handball oder den Berlin Volleys. Da sieht es in letzter Zeit sehr gut aus. Letztere wurden in der vergangenen Saison Meister und man spielt gegenwärtig auch auf internationalem Niveau gut mit.

Andere haben den Glauben an Staat, Gerechtigkeit und Solidarität verloren. Sie sind sowieso schon fast alle aus dem Gleimviertel verdrängt.

Die Bezirksverwaltung Pankow und die BVV glauben, dass ihre Konzepte zu Mietpreisdämpfung und gegen Luxussanierung greifen und nicht von den Gerichten einkassiert werden.

Die Bürgerinitiativen glauben, die Bebauung des Mauerparks weiter verhindern zu können und verstärken ihre Aktivitäten vor allem  im Brunnenviertel.

Wer glaubt an Gott oder immaterielle Werte?

Die äußeren Anzeichen sind karg. Es gibt keine Kathedralen des Glaubens im Gleimviertel. Die Gethsemane Kirche, quasi in Verlängerung der Gleimstraße, aber auf der gegenüberliegenden Seite der Schönhauser Allee, ist nicht weit weg. Sie war ja der Hort des Wiederstands gegen den Stasi-Staat. Allerdings ist sie seither weniger besucht.

Dann gibt es noch St.Augustinus in der Dänenstraße im angrenzenden nordischen Viertel und die Segenskirche in der Schönhauser Allee 161. Die eine ist katholisch, die andere evangelisch geweiht. Beide Kirchen leiden unter Mitgliederschwund und mit damit verbundenen drastischen administrativen Änderungen. Sie sind ein typisches Beispiel für Kirchenbaukunst in den 20-er Jahren des vorigen Jahrhunderts. Da freistehende Bauflächen rar waren, wurden die Kirchen in die Häuserzeilen intergriert.

Im Gleimviertel direkt ist die Zoar-Gemeinde aktiv. Sie gehört zur evangelisch-freikirchlichen Gemeinde (Baptisten) und unterhält hier ein Heim für Menschen mit Behinderungen. Erbaut wurde die Kirche 1919 (Planung) bis 1922. (Weihe). Von 1997-98 wurde der ganze Komplex umgebaut. Kirche, Gemeindehaus und Wohnkomplex wurden integriert. Die Angebote kann man der Webseite entnehmen.

Hartmut Dold

Please follow and like us:
Das Gleimviertel – Glaube und Religion
Markiert in:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.