Erste Auswertung

Beschäftigt man sich etwas intensiver mit den von der Groth Gruppe vorgelegten Plänen und Skizzen, kann man ohne Architekt oder Bauplaner zu sein, folgende Schlußfolgerungen ziehen:

1. Baustellenerschließung

Die Baustellenerschließung des zukünftigen Baufeldes im Norden des Mauerparks erfogt entweder über den Gleimtunnel hinweg. Oder, wenn das aus statischen oder denkmalpflegerischen Gründen nicht möglich ist, über die Kopenhagener und Schwedter Straße, direkt über die Terrassen neben dem Kinderbauernhof mittels Sondergenehmigungen. Wie sollen sonst die tonnenschweren Baukräne ins Baugebiet gebracht werden, ohne das sie mit dem Haubschrauber einfliegen.

2. Auffahrt zum Wohngebiet

Die geplante Auffahrt für Autos oder Zulieferfahrzeuge, BSR oder Ähnlichem zum neuen Wohngebiet ist nur möglich, wenn ein Teil des Mauerwerks des Gleimtunnels von Weddinger Seite aus gesehen auf ca.15 Meter abgerissen wird.

Das Ergebnis ist das Gleiche: Verbot des Teilabrisses durch die untere oder obere Denkmalschutzbehörde.

Einzige Alternative: Zuwegung über die Schwedter/Kopenhagener Straße.

3.“Gated Community“

Die Groth Gruppe hat die erste „Safty Ärea“ in Ostdeutschland gebaut.

Das Gelände ist vom Profil her ideal für eine zweite. Wie hieß es noch auf der Pressekonferenz am Freitag: „Die Unterhaltung und Pflege des Quartiers erfolgt durch eine gemeinsame Dachgesellschaft“. Warum nicht auch durch einen privaten Wachschutz, der die wenigen Zugänge kontrolliert? Das ist international schon fast Standard für „bessere Quartiere“.

Das sind jetzt natürlich nur Spekulationen und wilde Vermutungen. In der Mitte Berlins bestimmt nicht durchsetzbar. Allerdings: Die zu erzielenden Erlöse aus Mieten oder durch den Verkauf von Luxuswohnungen könnten gesteigert werden. Und das ist schließlich Ziel und der Beweggrund jedes Investors oder Bauspekulanten.

4. Zurück auf Los -Worst Case

Die Pläne im Norden lassen sich nicht verwirklichen. Pankow wehrt sich gegen die Baustellenzufahrt. Eine rechtliche Überprüfung der Bebauungsplanung und des „Mauerparkvertrages“ führt zu Prozessen, einstweiligen Verfügungen und Baustopps. Die Beseitigung der Altlasten in der Tiefbauphase wird zum Problem.

Dann tauschen wir eben das nördliche gegen das südwestliche  Grundstück an der Bernauer Straße. Immo AG und Groth Gruppe Hand in Hand!

Hartmut Dold

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Kurze Analyse der Pläne und Skizzen der Groth Gruppe zur Bebauung des Nordteils des Mauerparks
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2 Gedanken zu „Kurze Analyse der Pläne und Skizzen der Groth Gruppe zur Bebauung des Nordteils des Mauerparks

  • 31. Dezember 2013 um 23:46
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  • 19. Februar 2013 um 08:26
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    Zudem eine „gemeinsame Dachgesellschaft“ eine zeitlich nicht befristete Kundenbindung mit sich brächte.

    Verschwörungstheoretisch gemutmaßt, könnte man die brennenden Kraftfahrzeuge im Kiez auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten.

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