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Mehr Grün, mehr Kultur,
mehr Zusammenhalt

Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“ gegründet

Ihr Name ist Programm. Am 21. Juni 2009 trat die Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“ erstmals an die allgemeine Öffentlichkeit. Im Mauerpark organisierte sie einen internationalen Wettbewerb zwischen Sprayer-Bildgestaltern zum Thema „Park statt Mauern – Mauerpark fertigstellen“. Knapp ein Dutzend, zum Teil sehr bekannte Künstler aus mehreren Ländern belebten Leinwände und setzten sich so mit Parkgeschehen und -geschichte auseinander. Ein Farbspektakel mit ernstem Graffiti.Battle 21.06.09, Ansicht 1Hintergrund.

Denn noch immer – 20 Jahre nach der Überwindung der Mauer – hat es die Stadt Berlin nicht geschafft, den Mauerpark fertigzustellen. Ein grünes Band zwischen Ost und West auf ehemals tödlichem Terrain hatte er sein sollen, als der Mauerpark Anfang der 90er Jahre geplant und bald darauf im Flächennutzungsplan verankert worden war. Doch er ist bis heute ein Torso geblieben und seine Weddinger Industriegewerbeflächen bilden weiterhin eine unansehnliche Trennungslinie. Damit nicht genug: Planungsvorbereitungen für Bauvorhaben sind im Gange, Einzelhandel auf großer Fläche und Townhouses im Gespräch.

Hinter verschlossenen Türen

Jetzt naht im Bundestagswahljahr ein wichtiges Datum für den Mauerpark: Zur Jahreswende möchte die Allianz Umweltstiftung wissen, ob denn endlich ihren in den Park gesteckten 2,3 Mio € Fortschritte beim Weiterbau folgen werden. Anderenfalls darf sie nämlich das Geld vom Land Berlin zurück verlangen. Grund genug für Anwohner und Freunde des Mauerparks, eine neue Bürgerinitiative ins Leben zu rufen. Aufbauend auf den langjährigen, intensiven Kämpfen für diesen Park und zusammen mit den bereits Aktiven wollen sie das Thema mit frischen Ideen und originellen Aktionen angehen.

Die aktuelle Lage ist keineswegs übersichtlich. Zwar gibt es im Berliner Landesparlament momentan eine Mehrheit im Sinne der Anwohner. Aber gleichzeitig treffen sich hinter verschlossenen Türen Graffiti-Battle 21.06.09, Ansicht 5, kleinregelmäßig Vertreter des Bezirks Mitte und des Grundeigentümers. Es ist davon auszugehen, dass diese Gespräche eine Teilbebauung des Geländes vorsehen und bis deutlich vor Jahresende zu entsprechenden Ergebnissen kommen sollen. Die Bürgerinitiative fordert demgegenüber die „vollständige Fertigstellung des Parks auf der dafür vorgesehenen Fläche.“ Mittlerweile dort florierende kleingewerbliche Nutzungen sollen dabei erhalten bleiben.

Gegen „neue soziale Mauern“

Nach all den auf finanzielle Zwänge fokussierten Diskussionen in den vergangenen Jahren erinnert die Initiative wieder an den eigentlichen Zweck der ursprünglichen Planung, einen Abbau des Gründefizits inmitten hochdichter Stadtquartiere zu erreichen. Hinzu kommt ein sozialer Aspekt, der in letzter Zeit an Bedeutung gewonnen hat. Auf Weddinger Seite hat sich das Wohnen im Vergleich zu Prenzlauer Berg weniger stark verteuert. Eigentumswohnhäuser, gerade solche für Graffiti-Battle 21.06.09, Ansicht 3gehobene Ansprüche, könnten die Situation verändern und zudem die freie Parknutzung zur Geschichte werden lassen. Die Gründungsmitglieder wenden sich daher gegen „neue soziale Mauern“.

Wer die neue Initiative näher kennenlernen und unterstützen möchte, besucht am Besten den soeben online geschalteten Blog mauerpark-fertigstellen.de, wo bereits die ersten Berichte und Dokumente zu finden sind. Außerdem sind hier die nächsten Termine der Vernetzungstreffen und Aktionen stets zuerst zu erfahren.

Mario Rieger, 22. Juni 2009

Fotos: Graffiti-Battle im Mauerpark am 21. Juni 2009, Autor: Thomas Loew

„Der Mauerpark gehört uns allen“: Bürgerinitiative „Mauerpark Fertigstellen“

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Neue Bürgerinitiative: „Mauerpark Fertigstellen“

Ein Gedanke zu „Neue Bürgerinitiative: „Mauerpark Fertigstellen“

  • 9. August 2009 um 14:11
    Permalink

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    ich teile Eure Sorgen bezüglich der Planungsvorbereitungen für Bauvorhaben im Mauerpark. Ich würde es als mehr als bedauerlich empfinden, wenn der Grüne Streifen zerstört oder verstümmelt werden würde. Zumal unser Park zu einem wahren ökologischen Habitat mutiert ist. Kürzlich erfreute ich mich über die Sichtung einer Libelle an unserem Spielplatz, der am Mauerpark unmittelbar angrenzt. Außerdem besuchen unsere Balkone viele Schmetterlinge, Bienen, Spinnen, andere Insekten und Vogelarten, die in einer großen Stadt wie Berlin nicht so ohne weiteres vorkommen.

    Ich verweise auf das gefundene Material im Wikipedia:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Libellen

    Im Jahr 2001 wurde die Plattbauchlibelle (Libellula depressa) zum Insekt des Jahres gewählt. Begründet wurde diese Entscheidung damit, dass die auffällige und weit verbreitete Art stellvertretend für alle Libellen (Odonata) stehen und auf deren Gefährdung in Deutschland aufmerksam machen soll. Die Gefahr geht vor allem von einer ständig voranschreitenden Verschmutzung und Trockenlegung vieler Gewässer aus, die von den Libellenlarven als Lebensraum gebraucht werden. Die Folge: zwei Drittel der rund 80 heimischen Arten sind gefährdet, 20 Prozent sogar vom Aussterben bedroht. Da den meisten Laien die Artunterscheidung nicht möglich ist, stehen alle Libellenarten in Deutschland und den meisten Nachbarländern unter Artenschutz, es dürfen also nur die leeren Häutungshemden (Exuvien) gesammelt werden.

    Lebensräume

    Libellen sind vor allem in der Nähe von Gewässern zu finden, da ihre Larven auf Wasser als Lebensraum angewiesen sind. Besonders viele Vertreter der Großlibellen wie etwa die Blaugrüne Mosaikjungfer Aeshna cyanea fliegen zum Beutefang jedoch auch weite Gebiete abseits der Gewässer ab. Insbesondere in der Reifungsphase bewegen sich Libellen für einige Wochen abseits der Gewässer. Auch die Weibchen sind meist nicht am Gewässer zu finden, da sie sonst sofort von einem Männchen zur Paarung genötigt würden. Einige Libellenarten sind auch nicht selten in Stadtrandgebieten und durchgrünten Wohnsiedlungen anzutreffen.

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    Die Gefleckte Heidelibelle (Sympetrum flaveolum) – die gesichtete Libellen Art- steht im der Rote Liste der gefährdeter Tierarten.Kat. 3, Seite 263

    http://www.bfn.de/0321_rote_liste.html
    Rote Listen…
    dienen der Information der Öffentlichkeit über die Gefährdungssituation der Arten und Biotope,
    sind als ständig verfügbares Gutachten Argumentationshilfe für raum- und umweltrelevante Planungen,
    zeigen Handlungsbedarf im Naturschutz auf,
    erhöhen den politischen Stellenwert des Naturschutzes,
    sind Datenquelle für gesetzgeberische Maßnahmen und internationale Rote Listen,
    dienen der Koordination des internationalen Naturschutzes und
    zeigen weiteren Forschungsbedarf auf.
    http://www.chili-balkon.de/viecher/gefleckte-heidelibelle.htm
    5 – 6 cm große Libelle. Die gefleckte Heidelibelle gilt als gefährdet und wird immer seltener. Diese Libelle entfernt sich oft sehr weit vom Wasser. Beide Geschlechter tragen ausgedehnte gelbe Flecken auf den Flügeln. Der Lebensraum der gefleckten Heidelibelle sind verwachsene, flache und stehende Gewässer. Viele dieser Lebensräume werden Jahr für Jahr vernichtet.
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    Mit freundlichen Grüßen,

    Katty Carleo Barros
    Anwohnerin, Quartiersrratsmitglied Brunnenviertel 2005-2009
    Ramlerstr. 20
    13355 Berlin

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