Karaoke ist Kult im Mauerpark

… aber natürlich fehlten nicht die „Griller“, ca. ein Dutzend waren am Start.

Es gab wie immer auch viel Kleinkunst, in der Regel Musiker, aber nicht nur. Auf zwei Flächen wurde Bowling gespielt und das Klettergerüst war umlagert.

Auf einem Infostand klärten die „Freunde des Mauerparks“ über die neusten Entwicklungen im Kampf um einen großen, bürgerverträglichen Mauerpark auf.

Hinter den Maschendrahtzäunen dann ein proppen voller Flohmarkt, der aus allen Nähten platzte und dessen Ausleger sich in den Mauerpark hinein bewegten.
Es war ein friedlicher, fröhlicher und bunter Frühherbsttag mit geschätzten fünf bis sieben Tausenden Besuchern pro Stunde am Nachmittag.

Die angrenzende Gastronomie war voll bis überfüllt, weil gleichzeitig Veranstaltungen in der Max-Schmeling-Halle stattfanden.

Nicht ins Bild paßte die chaotische Vekehrsführung auf der Gleimstraße, hervorgerufen durch  Baumaßnahmen an der Vattenfall-Fernwärmetrasse, die entgegen vorheriger Ankündigungen, bis über den Falkplatz hinaus verlängert wurde.

Hervorzuheben ist, dass Joe Hatchiban am 16.09. 2012, der Tag über den hier berichtet wird, eine Müllentsorgungsaktion gestarten hat.

Müll – ein Problem, das viele Anwohner und das Bezirksamt für Stadtentwicklung und Umwelt bedrückt und nervt.
Mit freiwilligen Helfern wurden mehrere Spielplätze im Prenzlauer Berg, so z.B der Falkplatz von Müll und Glasscherben befreit.

Es war auch der Sommer, in dem die Karaokeshow kurzzeitig bedroht schien. Das Bezirksamt Pankow wollte Hatchiban den Auftritt nicht mehr jede Woche genehmigen – einer der Gründe war, er könne nicht garantieren, das Amphitheater sauber zu hinterlassen. Dabei war Joe Hatchiban von Anfang an klar, dass es das Ende der Show bedeutet, wenn es ein Müllproblem gibt. Schon bei seinem ersten Auftritt im Mauerpark im März 2009 hielt er die Leute dazu an, ihren Abfall mitzunehmen. „Man kann das leicht vergessen. Wenn es aber mehrere hundert Leute gleichzeitig vergessen, habe ich ein Problem. Ich kann das nicht alleine machen.“

Deshalb hängt er jede Woche zwei Müllsäcke auf und macht mehrere Durchsagen über sein Mikrofon. Inzwischen ist alles wieder wie immer und Hatchiban kann jeden Sonntag seine mobile Anlage aufbauen.

„Seine Show sei „spektakulär und intim zugleich“, sagt er. „Den meisten ist bewusst, dass es eine große Sache ist für den, der auf der Bühne steht.“ Der jeweilige Star des Moments singt vor hunderten Zuschauern ein Lied und setzt sich danach wieder auf die Stufen zwischen das Publikum. Das erzeuge eine starke Energie. „Die Leute sind immer neugierig, was als Nächstes kommt.“ Hatchiban geht es genauso. Deshalb macht ihm die Show auch nach vier Jahren noch Spaß.“(Tagespiegel, vom 10.09.2012)

Ob es nächstes Wochenende wieder so abgeht, hängt vom Wetter und den Touristenströmen ab. Auf jeden Fall bleibt der Mauerpark spannend, unverwechselbar und einzigartig europaweit. Man spricht englisch und spanisch. Ein Magnet und Anziehungspunkt für Berlinbesucher. Davon profitiert die Stadt, aber was liefert sie dafür?

Pankow gibt viel Geld für die Müllentsorgung und Sicherheit aus – das muß man schon sagen und anerkennen. Aber der Senat, die Stadt Berlin als Ganzes drückt sich und pflegt andere Baustellen!

Fotos von Hartmut Dold

Hartmut Dold

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Saisonausklang im Mauerpark und Rückblick

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