„Töne des Dschungels“ – ein Kinderspielplatz im Gleimviertel

Rückblick

Mit einer Feier der Anwohner wurde am 1.9.2006 der neue Spielplatz „Töne des Dschungels“  an der Rhinower Straße /Ecke Kopenhagener Straße, unter Anwesenheit der Senatorin für Stadtentwicklung, Ingeborg Junge-Reyer, und des Pankower Bezirksstadtrats für Umwelt, Wohnen und Bürgerdienste, Matthias Köhne, heute Bürgermeister, eröffnet.

Auf Initiative der Bürger und des Quartiersmanagements am Falkplatz, wurde gemeinsam mit dem Bürgerverein Gleimviertel e.V., der S.T.E.R.N. G.m.b.H. und mit dem Bezirksamt Berlin-Pankow ein neuer Spielplatz geplant und gestaltet. Bei einer Pflanzaktion haben die Kiezbewohnerinnen und Kiezbewohner im Mai des Jahres selbst Hand angelegt. Auch die Bemalung haben sie im Rahmen eines an die südafrikanische Ndebele-Kunst angelehnten Malworkshop mitgestaltet. Zukünftig wollen sie auch zum Erhalt des Spielplatzes beitragen.

Der Entwurf für die Kiezecke sah einen grünen Spielplatz vor, auf dem sich bepflanzte und offene Flächen abwechseln. Unterschiedliche Bodenbeläge und Geländemodellierungen entsprechen den Interessen von Kindern und Erwachsenen gleichsam.

„Töne des Dschungels“ lädt ein, dem Klang nachzugehen, der durch Bewegung entsteht. Auf dem Sandstrom treibt ein Kanu, der ein Wasserloch des Dschungels symbolisiert. Über eine Baumstammstreppe gelangt man auf den ersten Hügel. Eine Brücke über den Sandstrom führt zum zweiten Hügel. Die Hangrutsche leitet die Kinder zum Stangenwald aus geschälten Robinienstämmen, wo sie auf zwei Schlangen balancieren können. Ein flaches Kletternetz in einer Mulde lädt zum Verschnaufen ein und wird von einem Affen bewacht. Der hintere Dorfplatz mit Dschungelhütten bietet Rückzugsmöglichkeiten und eine Sandfläche für ruhiges Spiel.

174.000 € wurden aus dem Bund-Länder-Programm „Die soziale Stadt“ bereitgestellt und über das Quartiersmanagement des Gebietes und den Bürgerverein Gleimviertel e.V. treuhänderisch eingesetzt. Die Maßnahme ist durch den Europäischen Strukturfond (EFRE) kofinanziert. Der Bezirk Pankow stellte das Grundstück zur Verfügung und setzte 48.000 € ein.

Die Konzeption erarbeitete die Landschaftsarchitektin Katharina Baumgart. Die Ausführung erfolgt von der FRG Freiraumgestaltung GmbH und dem Holzbildhauer Gisbert Baarmann. Bauherr war die S.T.E.R.N. GmbH. Die Bewohnerinnen und Bewohner des Gebietes waren in die Umsetzung mit einbezogen.

Gegenwart

Die Gegenwart ist trist. Es ist zu fragen, warum ein so aufwändig finanziertes und mit viel Bürgerinitiative und Empathie begleitetes Projekt im Sande verläuft. Pankow hat kein Geld um die Fundamente der Hügel und Brücken zu sanieren, aber warum sind sie schon nach ein par Jahren sanierungsbedürftig?

Der Spielplatz ist in Teilen umzäunt und von Aufstellern aus Maschendraht seit Monaten abgesperrt. Wie geht es weiter – passiert überhaupt noch was und wenn ja:Wann?

Keine Auskunft unter dieser Nummer

Der Bürgerverein hat beim Tiefbauamt nachgefragt. Einen verantwortlichen Mitarbeiter des Tiefbauamtes zu bekommen scheint unmöglich,  immerhin gab es einen telefonischen Kontakt mit einem in der Sache befaßten Bearbeiter.

Offensichtlich bestanden hinsichtlich der konstruktiven Gestaltung insbeondere wegen der Stabilität der Hügel und Brücken von Anfang an Bedenken. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung mußte schon wieder nachsaniert werden. Gegenwärtig stehen keine Mittel zur Verfügung. Die wurden in den Jahren zuvor ja bereits ausgiebig verwendet.

Laut Stadtrat Kirchner hat die BVV der Abteilung Stadtentwicklung des Bezirksamts 100.000 Euro mehr für die Sanierung von Spielplätzen zur Verfügung gestellt. Die müßten aber für die Reinigung und Müllentsorgung des Mauerparks aufgewandt werden. Am liebsten würde er vor dem Spielplatz „Töne des Dschungels“ ein Schild aufstellen mit dem Text: “ Liebe Eltern des Gleimviertels, wir hätten dieses Spielplatz gerne repariert, müssen aber das Geld für die Reinigung des Mauerparks ausgeben“. (RBB-Beitrag vom 4.9.2002)

Aber Äpfel sind nicht Birnen! Werden hier zweckgebundene Gelder nicht zweckentfremdet eingesetzt?

Immerhin gibt es noch Hoffnung, dass eventuell beantragte Fördergelder aus dem Stadt-Länder-Programm Stadtumbau Ost im kommenden Jahr bewilligt werden? Aber wie gesagt: Keine Auskunft…!

Und wenn nicht, sind Hunderttausende in den Sand gesetzt!

Fotos : Hartmut Dold

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Hartmut Dold


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Kopenhagener Straße VIII

2 Gedanken zu „Kopenhagener Straße VIII

  • 23. September 2012 um 01:12
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    Ja Roman,

    kurz überlang wird’s wohl so werden. Alle macht dem Kapital!

  • 21. September 2012 um 11:40
    Permalink

    Oh, welch eine schöne Ecke für ein Apartmenthaus…

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