Erstellung einer Pflanzgrube

Elf Bäume für die Ystader

2. Pankower Baumaktionstag am 11. Oktober 2008

Im Mittelpunkt des diesjährigen Baumaktionstags stand die Ystader Straße. Und das Internet. Denn neben der Pflanzung von elf Straßenbäumen gehörte die Vorstellung einer interaktiven Baumkarte zum Programm.

Spenden von Bürgern haben es möglich gemacht, die Bäume zu beschaffen. Die Bürger waren es nun auch, die Apfeldorn, Spitzahorn, Weißdorn und Winterlinde in den Boden brachten. Daran anschließend werden sie sich um deren Gedeihen kümmern. Ein Ansatz, der inzwischen berlinweit als „Pankower Weg“ bekannt ist. Dahinter stehen mit Rat und Tat die Initiative B.I.R.D.S. aus der Genossenschaft „Bremer Höhe“, die Grüne Liga Berlin, der Bürgerverein Gleimviertel sowie der B.U.N.D. Berlin. Besonders engagierte Unterstützung kommt zudem von den Pankower Bündnisgrünen.

SägearbeitenMit angepackt am 11.10. haben übrigens die Pankower Stadträte Jens Holger Kirchner (Bündnis90 / Die Grünen) und Michail Nelken (Die Linke), Burkhard Kleinert (Vorsteher der Bezirksverordnetenversammlung Pankow; Die Linke) sowie ebenfalls vom Bündnis90 Volker Ratzmann, Fraktionsvorsitzender im Berliner Abgeordnetenhaus, Stefan Gelbhaar, Berliner Landesvorsitzender und Bundesvorstand Malte Spitz.

Interaktive Baumkarte

Die Pflanzung wurde ergänzt durch die Errichtung einer um einen der Bäume herum konstruierten Bank. Interessierte und Beteiligte lernten an diesem Tag nicht nur etwas über das Pflanzen, sondern auch über die Pflege von Straßenbäumen. Gerade zu Beginn, wenn die Kronen noch nicht voll ausgebildet sind, brauchen die Setzlinge viel Zuwendung, damit sie gesund und kräftig heranwachsen können.Vorstellung der Baumaktionskarte

Zweiter Höhepunkt des Aktionstags war die Vorstellung einer „Aktionskarte Stadtgrün Pankow“. Auf ihr kann man verfolgen, wo gefällt und wo gepflanzt wird. Jeder kann sich selbst mit Baumeinträgen und dazu gehörigen Fotos an der Erstellung der Karte beteiligen. So werden nach und nach die Straßenbäume in Pankow kartografiert und alle Veränderungen sichtbar gemacht.

Staatsgeheimnis Straßenbaum

Eigentlich gibt es bereits eine Baumkarte, das bezirkliche Baumkataster, doch ist sie nicht jedermann zugänglich. Pankow’s Bürgermeister Matthias Köhne begründet das u.a. so: „Informationen über die Entwicklung eines Baumes, durchgeführte Untersuchungen oder festgelegte Maßnahmen, könnten aufgrund fehlenden Fachwissens falsch interpretiert werden.“ Transparenz sieht anders aus.Pressebrunch

Wo es schwer ist, an Informationen überhaupt heranzukommen, ist ein „anständiger Kommunikationsprozess“ nicht möglich, sagte Stefanie Remlinger, Fraktionsvorsitzende von Bündnis90 in der Bezirksverordnetenversammlung Pankow, auf der Veranstaltung. Sie forderte darüber hinaus die Aufnahme der von den Bürgern gepflanzten Bäume in das Baumkataster, was der Bezirk bisher ablehnt.

Mit ihrem Einsatz zeigen die Anwohner, dass ihnen ein nachhaltig begrüntes und gesundes Wohnumfeld ein unverzichtbares Anliegen ist. Zugleich fordern sie Bezirkspolitik und -verwaltung auf, der Vernachlässigung des Stadtgrüns ein Ende zu setzen.

Mario Rieger, 14.10.2008

Zum Thema:

Ein deutliches Zeichen pro Stadtgrün: Presseerklärung der Bürgerinitiativen zum Pankower Baumaktionstag 2008

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Baum-Pflanzaktion am 11.10.2008

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