Viele kleine Schritte gegen die Schutzlosigkeit

Warum am Falkplatz jetzt ein Ginkgo-Baum wächst

In letzter Zeit sind viele Bäume gefällt worden. Ich trauere um jeden. Besonders wenn er sinnlos weichen musste, ob aus Profitwahn oder wegen falscher Prioritäten! Doch ich kann auch einen Zuwachs melden: Seit dem 29. April 2008 haben wir auf dem Falkplatz einen StoppAtom – Baum, ein Ginkgo.

Die Diskussion, welche Baumart die geeignetste wäre, war lang und schwierig zu führen. Denn es waren zum Zeitpunkt der Entscheidung noch nicht alle im Bunde miteinander bekannt. Schließlich hat Frau Koss vom Grünflächenamt Pankow die Waagschale sehr zu Meißeln vor Ort am Ginkgobaum 2Gunsten des ursprünglich geplanten Ginkgos beeinflusst.

Unser Bürgermeister bestand auf einer regierungsunabhängigen Inschrift. Mittlerweile bin ich damit einverstanden. Wir versprechen darin, niemals mehr Atomsstrom zu beziehen. Denn die Probleme dieser Welt können nur durch viele kleine, aber verantwortungsbewusste Schritte bearbeitet werden.

Trügerische Wiesen

Im alltäglichen Leben mag oft kaum einer an unsere Schutzlosigkeit denken, wenn die „friedliche“ Atomtechnik havariert. Gar nicht zu reden von den Verheerungen atomarer Bomben. Deswegen wollen wir mit dem Baum ein Mahnzeichen setzen.

Im Moment versucht die Atomlobby, ihre Anlagen zur Rettung vor der Klimakatastrophe zu erklären. Sie wirbt dafür mit grünen Wiesen und süßen Babys. Natürlich! Sie lässt Politiker mit sinkenden Energiekosten locken. Das ist unlauterer Wettbewerb.

Haben Sie einmal das große Leid der Menschen gesehen, die von der Tschernobyl-Explosion betroffen waren und sind? Wissen Sie, wie weit der nächste Atomreaktor von Ihnen entfernt ist und in welcher Windrichtung Sie zu ihm leben? Eigentlich sehr wichtige Fragen. Denn Radioaktivität können Sie nicht mit Ihren eigenen Sinnen wahrnehmen. Und unbemerkt zunächst, nach einiger Zeit, treten dann Fälle von Leukämie oder Unfruchtbarkeit in der Umgegend auf. Übrigens hat die WHO („Weltgesundheitsorganisation“) die zugelassenen Höchstwerte für den Austritt radioaktiver Stoffe bei Atomkraftwerken nach der „Wirtschaftlichkeit“ der Sicherungskosten festgelegt.

Möchten Sie da noch neben einem Atomreaktor wohnen? Vermutlich nicht. Sogar ein dort beschäftigter Bewohner unseres Kiezes möchte dies lieber doch nicht. Das zumindest gab er zu, nachdem er uns die bekannten Halbwahrheiten und auch Lügen über die Atomtechnologie mal wieder aufgetischt hatte.

Ich bin jedenfalls heilfroh, dass ich hier bei uns und in meinem Freundeskreis so viele Leute fand, die mitgemacht haben. Dreihundert Euro für den Baum sowie die Kosten für die Sandsteinplatten sind zusammengekommen. Fünfzehn Unterstützer haben das folgende Bekenntnis unterzeichnet:

„Eines der wenigen Wesen, das die Atombombe auf Hiroshima überlebte, war ein Ginkgobaum. Er schaffte es, wieder auszutreiben. Wir übernehmen Verantwortung für uns und die Erde und kaufen nie wieder Atomstrom.“

Und nun, da die Steine am 31. August 2008 feierlich in die Erde am StoppAtom-Ginkgobaum  gelegt worden sind, rütteln wir vielleicht Einige noch vor der nächsten Bundestagswahl auf, die weiter an die Sicherheit der Atomkraft glauben.

Heike Maaz, email hidden; JavaScript is required

Foto: Vor Ort – Heike Maaz, li

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Der Ginkgo am Falkplatz – Mahnung und Denkanstoß

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