Die Büro-Platte wird abgerissen und mit „Livingstone“ kommt statt seiner ein weiterer Wohnungsneubau in die Kopenhagener Straße. Ein zurückhaltend elegantes Wohnhaus des gehobenen Standards heißt es vielversprechend im Steckbrief zur Vermarktung der 41 Eigentumswohnungen. Diese sind zwischen 50 und fast 200 qm groß. Die Wohnungspreise von 339.900 € – 1.929.900 € (!) dürften wohl nur für Viel-Besser-Verdiener erschwinglich sein. Bis 2 Millionen € für eine große Eigentumswohnung im Gleimviertel ! Boah, mano unser Kiez ist Spitze. Völlig unverständlich ist, dass die Vermarkter nicht mit der Schule und dem Bolzplatz auf den Nachbargrundstücken werben.

Das Bürogebäude gehörte zum BEWAG-Komplex des Umspannwerks Humboldt. 2007 hatte es Vattenfall an einen kanadisch – us-amerikanisches Unternehmerkonsortium für 7 Mio. € verkauft. Dieses hat das denkmalgeschützte Umspannwerk 2015 für 22 Mio. € weiterverkauft, nachdem es den Anbau, die Büroplatte, für 3,8 Mio. € an die Münchner H-Group verkauft hatte.

Die Idee, die Platte zu erhalten und dort preiswerte Atelierwohnungen für Künstler einzubauen, die im Prenzlauer Berg ihre Arbeitsräume und Wohnungen verlieren, war halt doch sehr aus der Zeit gefallen. Berlin braucht viele neue Wohnungen, denn die zahlungskräftige Nachfrage aus aller Welt ist riesig. Eine Wertsteigerung 368 % in 8 Jahren ist ein Superdeal. Berlin im Betongoldrausch. Nebenwirkung – die Stadt als Lebensraum, als Nachbarschaft, als Kiez droht unter die Räder zu kommen.

Wir werden die neuen Mitbewohner aus dem Livingstone zu „Nachbarsbraten“ in der Kopernhagener einladen, oder?

  Cant 14.05.18

 

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Livingstone – ein Hauch von Luxus-Wohnen im Kiez