Mehr Licht für gesperrten Fußweg

Nach dem zwischen Flutung und Wiedereröffnung des Gleimtunnels im Jahre 2016 mehrere Monate verstrichen und die Wieder-Öffnung im Januar 2017 zur Bürokratie-Posse geriet, ist der Gleimtunnel seit mehren Monaten wieder teilweise gesperrt. Erst wurde der frisch errichtete kleine Kreisverkehr vor dem Tunnel auf Weddinger Seite teilweise gesperrt und dann der südliche Gehweg auf ganzer länge durch den Tunnel.

  

Wer dachte, dass nunmehr die lange angekündigte Sanierungsarbeiten an den Tunnelwänden (Widerlager der Brückenbauwerks) beginnen würden, wie es im Mauerparkvertrag von 2012 vereinbart worden war, hatte sich geirrt. Es passierte einfach seit Monaten gar nichts.

Gleimtunnel ist jetzt ganz Pankower – nicht ganz?

Nach jahrelanger Debatte wurde im Februar 2017 endlich die Bezirksgrenze zwischen den Bezirken Mitte und Pankow zwischen der Bernauer Straße und der Gleimstraße (ehemaliger Güterbahnhof der Nordbahn) nach Westen verschoben, so dass der ganze Mauerpark zukünftig zum Bezirk Pankow gehört. Damit ging auch der ganze Gleimtunnel in die Zuständigkeit des Bezirks Pankow über.

„Allerdings“ ist der Vollzug des Grenzübertritts des Gleimtunnels offen sichtlich ins Stolpern geraten.Diesen Eindruck vermittelt die Antwort des Staatssekretärs Tildow (SenUVK) auf eine Anfrage des Abgeordneten M. Nelken über die Gründe für teilweise neuerliche Sperrung des Kreisverkehrs und des Gleimtunnels:

„Allerdings hat sich das BA Mitte noch vor der Übertragung verpflichtet, für die südwestliche Pendelstütze des Brückenbauwerkes einen von der Straßenverkehrsbehörde geforderten Anprallschutz zu errichten. Die Verkehrsfreigabe des Gleimtunnels im Januar 2017 erfolgte unter der straßenverkehrs-behördlichen Anordnung, dass der für die südwestliche Pendelstütze des Brückenbauwerkes erforder-liche Anprallschutz mit dem entsprechenden Sicherheitsabstand zum Fahrbahnrand (gem. AV Geh- und Radwege mindestens 0,50 m) ausgeführt werden muss.“1

Unklar bleibt, ob „vor“ temporal oder „kausal“ sein soll. In jedem Fall ist das BA Mitte offensichtlich für die Teil-Sperrung des Kreisels zuständig und verantwortlich. Allerdings hat das BA Mitte merkwürdige Vorstellungen von Zeit und Raum:

„Der erforderliche Sicherheitsabstand wird seit Verkehrsfreigabe durch eine temporäre Fahrbahn-markierung gewährleistet. Derzeit sind für die Herstellung des Anprallschutzes Fundamentarbeiten vorgesehen, in deren Vorfeld noch Leitungsumverlegungen erfolgen müssen.“1

 

Die mächtige dreidimensionalen Fahrbahnmarkierung ist wuchtig geraten und die „Derzeit“ des BA Mitte ist nun auch schon einige Monate alt. Zu einem Endtermin äußert man sich lieber nicht. Vielleicht will man ja diesen massiven Schutzwall auch solange bestehen lassen, wie die tonnenschweren Baufahrzeuge auf das Groth-Baufeld einbiegen.

Licht am Ende im Tunnel?

Auf die Frage der südlichen Gehweg im Tunnel auf ganzer Länge auch noch gesperrt wurde, wissen Senat und BA Mitte offenbar keine Antwort. Ist ja auch Pankow zuständig. Das dortige BA hat man anscheinend nicht gefragt. Aber eines war dem Senat wichtig festzuhalten, dass sich Berlin im Mauerpark nicht zur Sanierung des Gleimtunnels verpflichtet habe, sondern nur dazu die Deutsche Bahn AG zu veranlassen derartiges zu tun. Aber leider:

„Aufgrund ungeklärter Zuständigkeiten zwischen der Deutschen Bahn AG, der CA Immo Deutschland und dem Land Berlin wurde bisher nur die Beleuchtung erneuert. Voraussichtlich bis zum Jahresende werden auch die Gehwege des Gleimtunnels gem. dem Stand der Technik beleuchtet sein.“1

Darüber dass dann wenigsten der gesperrte südliche Gehweg gut beleuchtet sein wird, will keine rechte Freude aufkommen. Das Zuständigkeits-Hickhack zwischen dem Land Berlin und der Deutschen Bahn geht jetzt schon über bald 25 Jahre. 1994/95 waren 10 Mio. DM für eine Sanierung des Gleimtunnel im Berliner Haushalt vorgesehen. Allerdings wurde das Geld nicht ausgegeben, weil Berlin auf einer Kostenbeteiligung der DB AG bestand.

Seit einem Vierteljahrhundert wird ein Baudenkmal durch Nichtstun staatlicher Stellen systematisch zerstört. Um so die immer wieder kolportierten Abrisspläne doch noch zu verwirklichen?

Cant|07.12.17

 

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Gleimtunnel – Trauerspiel | Staffel X