Hand in Hand

Die Weigerung der Degewo, Groth eine Teilfläche ihres Grundstücks Graun- Ecke Gleimstraße zu verkaufen, um die Erschließungsstraße für die neue von Geisel und Genossen beförderte Groth-Wohnanlage nördlich des Gleimtunnels zu sichern, fand seinerzeit allgemeine Anerkennung. Man wolle keinen Beitrag dazu leisten, so Degewo-Vertreter, die Wohnqualität in unseren Häusern an der Graunstraße zu verschlechtern.

Nunmehr lässt ein Grundstückstausch zwischen der Degewo und der Groth-Gruppe an diesem Ort auch eine andere Interpretation des Vorgehens der Degewo zu:

Die Wohnqualität unserer Bestände mindern wir selbst und zu unserem Profit. Die Degewo plant nämlich nunmehr einen eigenen Neubau mit ca. 50 Wohnungen auf ihrem Grundstück an der Erschließungsstraße des Grothschen Wohngebiets. Das geht aus einer Begründung für diesen Grundstückdeal mit Groth hervor, über den die Finanzverwaltung auf Nachfrage der Linksfraktion dem Hauptausschuss des Abgeordnetenhauses mit Schreiben vom 16.03.2016 berichtete.*

Die Erschließung dieses neuen Hauses soll über die Erschließungsstraße für die Groth-Wohnanlage erfolgen, für die ein Teil der Stützwände des Gleimtunnel abgerissen wurde. Die Belange des Denkmalschutz lässt Senator Geisel bei Investoreninteressen gerne zurücktreten, – wie am Magnus-Haus und der Friedrichwerderschen Kirche so auch am Gleimtunnel. Eine Win-Win-Situation, die Degewo baut in attraktiver Lage neue Wohnungen, die sie hochpreisig vermieten kann.

Groth freut es, dass die Degewo dafür zwei Freizeitsportanlagen (Bolzplätze) liquidiert, weil er so ein potenzielles Lärm-Ärgernis los wird, das die Verwertbarkeit seiner Eigentumswohnungen u.U. belasten könnte. Zudem wird Groth die Degewo vermutlich an den Erstellungskosten für die Erschließungsstraße beteiligen können.

Die einige Degewo-Mieter haben von diesem Bauvorhaben auf den Bolzplätzen ihrer Wohnanlage nur zufällig von Arbeitern auf dem Gelände erfahren. Was aus der Tiefgarage unter dem Hof wird, konnten diese ihnen nicht sagen.

Die Senatsverwaltung für Finanzen teilt in Ihrem Bericht mit, dass zur Realisierung des Vorhabens eine ganze Reihe von Befreiungen von baurechtlichen Vorschriften erforderlich sei. Aber da wird  Senator Geisel – wie schon im Fall am Leipziger Platz – im Notfall einspringen und dies anweisen, wenn das Stadtplanungsamt Mitte dazu nicht bereit sollte. Wenn städtebauliche Qualität hinter Investoreninteressen zurücksteht, da kann man – so denken Degewo und Senat offenbar – auch noch ein wenig Unheil draufpacken.

*Siehe: http://www.gleimviertel.de/wp-content/uploads/2016/09/Degewo_baut_MP-Nord-1.pdf

Sowie: http://www.gleimviertel.de/wp-content/uploads/2016/09/Degewo_baut_MP-Nord.pdf

25.09.2016 | Michail Nelken

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Degewo baut mit Groth am Mauerpark

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