Brennpunkt Gleimtunnel

Für die Anwohner der Häuser im Osten des Gleimtunnels war es sicher eine gute Nachricht, dass der Tunnel nach der Überschwemmung Ende Juli wohl bis zum Jahresende für den Fahrzeugverkehr geschlossen bleibt. Nördlich davon ist man davon nicht so begeistert. …

Das betrifft vor allem das DEGEWO Haus am Gleimtunnel, vor dem die Bagger die neue Auffahrt zum Groth-Wohngebiet mit inkludiertem Kreisverkehr freibaggern. Der Abriss eines Teils der Stützwand ist bestimmt auch nicht geräuschlos geblieben.

Dann wird der Ball aber irgendwann im nächsten Jahr oder später an die Anwohner im Prenzlauer Berg zurückgespielt. Dann entstehen hier 2 Baugruben für den Stauraumkanal zwischen der Bernauer Straße und der Gleimstraße entlang der Schwedter Straße unter dem Mauerpark, der vor den Häusern Gleimstraße 60/61 in die Kanalisation der Gleimstraße entwässert. Die wird entsprechend ausgebaut. Es wird wieder Teilsperrungen geben.

Apropos Kanalisation Gleimstraße. War da nicht mal was?

Genau! Nach dem Mauerbau im August 1961 waren die Fluchtwege von Ost nach West weitgehend verschlossen. Dokumentiert und filmisch erschlossen ist ein Fluchtweg durch die Kanalisation der Gleimstraße. Der Einstieg erfolgte in der Stargarder Straße nördlich der Schönhauser Allee. Das ist rund einen Kilometer entfernt.

Unter dem sinnigen Titel „Reisebüro“ hatten Westberliner Studenten diese Route ausgekundschaftet. Bis zu ihrer Entdeckung wurde sie kommerzialisiert. Anfangs behinderte ein Gitter unter dem Geimtunnel die Flüchtigen, später wurde eine Mauer eingezogen.

So gesehen leben wir doch in goldenen Zeiten, oder?

siehe auch: http://www.gleimviertel.de/archives/28668

Hartmut Dold

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