Freie Fahrt für Investoren – die Verwaltung tritt auf der Stelle

Im Zuge der Errichtung einer Zufahrtsstraße von der Gleimstraße zum neuen Baugebiet nördlich des Gleimtunnels hat der Investor Teile der nord- westlichen Klinkerwand des Tunnels abgerissen und damit den unter Denkmalschutz stehenden Tunnel beschädigt. Das scheint aber keinen weiter zu kratzen.

Wir hatten das nach Bekanntgabe eines Gutachtens bereits im April 2014 vorausgesagt. Dort war ein Abriss der 11 Meter langen Widerlagernordwand des Gleimtunnels vorgeschlagen worden – vorbehaltlich denkmalpflegerischer Auflagen.

Die scheint es aber offensichtlich nicht gegeben haben. Aber auch dafür hatten die Veranstalteter des Deals schon vorgesorgt. Im Mauerparkvertrag vom September 2012 heißt es In Kapitel III/Teil C/§ 4.3:
Regelungen zum Gleimtunnel
(…)
(3) Die Vertragsparteien gehen weiterhin davon aus, dass im B-Planverfahren frühzeitig zu prüfen sein wird, wie eine städtebaulich angemessene und ausreichend leistungsfähige Erschließung der WA-Fläche gem. Teil B § 5 Abs. 1 von der Gleimstraße gesichert werden kann.

Sollte ein Eingriff in das Denkmal Gleimtunnel aus Sicht der Erschießungsplanung erforderlich sein, werden die Vertragsparteien gemeinsam den Eigentümer des Gleimtunnels bei der Stellung der erforderlichen Anträge für Maßnahmen zur Herstellung der geplanten Erschließung sowie sonstiger im Bebauungsplan festgesetzter oder im Erschließungsvertrag vereinbarter Vorhaben unterstützen.

Dafür ist man bezüglich der Eigentümerschaft des Gleimtunnels lieber vage geblieben. Das rächt sich jetzt bei der Frage der Zuständigkeit für die Sanierung des Tunnels und der Kosten. Die Immo AG lehnt ab, schließt aber kurioserweise mit der Groth-Gruppe laut Staatssekretär Gaebler/Senstadt eine Vereinbarung über die Überfahrt des Gleimtunnels durch tonnenschwere Baufahrzeuge.

Aber es gibt wohl noch mehr Ungereimtheiten. So befindet sich der „Erweiterungsteil“ des Mauerparks noch immer nicht im Eigentum Berlins und auch bezüglich der Gewerbe an der Bernauerstraße rührt sich wenig. Dies geht aus einer Information des Bezirksamtes Pankow an die BVV hervor.

siehe auch: http://www.gleimviertel.de/wp-content/uploads/2016/09/S17-18926.pdf

Hartmut Dold

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Eingriff in das Denkmal Gleimtunnel

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