Zum neuen Zivilschutzprojekt des BIM

Morgen soll das neue Konzept zur zivilen Verteidigung vorgestellt werden. Vorab hat es schon die Gemüter erhitzt. Warum jetzt? Ist es Panikmache vom Ministerium für Verunsicherung oder eine längst überfällige Maßnahme? Soll ich jetzt ein Sixpack Wasser kaufen und mir vorsichtshalber Schwimmringe zulegen?

Man könnte darüber lachen, wenn es nicht so ernst wäre. Selbst in meinem Friseursalon, den ich heute im Gleimviertel besucht habe, war das das Gesprächsthema.

In dem Entwurf heißt es laut FAZ, „dass ein Angriff auf das Territorium Deutschlands, der eine konventionelle Landesverteidigung erfordert, unwahrscheinlich“ sei. Dennoch sei es nötig, sich „auf eine solche, für die Zukunft nicht grundsätzlich auszuschließende existenzbedrohende Entwicklung angemessen vorzubereiten“. „Hybride Konflikte“, bei denen ein Gegner Computerviren oder Sabotage einsetzt, würden derzeit aber als größere Gefahr gelten.

Angeblich steht das Zivilschutzkonzept nicht im Zusammengang mit den behaupteten oder wirklichen islamistischen Anschlägen in letzter Zeit. Warum dann jetzt, wo doch bereits 2012 der Haushaltsausschuss des Bundestags den Auftrag gab.

Unter anderem werden die Bürger aufgerufen, „einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen“ anzulegen.

Will jetzt das Innenministerium auch noch zu Hamsterkäufen raten? Laut einem Satiremagazin sind die Hamster inzwischen ausverkauft. Den Nachbestellungen kommt man kaum noch nach.

Welche Empfehlungen gibt es schon jetzt?

Pro Person sollten demnach 28 Liter Getränke eingelagert werden. Die empfohlene Lebensmittelliste pro Person setzt sich aus folgenden Nahrungsmittelgruppen und Mengenangaben zusammen:

  • Getreide, Getreideprodukte, Brot, Kartoffeln, Nudeln und Reis (zusammengenommen 4,9 Kilo),
  • Gemüse und Hülsenfrüchte (am besten eingekocht oder Konserven, 5,6 Kilo)
  • Milch und Milchprodukte (3,7 Kilo)
  • Obst und Nüsse (3,6 Kilo)
  • Fisch, Fleisch, Eier oder länger haltbares Volleipulver (2,1 Kilo)
  • Fette und Öle 0,5 Kilo.
  • Andere Dinge wie Zucker, Süßstoff, Honig, Marmelade, Mehl oder Ravioli sollen „nach Belieben“ eingelagert werden.

Ravioli??? Ach so, das sind Nudeln. Den Begriff für Teigwaren kannte ich über 30 Jahre nicht. Muss jetzt ein Einkaufsführer West – Ost her oder beseitigt das neue Konzept mögliche Verständigungsschwierigkeiten?

Mal im Ernst. Ich weiß nicht, zu welchen Einkaufswageneinschätzungen und Gefahrenlagen das neue Konzept am 24. August 2016 kommt. Warten wir mal ab und vertrauen auf den gesunden Menschenverstand oder auf verklausolierten Schwachsinn?

Flächendeckender Stromausfall, das Hacken von kommunalen Versorgern – diese Möglichkeiten sind gegeben. Aber dagegen kämpft man doch im Geheimen und mit den teuerst bezahlten Diensten, oder wozu braucht und bezahlt man die?

Zivilschutz für Naturkatastrophen ist absolut o.k. Aber wozu jetzt die militärische Komponente?

siehe: http://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Downloads/BBK/DE/Publikationen/Broschueren_Flyer/Buergerinformationen_A4/Checkliste_Ratgeber.pdf?__blob=publicationFile

Hartmut Dold

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Hamsterkäufe inklusive – Kommentar

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