Bizarre Wahlkamfplakate

Seit einer Woche hängen sie wieder an unschuldigen Laternenmasten und übervollen Verkehrsschildern, die meist geschönten Portraits der Kandidatinne und Kandidaten für die Abgeordnetenhauswahlen am 18. September 2016. Daneben gibt es weitgehend sinnfreie Werbung für die eine oder andere politische Partei. …

Besonders aufgefallen ist mir folgendes Plakat: Auf der Vorderseite heißt es: „Berlin bleibt schlau“, auf der Rückseite: „Berlin bleibt bezahlbar“. Verantwortlich dafür zeigt sich ein gewisser Müller. Der Müller? Ja, der, der als Parteivorsitzender und Regierender Bürgermeister seit Jahren dafür Mitverantwortung trägt, dass Bildungsnotstand und Wohnungsnot in Berlin herrschen. Man muss schon eine gewisse Unverfrorenheit besitzen um dies positiv umdeuten zu wollen. 2500 neue Lehrer, 100.000 neue und auch noch bezahlbare Wohnungen. Es fehlen bloß noch die 100.000 neuen Arbeitsplätze und Tausende neue Lehrstellen. Die üblichen Wahlversprechen eben.

Soviel ich weiß liegt Berlin im Bildungsranking der Bundesländer nicht auf den vorderen Plätzen. Wieso soll es dann schlau bleiben wenn es vorher eher dumm war? Kann eine Stadt überhaupt schlau sein und was hat die SPD dafür getan? Und in welchen Zeitrahmen will die Partei die 100.000 bezahlbaren städtischen Wohnungen eigentlich bauen? Und was heißt denn bezahlbar, mehr als 10 Euro Netto/kalt?

Was rege ich mich eigentlich auf? Es ist doch nur Wahlpropaganda bezahlt vom Steuerzahler über die Parteienfinanzierung. Alle verzapfen ähnlichen Blödsinn. Zum Beispiel die Piraten, die den Jobcentern „auf die Finger schauen wollen“, wenn sie dazu noch Gelegenheit haben.

Hoffentlich kommt dieser Umweltmüll bald weg. Einige Plakate hängen sowieso zu tief.

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Kommentar

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