Senator Geisel und Seilschaften erfüllen Investorenwünsche

Groß ist die mediale Aufregung, weil Senator Geisel gegen den Bescheid des zuständigen Stadtentwicklungsamtes Mitte einen Investor von der im Bebauungsplan festgesetzten Verpflichtung am Leipziger Platz anteilig Wohnungen zu bauen, befreit hat. Der daraus resultierende Extraprofit dürfte in die Million gehen….

Der aufregende Beigeschmack: Der Investor wird von Geisels Parteigenossen Ex-Senator Peter Strieder „beraten“. Das Beraterhonorar dürfte sich damit rentiert haben.

Senator Geisel weist alle Verdächtigungen, wie schon in der Parteispendenaffäre Groth, empört zurück und fragt die Kritiker, warum sie den Bau von „verlärmten Luxuswohnungen“ einfordern würden. Da stellt sich allerdings die Frage, warum Geisel am Thälmannpark Baurecht für hunderte „verlärmte“ Eigentumswohnungen gegen alle städtebauliche Vernunft und breiten Widerstand (hier unterstützt von Baustadtrat Kirchner (B90/Grüne) durchdrücken will.

Gerüchte besagen, dass er dem Bezirk Pankow nur noch bis Jahresende Zeit geben würde, den entsprechenden Aufstellungsbeschluss für einen Bebauungsplan zu Gunsten des Investors zu fassen. Danach wolle er das Verfahren wie schon am Mauerpark an sich ziehen. Denn Stillstand mag der dynamische Investorenfreund überhaupt nicht, der sicher als Consultant im Bereich Public Services der Unternehmensberatung „Price Waterhouse“ manches über das Zusammenwirken von Politik und Privatwirtschaft gelernt hat. Vielleicht haben Gerome und die Sanus AG  ja auch einen „vertrauten“ Berater-Genossen als Genehmigungsbeschleuniger angeheuert?

Am Mauerpark ist Geisel ja noch ein Schritt weitergegangen. Da hat er nicht nur das Baurecht für die Groth-Gruppe durchgedrückt, sondern zu dem noch eine bewohnte Lärmschutzwand aus Sozialwohnungen spendiert, damit die Grothschen Eigentumswohnungen gegen den Lärm der Ringbahn und des Nordkreuzes abgeschirmt werden. Groth hätte wohl auch ohne Hilfe von Ex-Seantor Strieder ein solch großzügiges Entgegenkommen seitens des Senators Geisel hinbekommen. Aber dafür vergisst Klaus Groth Senator Geisel und seine SPD auch nicht, wenn er in Spendenlaune ist. Man weiß ja nie.

Wie wäre es mit „Gleichbehandlung“? Keine verlärmten Eigentumswohnungen nirgendwo. Besser noch: Sozialwohnungen mit preiswerten Mieten überall mit Augenmaß und städtebaulicher Vernunft statt Eigentumswohnungen nach Marktlage, ob verlärmt oder nicht.

Michail Nelken / BV Gleimviertel

Please follow and like us:
Verlärmte Eigentumswohnungen – dort nicht, aber hier?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.