Neues vom Mauerpark

Grillen auf öffentlichen Grünflächen ist in Berlin ein heißes Thema. Mache Stadtbezirke verweigern sich komplett, andere sind konzilianter. Jetzt durfte die Boulevard-Presse einen schon seit 3 Jahren virulenten Plan von Stadtrat Kirchner bezüglich des Grillens im Mauerpark vorstellen. Insider kennen ihn seit 2013.

Obwohl erst ein kleiner Teil der Fläche südlich des Gleimtunnels freigegeben und der Rest unter Planungsvorbehalt des Senats steht, werden dazu munter Pläne gemacht.
Unseres Wissens ist auch der Gebietsaustausch zwischen Pankow und Mitte nach erfolgter Zustimmung beider BVV vom Senat noch nicht bestätigt. Das ist aber die Grundlage, denn Mitte verbietet das Grillen auf öffentlichen Grünanlagen.

Stadtrat Kirchner (Grüne), möchte die Freiflächen im erweiterten Mauerpark künftig mit zwölf überdachten Grill-Pavillons ausstatten. Die Freunde des Mauerparks befürworten diese Lösung.

Angeblich hat Kirchner seine Idee aus einem Dänemark Urlaub mitgebracht. Da spricht nichts dagegen. Mit einem Beton-Sockel oder von einer Mauer umrandet sollen die Stationen sein. Darüber ein Dach, daneben eine feuersichere Mülltonne. Auch Grill-Roste sollen den Park-Besuchern zur Verfügung stehen.

Eine Idee ist ja nicht darum schlecht, wenn sie geklaut und adaptiert ist. Aber es gibt mindestens 2 Probleme:
Die Kosten für die Müll- und Aschebeseitigung und der Widerstand der „freien Griller“.

Bereits seinerzeit hatte sich die Pankower SPD zu Wort gemeldet. In einem Beitrag auf der Webseite der Abteilung Falkplatz-Arnimplatz beschäftigt sich der Beisitzer des Abteilungsvorstands, Markus J.Roik, mit dem Thema.

Er verwahrt sich gegen jede Einschränkung des freien Grillens. In einer Spitze gegen Kirchner formuliert er, dass man ja nicht erst nach Dänemark fahren müsse, um feste Grillplätze zu besichtigen und zu empfehlen. Hannover hätte auch schon gereicht, das hätte man auch googeln können. Hannover, ausgerechnet, für Roik ein Sinnbild für bürgerliche Spießigkeit. Denn darum geht es ihm. Freiraum oder Einengung.

Damit stellt er die richtige Frage, wenn auch aus einer ganz spezifischen Sicht. Die Frage lautet: Für wen und wozu wollen wir einen größeren oder den ganzen Mauerpark. Ihm geht es um mehr sozialen Freiraum, um kostengünstige Freizeitbeschaffung-und Gestaltung für alle.

Das alte Problem. Wie viel Ordnung muss sein und wie viel Freiraum ist möglich. Und: Was kostet uns das Ganze.

Dazu würde mich die Haltung aller in der BVV Pankow vertretenen Parteien interessieren.

P.S. Die Grillstationen sollen ab 2018 eingerichtet werden. Wer weiss dann schon wer welcher Stadtrat oder Bürgermeister in Pankow ist.

Hartmut Dold

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Grillen im Kopf?

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