Weitere Verkehrseinschränkungen auf der Bösebrücke

Ab 19.03.2016 wird der Straßenbahnverkehr der Linien M 13 und TRAM 50 über die Bösebrücke gesperrt. Der Grund ist der Neubau des Gleiskörpers. Die Wiederinbetriebnahme des Verkehrs durch die BVG ist für den 27.06.2016 vorgesehen.

Die Maßnahmen sind Teil einer umfassenden Sanierung der Brücke, die durch Korrosionsschäden und einer zu starken Belastung notwendig wurde. „Die Zielsetzung, durch die Leichterung der Betonlast der erhöhten Beanspruchung der Brücke entgegenzuwirken, konnte im 1.Bauabschnitt erfolgreich umgesetzt werden“, teilt der Senat in einer Presseerklärung vom 15. März 2016 mit.

Die BVB informiert über örtlichen Aushänge über den Schienenersatzverkehr über die Bösebrücke.

Die bestehenden Umleitungsstrecken, die Führung der Fußgänger und Radfahrer und die Anbindungen an den S-Bahnhof Bornholmer Straße sind von dieser Verkehrsumstellung grundsätzlich nicht betroffen.

„Parallel dazu werden weitere Instandsetzungsmaßnahmen im südlichen Fahrbahn- und Gehwegbereich auf der Bösebrücke durchgeführt. Insgesamt wird diese Verkehrsführung bis voraussichtlich 18.07.2016 andauern. Anschließend wird planmäßig in den 2.Bauabschnitt auf der nördlichen Brückenhälfte gewechselt“, wird weiter mitgeteilt.

Es geht also nur Schritt für Schritt voran. Die betroffenen Verkehrsteilnehmer müssen sich auf weiter Einschränkungen einrichten. Immer noch besser als eine Totalsperrung.

kleine Geschichtslektion

Dass die Brücke immer noch Bösebrücke heißt ist bemerkenswert. Im gemeinen Sprachgebrauch wird sie als Bornholmer Brücke bezeichnet. Bekannt durch die vom Volk der DDR erzwugene Grenzöffnung im November 1989. Früher hieß sie Hindenburgbrücke.

Wilhelm Böse war ein von Nazis 1944  hingerichteten kommunistischen Widerstandskämpfer.

Böse sebst stand an der Bornholmer Brücke und sammelte für die Rote Fahne, dem Parteiorgan der KPD und für Spenden für inhaftierte Antifaschisten. Nach ersten Weltkrieg als Soldat und Rückkehr aus russischer Gefangenschaft wurde er Mitglied und Funktionär der KPD im Prenzlauer Berg. 1934 wurde er verhaftet und saß 2 Jahre im Zuchthaus ein.

Nach seiner Haft hielt er wieder Kontakt zu seinen Genossen und beteiligte sich am Aufbau der Widerstandsorganisation um Robert Uhrig und John Sieg. Im Februar 1942 wurde er von der Gestapo verhaftet und zwei Jahre lang in Konzentrationslagern inhaftiert. Anschließend kam er ins Gerichtsgefängnis Potsdam. Am 21. Juni 1944 verurteilte ihn der Volksgerichtshof zusammen mit Arthur Sodtke, Johann Pierschke, Walter Strohmann und Hermann Tops zum Tode. Das Urteil wurde im Zuchthaus Brandenburg-Görden im August 1944 vollstreckt.

siehe auch: http://www.gleimviertel.de/archives/17599

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Nebenan

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