Archäologische Sensation im Berliner Süden

Manchmal habe ich wirre Träume. Ich träumte als Mitglied einer außer terrestrischen Delegation aus der Zukunft auf dem Gebiet des ehemaligen Berlins gelandet zu sein. Die Delegation der vernunftbegabten Spezies hatte auch Archäologen an Bord.

Die haben als erstes ein großes Ruinenfeld im Berliner Südosten entdeckt. Eine Tafel mit der Inschrift BER löste ein großes Rätselraten aus. Mir trieb das gleich eine Schamröte ins Gesicht. Ich kann dazu ja einiges an Informationen beitragen. Aber ich schweige lieber.

Dazu muss man wissen, dass ich nicht weiß, wieso ich Mitglied besagter Abordnung geworden bin. War es eine Reinkarnation im buddhistischem Sinne oder eine andere Art von Metamorphose, die bisher unbekannt war? Egal – aus der Zukunft sieht man Vieles klarer.

Die außerirdische Zivilisation hatte sich die Erde schon lange angeschaut. Leider scheiterten die Versuche zur Kontaktaufnahme an technischen Problemen. Als diese gelöst waren, sah man, dass die Zivilisation auf der Erde in Konflikte steckte, in die man sich nicht einmischen wollte.

Jetzt, nachdem alles ausgelöscht ist, bleibt nur archäologische Spurensuche.

Neben dem Gräberfeld mit der skurrilen BER-Tafel, wurden auch andere Ruinen entdeckt. In der Mitte Berlins beispielsweise.

Die außer terrestrische Zivilisation hatte schon lange hochauflösende Satellitenkarten. Deshalb war ihnen die Teilung Berlins, die Grenzziehung und der Mauerstreifen bekannt, obwohl sie es sozial-poltisch nicht einschätzen konnten.

Warum nach der beobachteten Beseitigung der Grenzanlagen die Brachfläche im nördlichen Teil des Mauerparks wieder bebaut wurde, konnte man sich nicht erklären.

Ich muss hin zusagen, dass hier andere Maßstäbe gelten. Innerstädtische Flächen, die brachliegen werden nicht bebaut. Das ist Gesetz und die historische Erfahrung meiner Gastgeber.

Hinsichtlich dieser Problematik habe ich mich geoutet. Die Mitglieder der Delegation haben jetzt ein besseres Verständnis von Berlin.

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Glosse

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