Die Ursachen der Flüchtlinsgkriege

Gesetzt den Fall: Das US-amerikanische Geschäftsmodell beruhe auf drei Säulen. Finanzherrschaft, militärische Überlegenheit und Erdöl, fakturiert in US-Dollar. Wer dieses Geschäftsmodell in Frage stellt wird … !

In der Regel als Verschwörungstheoretiker, Putinfreund, Antisemit oder Querdenker bezeichnet. Selbstverständlich und ausdrücklich bekennen wir uns nicht zu diesen bemitleidigungswürdigen Menschen. Wir lassen eher Fakten sprechen.

Faktencheck

Um 2010 waren ca. 20.000 Chinesen in Libyen aktiv. Sie bauten eine Bahnverbindung zwischen Tripolis im Westen und Bengasi im Osten an der Küste entlang. Weitere Infrastrukturmaßnahmen waren geplant. Wahrscheinlich war ein Zugriff auf libysches Erdöl das Ziel. Gleichzeitig wurde ein Teil des griechischen Hafen Piräus von den Chinesen gekauft. Das konnte der Westen nicht hinnehmen. Deshalb brach im Februar 2011 ein Bürgerkrieg aus.

Jahrzehntelang war ihnen der lokale Diktator egal. In den Medien wurde er als bizarr dargestellt. Das hinderte den damaligen französischen Präsidenten Sarkozy nicht daran ein Jahr vor der militärischen Intervention dem libyschen Machthaber für rund eine Milliarde Euro ein Atomkraftwerk zu verkaufen und in einem beispiellosen Spektakel Gaddafi sein Beduinenzelt in Paris aufzustellen. Das Ende ist bekannt.

2003, also 7 Jahre früher, traf es Saddam Hussein im Irak im 2. Golfkrieg. Sicher war er ein wahrscheinlich noch widerwärtiger Diktator. Nachgewiesen wurde ein Giftgaseinsatz gegen die Kurden in Halabdscha mit Tausenden von Toten. Allerdings waren die Gründe für den 2. Golfkrieg der USA nachweislich manipuliert. Mit den Folgen wie dem IS und den Flüchtlingsströmen muss die Welt und Deutschland jetzt leben.

Jetzt steht Syrien im Fokus der Weltöffentlichkeit. Der örtliche Diktator heißt bekanntlich Assad. Er entstammt der religiösen Minderheit der Alawiten. Sein Unterdrückungsapparat unterscheidet sich nicht wesentlich von dem Gaddafis oder Husseins.

Allen drei Staaten gemein war eine frühe pseudosozialistische Orientierung. Die Zurückdrängung der Clans und der Aufbau eines zentralen Staatswesens. Inbegriffen ein vorbildliches Gesundheits- und Bildungssystems und religiöse Toleranz.

Vielleicht war ihr Problem die Verfügbarkeit von billigem Erdöl. Eventuell spielen aber noch andere geostrategische Interessen eine Rolle.

Es ist der Bundesregierung anzurechnen, sich an den Irakkriegen und in Libyen nicht direkt beteiligt zu haben. Allerdings wurden im ersten Irakkrieg für 1 Milliarde Dollar Waffen aus NVA Beständen an die Koalition der Willigen billigst abgegeben.

Die Kriege gegen den Irak wurden mit der Chemiewaffenlüge und der infantilen Brutkastenlüge begründet. Alle sind sich inzwischen einig, dass der Auftritt von Powell vor der UNO ein Fake war, er selbst auch.

Der Einsatz von Chemiewaffen gegen die eigene Bevölkerung sollte auch für eine Bombardierung Syriens herhalten. Studien sagen bisher etwas anderes. Weil die Abrüstung der Chemiewaffenbestände durch Intervention Russlands inzwischen erfolgt ist, wurden oppositionelle Kräfte bewaffnet, die inzwischen fast vollständig zu den radikal fundamentalistischen Islamisten gehören.

Entgegen anderer Meinungen, die behaupten, dass die USA das Monster IS direkt und bewusst geschaffen haben, bevorzugen wir die These, dass sie zwar für die Destabilisierung der Region verantwortlich sind, es dann aber durch Unterlassung und Fehleinschätzung versäumt haben, rechtzeitig die 10 Millionen Sunniten im Irak einzubinden. Zu lange haben sie auf Maliki gesetzt. Dann war es zu spät. Deshalb ist der IS in Teilen auch ein Volksaufstand der Sunniten gegen die schiitische Regierung.

Solange die IS Kämpfer in den sunnitischen Stammesgebiete schwimmen wie Fische im Wasser, wird man ihrer mit Bombenangriffen nicht Herr werden. Man muss diesen Sumpf austrocknen. Das ist, was alle nicht ideologisch beeinflussten Nahostexperten sagen.

Leider verfallen einige nach dem schrecklichen und entmenschlichten Attentat in Paris wieder der biblischen Losung: Auge um Auge, Zahn um Zahn. Militärisch kann man das tun. Dann aber nicht allein durch Bombardements.

In Rakka sollen sich mehrere Hunderttausende Flüchtlinge aufhalten. Der IS soll seine Kämpfer instrumentiert haben die Stadt zu verlassen. Wen werden die Bomben treffen?

Es wird keinen Frieden ohne die sunnitischen Iraker geben. Wenn die Stämme in Anbar und die verprellten Offiziere und Kader der alten Baath-Partei irgendwie einbezogen werden können, sei es mit Geld oder sozialer Perspektive, ist es mit den 6000 bis 8000 ausländischen „Fremdenlegionären“ vorbei. Von religiöser Empathie leben die nämlich nicht allein!

Ein bisschen Internet schadet nie.

Hartmut Dold

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Kriege als Geschäfstmodell?

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