Realpolitik beim Kegelabend?

Ritualhaft treffen sich der Pankower Bezirksbürgermeister, Matthias Köhne und sein Amtskollege aus Mitte, Dr. Christian Hanke (beide SPD) diesmal anlässlich des 26-jährigen Jubiläums des Mauerfalls am 9. November am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße. Was ist die Botschaft?

Botschaft

„Das Treffen der beiden Bezirke, deren Bewohner sich vor 26 Jahren erstmals frei begegnen konnten und einen weltpolitischen Wandel auslösten, ist zu einer schönen und wichtigen Tradition geworden. Gerade angesichts der vielen Konflikte in der Welt ist es gut daran zu erinnern, dass Wandlungsprozesse friedlich und vollkommen unvorhersehbar stattfinden können“, so Pankows Bezirksbürgermeister Matthias Köhne. (Pressemitteilung)

Leider erfolgen Wandlungsprozesse oder Regime-Changes gegenwärtig eher unfriedlich oder kriegerisch. Wer ist Schuld daran, was sind die Ursachen der Massenflucht aus dem Nahen Osten oder Afrika? Ab und zu wird diese Frage auch in den Mainstreammedien und im Fernsehen, wenn auch zögerlich, aufgeworfen. Vor klaren Antworten wird sich eher gedrückt.

Da ist die Erinnerungskultur pflegeleichter. Symbole statt Politik. Der Sandmann ruft die Kinder zur Nacht. Parallel erklären echte Politiker der staunenden Mitgliedsschaft die Weltpolitik.

SPD Abteilung Falkplatz/Arnimplatz

„Um Weltpolitik ging es dann nach der Kegelrunde. Nachdem uns beim letzten Mal Gernot Erler den Ukrainekonflikt detailliert auseinandersetzte, ging es diesmal um Syrien.

Niels (Annen) erläuterte, dass in Syrien mitnichten der IS Hauptverursacher der inzwischen fast 250.000 Toten ist, sondern das Assad-Regime. Und dass es mitnichten der IS ist, den die Truppen Assads hauptsächlich bei ihren brutalen Fassbombenangriffen ins Visier nehmen, sondern vornehmlich Wohngebiete in den von gemäßigten, oft demokratisch orientierten, Rebellen gehaltenen Gebieten.

Von daher sei Assad weniger Teil der Lösung, als vielmehr der überwiegende Teil des Problems. Da aber Russland und Iran Assad unterstützen, dürfte es nur durch Gespräche auch mit ihm möglich sein, eine Friedenslösung für Syrien zu erreichen. Teil der syrischen Zukunft dürfe Assad im Rahmen einer solchen zu findenden Lösung aber nicht mehr sein.

Aufgrund der vertrackten Lage mit zahlreichen verschiedenen Kriegsparteien mit ebenso zahlreichen, verschiedenen Interessen eine extrem schwierige Lage in der die Außenpolitiker hier stecken – nicht zu reden von der syrischen Bevölkerung, die seit 5 Jahren Opfer dieses grausamen Konfliktes ist.

Obwohl das behandelte Thema überaus ernst war und keinen fröhlich stimmen konnte, war es wieder ein gelungener Abend.“

Wir gönnen der SPD Abteilung Falkplatz/Arnimplatz ihre gelungenen Kegelabende von Herzen und wollen deshalb die Kritik über die Art der Berichterstattung nicht zu hoch hängen.

Zurück zur symbolischen Begegnung:

Sie findet wie immer am 9. November 2015  um 21 Uhr am „Platz des 9. November“ an der Bösebrücke statt.

Hartmut Dold

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Symbolpolitik auf der Bösebrücke?

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