Merkel in Hefei/China wie ein Popstar begrüßt

Pressemeldungen zufolge wurde Kanzlerin Merkel bei ihrem Staatsbesuch in China in Hefei, das liegt etwa 400 Km westlich von Schanghai, von den Studenten der örtlichen Universität wie ein Popstar begrüßt. Das wird ihr guttun wegen der Querelen in der Flüchtlingspolitik zu Hause. Allerdings hatte sie möglicherweise auch brisante Vorschläge im Gepäck. …

Bereits in Peking wurde sie von der chinesischen Staatsführung mehrfach auf die Flüchtlingssituation in Europa angesprochen. China bot seine Hilfe an.
Jetzt wird klar, was damit gemeint sein könnte. Überraschenderweise schlugen die Chinesen vor, einem Kontingent quengeliger Sachsen und anderer Flüchtlingsgegner in einer einmaligen humanitären Geste Asyl in der Volksrepublik zu gewähren.

Voraussetzung sei allerdings das Erlernen der chinesischen Sprache. Die Kosten dafür müsse aber Deutschland übernehmen. Hinsichtlich der Integration der Aussiedler mache man sich wenig Sorgen, weil die Einhaltung von Recht und Ordnung den meisten noch aus DDR-Zeiten bekannt sein müsste.

Was die Sprache betrifft, wolle man die Hürden nicht zu hoch setzen. Ein paar Brocken chinesischer Umgangssprache sollten genügen. Probleme sehe man allerdings beim Erlernen der chinesischen Schriftzeichen. Diejenigen, die das schaffen und sich integrieren, hätten dann allerdings beste Chancen Führungskräfte im globalen Management zu werden.

Bisher wissen wir nicht, ob die Kanzlerin auf diese großzügige Geste im Sinne internationaler Solidarität und Völkerverständigung eingegangen ist. Bestimmt müssen erst rechtliche Rahmenbedingung geschaffen werden. Vielleicht will dann der eine oder andere auch gar nicht mehr weg.

Übrigens: In den Fluren der Uni Hefei hängen Bilder von Ernst Albrecht, dem langjährigen niedersächsischen Ministerpräsidenten, Vater von Ursula von der Leyen, und jüngst auch von Sigmar Gabriel. Wie bitte? Der Sigmar Gabriel?. Ja genau, er ist ja auch Niedersachse.

Die Kanzlerin hat sich nicht nehmen lassen auch ein typisch chinesisches Dorf zu besuchen. Das Dorf heißt Shen Fu. Ein Schelm wer dabei an Feng Shui denkt. In der Schule basteln die Kinder Laternen. Wem geht jetzt ein Licht auf? Was war die Absicht? Wollte sie die Bewohner auf die zukünftigen Mitbürger vorbereiten oder testen, ob derartige Besuche in etwa so ablaufen wie der des Kanzlers Schmidt in Güstrow?

Die Welt der großen Politik steckt voller Rätsel und verborgener Symbole. Wer soll da noch durchblicken!

P.S. Hefei ist die Hauptstadt der Provinz Anhui und hat 4,91 Millionen Einwohner. Es gibt insgesamt 5 Universitäten.

Hartmut Dold

Please follow and like us:
Gleimviertel – Glosse

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.