Syrien-Krise

Der US-Präsident hat Russland in Hinblick auf die Ukraine-Krise unlängst als Mittelmacht klassifiziert. Jetzt feuert Russland seegestützte Marschflugkörper aus dem kaspischen Meer über 1500 Kilometer auf IS-Stellungen in Syrien. Wie passt das zusammen?

Russischen Medien zufolge wurden dazu Schiffe der Kaspi-Flotte eingesetzt: Vier Raketenschiffe hätten 26 schiffsgestützte Marschflugkörper vom Typ ‚Kalibr‘ auf elf Ziele abgefeuert, lies der russische Verteidigungsminister Schoigu im Staatsfernsehen verlauten.

Bisher hatte man den Eindruck, dass einzig die US-Marine in der Lage war, von Schiffen oder U-Booten Marschflugkörper mit mittlerer Reichweite einzusetzen. Jedenfalls haben die Russen sich in dieser Hinsicht zurückgehalten. Man kann davon ausgehen, dass die Raketen atomar bestückt werden können; auf beiden Seiten.

Sieht man sich die Karte an, könnte man vermuten, dass die seegestützten Marschflugkörper aus dem Kaspischen Meer auch die Golfstaaten und Saudi Arabien erreichen können. Das sind dann 2000 bis 2500  Kilometer. Auch Israel liegt in der Reichweite der Raketen.

Aus militärischer Sicht in Bezug auf den Syrien-Konflikt sind die Abschüsse marginal. Aus politischer oder strategischer Sicht sind sie ein Signal.

Hoffentlich verstehen die politischen Akteure die Zeichen der Zeit und sind sich hinsichtlich des Eskalationspotentials ihrer Verantwortung bewusst.

Im Übrigen gleichen die über russische Medien mit gewissen Stolz verkündeten Abschußbilder -und Videos den ebenso stolz verbreiteten Videobildern der Amerikaner beim Angriff auf den Irak. Kriegspropaganda und martialische Bilder von in der Nacht feuernden Raketenkreuzern mit der Kriegsästhetik des Todes.

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Kommentar

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