Bericht von der Infoveranstaltung zum Stauraumkanal

Auf die Bewohner der Gleimstraße im gleichnamigen Gleimviertel kommen schwere Zeiten zu, aber das sind sie ja schon gewohnt. Heute hat Baustadtrat Kirchner im Kieztreff des Bürgervereins Gleimviertel die Pläne zum Bau des Stauraumkanals unter dem Mauerpark vorgestellt bzw. moderiert.

Ca. 50 Anwohner waren dem gemeinsamen Aufruf von Bezirksamt Pankow, den Berliner Wasserbetrieben und der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung gefolgt. Viele Nachfragen wurden gestellt. Die meisten betrafen die Verkehrssituation in der Gleimstraße und am Gleimtunnel. Es wurden zwei Varianten diskutiert: Ein -oder Zweispurig mit Ampelschaltung.

Fakt ist, dass die Gleimstraße für rund 3 Jahre einseitig gesperrt wird. Verantwortlich dafür sind nicht nur die beiden Baugruben vor dem Gleimtunnel, sondern auch Rohrverlegungen der Berliner Wasserbetriebe entlang der ganzen Gleimstraße. Die Bauarbeiten am Abwasserkanal unter dem Mauerpark sollen 2017 beginnen. Wie weit sie sich zeitlich mit denen der BWB in der Gleimstraße verzahnen blieb offen.

Eher nicht bedacht wurde, dass ab 2016 die Groth-Gruppe nördlich des Gleimtunnels ein neues Wohngebiet hochziehen will. Nach den bisherigen Planungen soll dazu vor dem Gleimtunnel auf Weddinger Seite eine Rampe gebaut werden. Inwieweit der massive Baustellenverkehr in die Verkehrsströme eingreifen würde, war nicht bekannt. Bisher liegt auch keine Daten darüber vor, welche der Verkehrsvarianten bezüglich des Verkehrsaufkommens zu bevorzugen sind.

Eine der beiden Baugruben liegt unmittelbar vor dem Haus Gleimstraße 61.Dafür muss der größte Baum der Gleimstraße gefällt werden. Mindestens einen weiteren Baumverlust wird es geben. Das wurde aber erst auf Nachfrage herausgerückt.

Für die Häuser Gleimstraße 60 und 61 erscheinen die Tiefbaumaßnahmen nicht unproblematisch. Der Grundwasserdruck ist hier besonders hoch. Hoffentlich ist das bekannt. Wird es Geräusche von den Pumpen geben?

Im Zusammenhang mit der Verkehrssituation wurde auch die Problematik der Besucherströme der Max Schmeling Halle angesprochen. Wegen der Baustellensituation an der Gleimstraße wurde eine temporäre Teerstraße durch den Falkplatz zur Disposition gestellt. H. Funken vom Bürgerverein schlug eine alternative Variante vor.

Man kann Stadtrat Kirchner/Grüne nicht vorwerfen, alternative Vorschläge abzubürsten. Er zeigte sich offen und wollte den Anwohnern das Gefühl vermitteln, ihre Beiträge ernst zu nehmen.

Man muss auch berücksichtigen, dass die Planungen noch in einem vergleichsweise unfertigen Zustand sind. Kirchner bot den Anwesenden an, mindestens noch zwei Bürgerveranstaltungen folgen zu lassen.

Hartmut Dold

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Schwere Zeiten

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