Subbotnik am Kinderspielplatz Rhinower Straße

Der Aufruf des Bürgervereins Gleimviertel zum Subbotnik am ehemaligen Kinderspielplatz „Töne des Dschungels“ an der Kopenhagener Straße/Ecke Rhinower war ein voller Erfolg. Über 20 Anwohner und Aktivisten hatten sich eingefunden. Unter ihnen Andreas Otto/Grüne und der Initiator der Aktion Heiner Funken vom Bürgerverein.

Die engagierten Anwohner befreiten den seit rund 4 Jahren geschlossenen Kinderspielplatz von Wildwuchs und bauten die Holzspielplätze zurück. Sie würden sonst komplett entfernt werden, wusste H.Funken zu berichten. Er will die Unikate wie das Krokodil, das Kanu und die Baumhausdächer vor der kostenpflichtigen Einlagerung durch das Bezirksamt retten und für andere Zwecke im Gleimviertel erhalten.

Es war schon traurig mitansehen zu müssen, wie Eltern die Spielplätze ihrer Kinder abtragen müssen, um Platz für Neues und Standardisiertes zu schaffen. Für den neutralen Besucher war das komplett unverständlich.

Allerdings war nach der Sperrung vor über 4 Jahren, wegen statischer Probleme, der „Dschungelbrücke“ die Anlage zunehmend von nächtlichen Partygästen und Obdachlosen benutzt worden. Zersplitterte Alkoholflaschen und Müll waren die Folge. Glasspiltter auf einem Kinderspielplatz geht nicht.

Im realen Leben bestehen nicht immer Wünsche und utopische Konstruktionen gegenüber der sozialen Realität.

Bei den Planungen um den Kinderspielplatz im Jahre 2005 waren kleinere und kostengünstigere Entwürfe des Bürgervereins Gleimviertel abgeschmettert worden. Es wurde geklotz, weil die Mittel bereit standen und aus dem Europäischen Strukturfond (EFRE) kofinanziert wurden.

174.000 € wurden aus dem Bund-Länder-Programm “Die soziale Stadt” bereitgestellt und über das Quartiersmanagement des Gebietes treuhänderisch eingesetzt. Der Bezirk Pankow stellte das Grundstück zur Verfügung und setzte 48.000 € ein.

Über den Spielplatz „Töne des Dschungels“ haben wir erstmalig auf dieser Webseite 2012 berichtet. Da war er schon lange gesperrt.

Nach Auskunft des Tiefbauamtes, die wir seinerzeit mühselig eingeholt hatten, bestanden bereits hinsichtlich der konstruktiven Gestaltung, insbesondere wegen der Stabilität der Hügel und Brücken, von Anfang an Bedenken. Nur zwei Jahre nach der Eröffnung musste schon wieder nachsaniert werden. Im Raum standen noch ganz andere Summen als die oben genannten.

Die markanten Holzinstallationen wird es in Zukunft nicht mehr geben. Der Dschungel wird abgeholzt und die Töne werden verstummen.

Wenigstens steht ein Neuanfang im September bevor. Hoffen wir. Es ist ja wieder Geld da.

Hartmut Dold

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