Unwürdiges Spektakel

Weil es um die Demokratie geht melden wir uns zu Wort. Das Ende können wir nicht voraussehen, nur an historische Fakten erinnern. 1828 wurde die erste hellenische Republik gegründet. Um zu verhindern, dass sich vom befreiten Griechenland der Funke des Republikanismus in Europa verbreitet, etablierten die europäischen Großmächte in Griechenland von außen eine Monarchie. …

Weil die Griechen pleite waren, konnte es ihnen gelingen. England, Frankreich und Russland hatten das zur Vorbedingung für Kredite von 472.000 britischen Pfund und 60 Millionen Drachmen gemacht.

Im Jahr 1832 wurde der bayerische Prinz Otto, Sohn von König Ludwigs I. von Bayern, erster König Griechenlands. Er regierte von 1829 bis 1834 in Nauplion auf dem Peloponnes.  Im Jahr 1834 zog der Hof nach Athen, das seither die griechische Hauptstadt ist.

Zu seinem Nachfolger wurde am 30. März 1863 von der griechischen Nationalversammlung mit Zustimmung der Großmächte Georg I. gewählt. 1864 schlossen sich die Ionischen Inseln dem griechischen Staat an, 1881 musste das osmanische Reich gemäß den Beschlüssen des Berliner Kongresses von 1881 Thessalien an Griechenland abtreten und Kreta erklärte 1908 die Union mit Griechenland.

Der mögliche griechische Staatsbankrott ist nicht der Erste in der Geschichte des Landes.
Bereits im vierten Jahrhundert vor Christus löste Dionysos, der Herrscher im griechischen Stadtstaat Syrakus, seine Geldprobleme auf klassische Weise: Er druckte Geld. Dionysos ließ alle Münzen sammeln, einschmelzen und in doppelter Zahl und halber Größe neu pressen. Problem gelöst, zumindest vorübergehend. Ein Schelm, wer an die EZB denkt.

Seit der Gründung des griechischen Staates 1830 gab es vier weitere Pleiten: 1843, 1860, 1893 und 1931. Ursache war meist die Dauerfehde mit der Türkei. Die ausufernden Militärkosten deckten die jeweiligen politischen Cliquen von abwechselnd regierenden Herrscherfamilien mit immer neuen Krediten, anstatt Steuern zu erhöhen.

Im Poker um die Finanzen Griechenlands spielen die verantwortlichen Politiker das Spiel Bad Cop, Good Cop. Für Giftpfeile sind Schäuble und Lagarde verantwortlich. Den anderen Part übernehmen Juncker und Merkel???

Wie auch immer, die Zeche werden die griechischen Bürger und möglicherweise die europäischen Steuerzahler begleichen müssen. Viel Porzellan ist inzwischen schon zerschlagen worden.

Hartmut Dold

Please follow and like us:
Griechenland: Showdown

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.