Wir machen weiter!

Nachdem einige Wochen unklar war, ob die Redaktion und der Betrieb dieser Webseite weitergeführt werden kann, ist nun klar: Es geht mindesten 1 Jahr weiter. Im Unterschied zur peinlichen Abonnentenwerbung der PBN machen wir das aus eigener Kraft und ohne politische Schützenhilfe; als Bürgerverein eben.

Die Redaktion hat den Abstand zur Bezirkspolitik genutzt, um seinen literarischen Horizont zu erweitern. Im Urlaub werden gerne Bücher gelesen. Diesmal haben wir uns den 1208 Seiten schweren dritten Teil der Ken Follett Trilogie Kinder der Freiheit angetan.

Leider war das physische Gewicht des Romans nicht im Einklang mit seiner literarischen Qualität. Zeithistorisch und erzählerisch großes Kino. Im Detail aber oft naiv, oberflächlich und vorhersehbar. Die komplizierte Familiengeschichte, die sich aus den ersten beiden Teilen ergibt, wird viele Leser abschrecken.

Der Teil, der sich auf die Familiengeschichte in der DDR bezieht, ist peinlich plakativ und voller politischer Klischees. Dazu waren wir zu nah dran an der Wirklichkeit und wissen es besser.

Möglicherweise gilt das auch für Abschnitte, die die Bürgerrechtsbewegung der unterdrückten schwarzen Minderheit in den USA nachzeichnen. Negativ aufgestoßen ist uns auch, dass die erotischen Szenen letztlich auf ficken reduziert wurden, warum auch immer.

Nach den ersten beiden Teilen Sturz der Titanen und Winter der Welt ist Kinder der Freiheit der mit Abstand schwächste Teil. Vielleicht liegt es daran, dass viele historische Ereignisse aus dem eigenen Gedächtnis präsent sind oder daran, dass ein dritter Teil genau wie ein Hotelbesuch zum dritten mal immer an den Vorgängern gemessen wird.

Damit wir uns richtig verstehen: Kinder der Freiheit ist ein absolut lesenswertes Buch, dass den Horizont erweitern kann und wie kaum ein anderes historische Bezüge an Hand von Familiengeschichten anschaulich macht. Es ist gut lesbar im Urlaub am Stück. Für eine 50-seitige Abendlektüre nach der Arbeit aber schwer vorstellbar.

Danke Jaqueline, dass Du mir das Buch ausgeborgt hast. Ich hatte trotz der 2 Kilo kein Übergewicht.

Hartmut Dold

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