LINKE Bezirksverordnete empört

Gegenwärtig ist die Kuppel des Zeiss-Großplanetarium im Prenzlauer Berg in einen überdimensionierten Burger verwandelt. Öffnet hier demnächst eine Fast-Food-Kette eine neue Filiale? An der Sinnhaftigkeit und Zulässigkeit derart massiver Werbung haben die BVV-Verordneten M.Zarbock und M.Nelken von den LINKEN ihre Zweifel und deshalb Kleine Anfragen an das Bezirksamt Pankow gestellt.

Hintergrund ist eine Werbeaktion für den Lieferdienst „Lieferheld“. Vier Wochen hat er die Kuppel als Werbefläche gebucht. Darauf sieht man: Ein Burger, garniert mit Salat, Käse und Tomate. Über 1000 Einzelfelder der Kuppel wurden Stück für Stück mit einer Spezialfolie beklebt. Sechs Industriekletterer haben daran drei Tage lang gearbeitet.

Angeblich sollen der Bezirk Pankow, die Berliner Immobilienmanagement Gesellschaft (BIM) und die Stiftung Deutsches Technikmuseum Berlin als Betreiber für die Werbeaktion grünes Licht gegeben haben. Gegenwärtig laufen Sanierungsarbeiten im Planetarium. In dieser Zeit ist das Haus geschlossen.

Was für den einen eine moderne Werbeaktion ist, dessen Betrag dem Planetarium zu Gute kommen soll, ist für andere ein Schandfleck und Tabubruch sowie eine Verschandelung des Stadtbilds.

Die Bezirksverordneten fragen deshalb nach der denkmalrechtlichen Genehmigung gem. § 117/Abs.2 des Denkmalschutzgesetzes Berlin und nach der Beeinträchtigung des Stadtbildes nach §§ 9 und 10 der Bauordung Berlin.

Eher ironisch gemeint ist die Frage, ob das Bezirksamt damit bestimmte pädagogische Absichten verfolgt, da die großflächige Werbung entlang eines Schulwegs verläuft.

Hartmut Dold

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Fastfood fürs Planetarium

Ein Gedanke zu „Fastfood fürs Planetarium

  • 2. Mai 2015 um 15:50
    Permalink

    Dafür, dass die LINKEN in Berlin selbst Häuserfassaden als Werbefläche (z.b. in der Nähe vom Berghain) nutzen, ist ihr Vorstoß in dieser Sache leider allzu heuchlerisch. Das Planetarium -laut meiner Recherche-auch nicht unter Denkmalschutz.

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