Auch Freizeitsportler sollen Sport treiben können

Unter dem sperrigen Titel „Bedarfe des vereinsungebundenen Freizeitsports beim Umbau des Jahn-Sportparks zur Geltung bringen“, haben die Fraktionen von LINKE und SPD in der BVV-Sitzung am 25.03.2015 einen gemeinsamen Antrag gestellt.

Hintergrund sind die Planungen des Senats den Jahn-Sportpark umfassend zu sanieren. In der vorgestellten Machbarkeitsstudie wurde keine Bedarfserfassung des unorganisierten Freizeitsports vorgenommen.

Die vereinsungebundenen Freizeitsportler sind aber derzeit die zahlenmäßig größte
Nutzergruppe im Jahn-Sportpark. Der individuell organisierte Freizeitsport besitzt
ebenfalls eine sehr große gemeinnützige gesellschaftliche Bedeutung, die dem des
Vereinssports nicht nachsteht.

„Es sei an die erheblichen Konflikte erinnert, die es vor 10 Jahren gab, als die
vereinsungebundenen Freizeitsportler nach Modernisierungsmaßnahmen von der Nutzung einer Anlage ausgeschlossen werden sollten. Die Formulierung in der Machbarkeitsstudie, »dass für den Jahnsportpark auch Angebote des informellen Sports als identitätsstiftende Maßnahmen zur Erhöhung der Akzeptanz des Vorhabens in der Nachbarschaft vorzusehen sind«, zeugt davon, dass die Autoren wohl etwas läuten gehört, aber in ihrer Studie diese Aufgabe leider vollkommen ausgeblendet haben.“

„Die Belange des vereinsungebundenen Freizeitsports sind keine Frage der »Akzeptanz
in der Nachbarschaft«. Die Freizeitsportler, die den Sportpark nutzen, kommen nicht nur
aus dem Gleimviertel, sondern aus vielen Wohnvierteln der Ortsteile Prenzlauer Berg,
Wedding und Mitte. Hier kommt dem Bezirksamt eine hohe Verantwortung bei der
Einbeziehung des vereinsungebundenen Freizeitsports in die Umplanung des Jahn-
Sportparks zu.“

Die Linksfraktion und die Fraktion der SPD fordert deshalb:

1. dass die bisherigen Nutzungen durch die Freizeitsportler weder in Quantität noch
in Qualität eingeschränkt werden;

2. dass die Nutzungszeiten möglichst in den Abendstunden ausgeweitet werden
können;

3. dass bei der Sanierung und Neuerrichtung von Sportanlagen der öffentliche
Alltagsgebrauch durch den vereinsungebundenen Freizeitsport berücksichtigt
wird;

4. dass Möglichkeiten und Formen gefunden werden, den vereinsungebundenen
Freizeitsportlern die Mitwirkung an der Diskussion und Entwicklung der
Planungen zu ermöglichen.

Bezirkliche Sachkenntniss trifft auf „Machbarkeitsstudie“ und Senat. Obwohl, Berlin ist ja jetzt bei Olympia draußen – hält der Senat überhaupt an seinen Umbauplänen fest?

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Jahn-Sportpark

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