Ich träumte den Mauerpark ganz

Mit den Träumen ist das so eine Sache. Für manche sind Träume Schäume, andere verstehen sie als Botschaften des Unterbewussten. Mein Lieblingstraum geht so: Ich hebe ab und schwebe in einem bedeutsamen Sportwettkampf über die Weitsprunggrube hinaus. 12,96 Meter, neuer Weltrekord, Wahnsinn!

Unlängst hatte ich einen ähnlichen Traum. Vom Kletterfelsen im Mauerpark hob ich ab…

Ich sah das Grüne Band von der Eberswalder Straße bis zur Swinemünder Brücke. Die Karaoke-Show im Süden und zufriedene Eltern mit ihren spielenden Kindern im nördlichen Teil. Der Kinderbauernhof hatte noch mehr Besucher, weil einige Tiere hinzugekommen waren. Es gab ein reges Gedränge und very nice Kommentare von fotografierenden Touristen.

Die schwarzen Krähen im Nordwesten konnte ich ignorieren. Ich war ein Adler oder doch nur eine Taube?

Vielleicht ist es altersbedingt aber die hybriden Träume nehmen zu. Der Klassiker: Ich werde von einem bösartigen Tier verfolgt, das aus irgend einem Grund sauer auf mich ist. Ich rette mich auf einen Baum. Scheiße, der Mistkerl kann auch klettern.

Für solche Fälle habe ich einen Mechanismus eingebaut. Es dauert qualvolle Bruchteile von Sekunden, bevor ich mir befehle aufzuwachen, denn es ist ja nur ein Traum. Gut so, da brauche ich nur mein schweißnasses Schlafoberteil auswechseln.

Mein neuster Albtraum geht so: Ich stehe in einer Menschenkette an der westlichen Seite des Gleimtunnels. Uns gegenüber eine Hundertschaft der Polizei mit den bekannten Strichindizes. Die Kette ruft: Keine Gewalt, ich rufe: Ich bin doch viel zu alt. Da hatte ich einen Flashback! 07.Oktober 1989 Schönhauser Allee. Dann ging meine Brille zu Bruch.

Wer bezahlt die mir jetzt?

Hartmut Dold

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I Have a Dream

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