Mauerpark zu Pankow?

Im Unterschied zu Grenzverschiebungen in der Ukraine oder sonstswo, verlaufen derartige Gebietsnahmen in Berlin eher friedlich. Das war sogar im Kalten Krieg zwischen Ost- und West-Berlin möglich, als im Rahmen eines Gebietsaustausches 1988 die Grenze 100 Meter zur Weddinger Seite verschoben wurde.

Hintergrund war damals das Bestreben der DDR die Grenzanlagen Ost-Berlins gegenüber dem Westen sicherer zu machen, um Fluchten oder Massenfluchten an einem sensiblen Standort, Fußballstadion Jahnsportpark zu verhindern, an dem die Hinterlandmauer direkt grenzte.

Jetzt hat der Bezirks Pankow wieder vor, seine Grenzen in Richtung Westen zu verschieben, weiß die Prenzberger Stimme zu berichten. Das macht auch Sinn. Durch die geplante Erweiterung des Mauerparks würden in Zukunft zwei Parkordungen gelten. Z.B. wäre das Grillen auf der Pankower Seite erlaubt, auf der Weddinger Seite nicht.

Wie der Pankower Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung Jens-Holger Kirchner in einem Interview gegenüber der Prenzlberger Stimme erklärte, gäbe es einen Vertragsentwurf, in dem steht, dass beide Bezirke eine Verwaltungsvereinbarung für die einheitliche Betreuung des Mauerparks abschließen werden und dass diese Verwaltungsvereinbarung mit einem Gebietsaustausch endet.

Allerdings sei der Teil des Mauerparks nördlich des Gleimtunnels nicht involviert. Und wegen des „Millionengrabs“ Gleimtunnel, den sich beide Bezirke teilen, sei man auch eher zurückhaltend.

Irgendwie hat man das Gefühl, die Bezirkspolitiker hoffen, die Kosten dem Senat überhelfen zu können. Bis es soweit ist, wird noch viel Wasser die Spree runterlaufen.

Hartmut Dold

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Grenzverschiebungen in Berlin

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