Falkplatz III und Mauerpark in der Gegenwart

Lange Zeit hatte sich Berlin eingebildet, treu dem Satz Ernst Reuters „Völker der Welt schaut auf diese Stadt“ aus der jahrzehntelangen Teilung, sportpolitisches Kapital zu schlagen und die Olympischen Spiele im Jahre 2000 nach Berlin zu holen.
Doch das Olympische Komitee handelte schon damals, wie heute verstärkt, nach fiskalischen und geopolitischen Interessen und vergab die Spiele nach Sydney/Australien.

Das konnte Berlin 1990, dem Zeitpunkt der Bewerbung, noch nicht wissen. Aus dem Architekturwettbewerb, der ausgelobt wurde und eine Umgestaltung des Jahn-Sportparks, einschließlich des Falkplatzes und den Bau einer Boxsporthalle vor sah, ging 1992 ein Entwurf von Prof. Lange aus Hamburg hervor. Hier meldete sich erstmals eine Bügerinitiative zu Wort, die eine möglichst große Schonung des Falkplatzes einforderte und eine Umfunktionierung des Platzes als Vorplatz der späteren Max-Schmeling-Halle als bloßen betonierten Platz ablehnte.

Aus dieser Bewegung und aus Sorge um den Erhalt der bestehenden Einwohnerstruktur, ging der „Bürgerverein Gleimviertel“ hervor, der sich seit dieser Zeit für bürgernahes Leben, mehr Stadtgrün, eine moderne Schulpolitik und gegen  Gentrifizierung einsetzt.
Was ist seit dieser Zeit Neues passiert. Sind die alten Fragen und Probleme teilweise oder endgültig gelöst? Wie ist der heutige Stand?

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Die Max-Schmeling-Halle wurde gebaut. Befürchtungen der Anwohner wegen der Verkehrsströme und dem Lärm, haben sich wohl relativiert. Der Mauerpark wurde in Teilen gestaltet, der Moritzhof erbaut und erfolgreich verteidigt.
Die Diskussionen der letzten Jahre, mit Schwerpunkt Mauerpark, Stadtgrün, Vekehrssituation kann man der Website des „Bürgervereins Gleimviertel“ oder den Publikationen und Internetaktivitäten anderer Akteure und Betroffener entnehmen.
Die Probleme des Mauerparks sind seit den frühen 90-er Jahren hinsichtlich seiner Gesamtsituation nicht gelöst. Aber es gab Fortschritte durch die Einrichtung eines „Amphitheaters“, seit einigen Jahren die KaraokeszeneBerlins, durch Baumbepflanzungen, durch die Möglichkeit Basketball zu spielen  und durch eine Neugestaltung des Falkplatzes an einigen Ecken.

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Seit dem Ende der Bügerwerkstatt im März dieses Jahres gibt es ein politisches Patt, und alle warten auf den Ausgang der politischen Neuausrichtung sowohl in den BVV Pankow und Mitte sowie des Senats.

Es ist kaum zu erwarten, dass vor Ende dieses Jahres Beschlüsse fallen. Das hat wohl „gute Tradition“. Immerhin waren sich alle politischen Bewerber, die sich am 15. September den Bewohnern des Gleimviertels als ihre Direktkandidaten vorstellten, einig, dass der Mauerpark bedingungslos, also ohne Randbebauung fertiggestellt werden sollte.

Am Gothe-Plan hielt lediglich die SPD fest. Immerhin haben es 3 Kandidaten bis in den Senat geschafft, Philipp Magalski von den Piraten, Andreas Otto von den Grünen direkt und Stefan Lenz, CDU über die Landesliste.

Am 26.10. 2011 konstituiert sich die BVV Pankow neu – wir werden abwarten.

Hartmut Dold

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das Gleimviertel – ein Update 2.0.6.

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