Rien ne va plus – Verspielt Europa seine Zukunft?

Wir waren noch nie in einer Spielbank und haben es zukünftig auch nicht vor. Derweil drehen andere das große Rad und machen uns zu ihren Casino Kunden. Die Rede ist vom Vorhaben der EZB bis zu 1140 Milliarden Euro ins System zu pumpen. Wir alle haften zukünftig dafür.

Das Eigenkapital der EZB beträgt 8 Milliarden Euro. Damit will man bis zu 50 Milliarden monatlich mit Anleihekäufen den Privatbanken unter die Arme greifen, damit die, wenn sie wollen oder nicht, billige Kredite vergeben, die der Wirtschaft im Euroraum auf die Sprünge helfen sollen.

Aber die Kreditzinsen sind doch schon auf einem historischen Tief. Das andere Ziel klingt noch merkwürdiger. Die Inflation soll angeheizt werden, sie sei gegenwärtig einfach zu niedrig.

Vor allem hilft Mario Draghi damit den Banken, die sich damit weiterhin billig Geld besorgen können, um sich, bei ebenfalls niedriger Eigenkapitalquote, zu refinanzieren. Durch dieses waghalsige Notenbankexperiment erwartet die EZB, dass Banken mehr Kredite vergeben, Anleger mehr investieren und somit die Wirtschaft in Gang bringen.

Letztendlich könnte das Setzen auf eine Zahl oder Farbe am Rouletttisch, das diabolische Gelddrucken, uns Sparer enteignen, die Altersvorsorge ad absurdum führen, dringende Reformen in Europa verhindern und Preisblasen an den Aktienmärkten und den hiesigen Immobilienmärkten fördern.

Die Besitzer großer Aktienpakete, Fondsmanager, Währungsspekulanten und Superreiche können sich die Hände reiben. Der Normalbürger wird an diesem Spiel nicht beteiligt.

Wenn dieses Notenbankexperiment der EZB  nicht funktioniert, wird es ein Fiasko geben. In der Vergangenheit mündete das oft in Kriege.

Niemals zuvor wurden Probleme mit Gelddrucken gelöst. Schon in Japan, England und in den USA haben diese Notenbankinterventionen höchstens mickrige Auswirkungen erzielt. In den USA ist dadurch die US Notenbank FED der größte Gläubiger der USA und das Land mit 16 Billionen Dollar überschuldet. Davon halten allein die Chinesen über 2,3 Billionen und die Japaner rund 1 Billionen Dollar.

Aber das ficht Draghi nicht an. Er ist bekanntlich bei Goldmann und Sachs in die Lehre gegangen. Das ist die Bank, die Griechenland in den Ruin getrieben hat.

Willkommen in der Planwirtschaft

Der Markt wird abgeschafft und die Demokratie gleich mit, die Notenbanken betreiben Planwirtschaft. Das Finanzkapital regiert endgültig die Welt. Die Politiker sind die Getriebenen. Das ist bisher immer schief gegangen, es wäre ein Novum, wenn der Deal gelänge.

Jetzt jubelt Finanzminister Schäuble wegen seiner schwarzen Null. Jedoch nicht auf Basis soliden Wirtschaftens, sondern auf Grund der historisch niedrigen Zinsen. Mittlerweile kann Deutschland fünfjährige Anleihen zu einem Zinssatz von null Prozent platzieren, so billig war Geld noch nie.

Indess taumelt der Euro unter seinen historischen Ausgabekurs. Das ist kaum eine Schlagzeile wert, im Gegensatz zum Rubelverfall.

Das billige Geld der Notenbanken ist wie eine Droge. Offensichtlich kann die Politik nicht mehr ohne sie leben.

Zukunft, wen interessiert das. Politiker müssen sich alle 4 Jahre zur Wahl stellen. Leben im Taumel der Gegenwart ist angesagt. Ein Abbild des Raubbaus an den natürlichen Ressourcen unseres Planeten zu Lasten zukünftiger Generationen?

Hartmut Dold

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In der Spielbank – ein Kommentar

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