Kopenhagener 46

Der Verpackungskünstler Christo hätte sicher seine Freude an der Folienverpackung des Hauses Kopenhagener 46 gehabt. Immerhin blieb die Winterfolie rund 8 Monate lang, viel länger als seine Reichstagsverpackung. Jetzt wird auch noch der Widerständler Sven Fischer vor Gericht gezerrt. Der wehrt sich mit juristischen Mitteln und mit Satire.

Vorher war er bei Günter Jauch, beim RBB, bei SAT 1 und anderen Medien, verschiedene Tageszeitungen schrieben darüber und Politiker waren bei ihm zu Gast. Wir haben darüber berichtet.

Jetzt steht der Termin beim Amtsgericht Mitte am 21.01.2015 an. Er wird beschuldigt, die Plane im Sommer aufgeschlitzt zu haben. Als Zeuge soll ein dort zeitweilig beschäftigter Bauarbeiter gehört werden. Der ist aber nicht mehr auffindbar. Natürlich geht es um eine Räumungsklage gegen den renitenten Mieter.

Uns wurde dazu folgende Satire zugespielt:

„Vor mehr als 8 Monaten startete der zu damaliger Zeit noch relativ unbekannte Entmietungskünstler Christ(o)mann eine Aufsehen erregende Werbekampagne für sein neuestes Projekt. 30 Erwachsene und 16 Kinder sollten auf unbestimmte Zeit im Haus Kopenhagener Straße 46 hinter einer Blick-und Luftdichten Folie leben.

Der Künstler ließ Öffentlichkeit und Politik lange im Unklaren über seine Intentionen bei diesem ungewöhnlichen Street Art Projekt. Als klar wurde, dass es sich um einen Testlauf seiner legendären Wohnraumentlüftungsanlage mit Dunkelheitsrückgewinnung handelte, verließen immer mehr Menschen ihre Wohnungen, um sich und ihre Kinder vor bleibenden psychischen und physischen Schäden zu schützen.

Auch viele renovierte Mediziner schlugen Alarm gegen diese umstrittene Wiederbelebung der ehemals Ostdeutschen Aktion „Schöner unsere Städte und Gemeinden“. Unter ihnen befand sich die UhrUhrUhr Enkelin Albert Einbeins.

Sie bestätigte die Prothese ihres Uhr-Ahnen, in der er behauptet, dass die Zeit vor der Plane relativ schnell vergeht, für die Menschen hinter der Plane (ohne Licht und Luft) jedoch relativ langsam.

Noch gerade rechtzeitig, bevor wirklich alle Mieter das Haus des kreativen Jungentmieters verlassen hatten, beendete er die spektakuläre Aktion am 15.12.2014 abrupt selbst.

Für das Scheitern dieser Aktion: „Mieterfrei-Spaß dabei“ macht er insbesondere 3 medial und politisch aktive Personen aus dem Haus verantwortlich, von denen eine am 21.01.2015 um 10.45 Uhr in Raum 2804 zur Räumung ihrer Wohnung verurteilt werden soll.

Grund dafür ist die Aussage eines im Frohndienst des Eigentümers stehenden SanierTäters. Er will (neben anderen) den Beklagten bei einem für viele Mieter lebensrettenden Luftröhrenschnitt am House Patienten beobachtet und erkannt haben.

Eine Verleumdungsklage gegen den angeblichen Zeugen ist bei der Staatsanwaltschaft Berlin anhängig, der „Zeuge“ selbst ist von der Polizei seit diesem Zeitpunkt nicht auffindbar.

Um gegen den Terror des immer stärker werdenden fanatischen Immobilienspekulatius ein Zeichen zu setzen, haben die Mitglieder der Band: „Die Torten Hosen“ ihren Songtext „Sascha“ von 1982 aktualisiert.“

Den Text wird man gewiss bald in den Medien oder auf  der Seite https://kopenhagener.wordpress.com/ finden.

Hartmut Dold

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In Christo

Ein Gedanke zu „In Christo

  • 15. Januar 2015 um 14:39
    Permalink

    Guten Tag,

    die Relevanz der Erwähnung des Migrationshintergrundes des angeblichen Zeugen will sich mir auch wiederholtem Lesen des Beitrags nicht erschliessen.

    Mit freundlichen Grüßen

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