Jahresmitteltemperatur erstmals über zehn Grad Celsius

Eigentlich sind wir nicht wirklich überrascht, denn wir hatten es schon geahnt. Das Jahr 2014 wir als das wärmste Jahr in die Geschichte seit der offiziellen Wetteraufzeichnung von 1881 eingehen. Werden wir zukünftig mit Waldbrandkatastrophen wie in Australien rechnen müssen?

Das vermeldet jedenfalls der Deutsche Wetterdienst und liefert gleich eine Statistik mit. Demnach betrug die übers ganze Jahr und die ganze Republik gemittelte Temperatur der Luft in zwei Meter Höhe über dem Erdboden 10,3 Grad Celsius. Der neue Rekord setzt sich, wie die Grafik zeigt, außergewöhnlich deutlich von seinen Vorgängern ab. Erstmalig überstieg die Jahresmitteltemperatur zehn Grad Celsius.

Vor allem die Wintermonate Januar und Februar fielen extrem warm aus. Von einigen Ausnahmen abgesehen gab es so gut wie keinen Frost. Der Februar lag um 3,9 Grad Celsius über dem langjährigen Mittel. Aber auch im Juli wurde der Referenzwert um 2,3 Grad Celsius übertroffen.

Unter anderem wurde das bisher heißeste Pfingstfest registriert. Pfingstmontag, der 9. Juni, war der heißeste Tag des Jahres. Ansonsten waren es aber vor allem die kälteren Monate Januar bis April und Oktober bis Dezember, die weit nach oben abwichen. Damit scheint sich die Erwartung der Klimatologen zu bestätigen, dass in Mitteleuropa der Klimawandel vor allem die kühle Jahreszeit wärmer machen wird.

Was den Niederschlag angeht, so war das Jahr im Bundesdurchschnitt etwas zu trocken, obwohl es eine Reihe extremer Niederschlagsereignisse gab. Unter Trockenheit hatte vor allem Brandenburg zu leiden, in dessen Nadelwäldern ohnehin schon mitunter eine Waldbrandgefahr auf südeuropäischen Niveau herrscht.

Das sonnenscheinreichste Bundesland war übrigens Mecklenburg-Vorpommern. In Arkona auf der Insel Rügen zeigte sich die Sonne mit rund 2030 Stunden.

Ähnliche Rekordwerte wurden auch in China bemerkt. Dort wird von einem raschen Rückzug der Gletscher berichtet.

Auf der Tibetischen Hochebene seien die Temperaturen in den letzten 50 Jahren doppelt so schnell gestiegen wie in vielen anderen Weltregionen. Die Gletscher würden seit Jahrzehnten schrumpfen, und ihr Rückzug habe sich in der letzten Dekade beschleunigt.

Dazu muss man wissen, dass die Gletscher viele der großen Ströme Asiens speisen, zum Beispiel den Brahmaputra, den Mekong, den Gelben Fluss oder den Yangtse.

Die Daten über einen zunehmenden Abfluss der Grönlandgletscher sind schon länger bekannt. In naher Zukunft wir die größte Insel der Erde in ihrem südlichen Teil dem alten Namen, den ihm die frühen Wikinger im 10.Jahrhundert unter Leif Erikson gaben, wieder Ehre machen.

Von der Südhalbkugel mit dem 6. Kontinent wird ähnliches berichtet. Immer mehr Schelfeis mit der Größe einiger kleiner Bundesländer bricht von der Landmasse ab.

Lediglich im Nordwesten Kanadas und Grönlands ist eine gegenläufige Entwicklung zu beobachten, der aber den Anstieg des Meeresspiegels in dramatischer Form nicht aufhalten wird.

Müssen wir uns jetzt Sorgen machen? In dieser Generation eher weniger, später schon. Das Gleimviertel liegt ca. 60 Meter über Normal Null. Da ist noch Land in Sicht!

Quelle: http://www.heise.de/tp/news/Deutschland-viel-zu-warm-2510221.html

Hartmut Dold

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Deutschland wird viel zu warm!

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