Provokation oder Promotion?

Wegen des Films „The Interwiew“ haben die Nordkoreaner US-Präsident Obama als „Affen im Tropenwald“ rassistisch diffamiert. Von einer adäquaten Reaktion der Gegenseite ist uns bisher nur bekannt, dass das nordkoreanische Internet kurzzeitig lamgelegt wurde. Hoffentlich hacken norkoreanische Spezialisten im Gegenzug aus Versehen nicht unsere Webseite. Alles andere ist nur Propaganda und Promotion.

Auch wir haben unsere Erfahrungen mit Nordkorea. Die liegen allerdings schon einige Jahre zurück.

Anlässlich eines Treffens einer nordkoreanischen Delegation im Kulturministerium/HV Verlage und Buchhandel, gab es ein gemeinsames Mittagessen. Uns wurde ein gewisser Kim zur persönlichen Betreuung zugewiesen. Ob es sein Vor- oder Nachnahme war, haben wir nicht erfahren. Wahrscheinlich tragen mehr als 50% der Bevölkerung diesen Namen.

Mit Kinderbüchern hatte er bestimmt weniger zu tun. Ausstauschen konnten wir uns nicht. Herr Kim konnte kein Englisch oder Russisch. Auf der anderen Seite waren wir des Koreanischen nicht mächtig.

Auf Grund seines Bürstenharschnittes und seines militärisch-finsteren Gehabes, gepaart mit zutiefster Unsicherheit, haben wir ihn zumindest als Obersteutnant des Geheimdienstes eingeschätzt.

Am Abend war ein gemeinsamer Opernbesuch mit anschließendem Abendessen geplant. Leider war uns vorher schlecht geworden, worüber wir uns ein ärztliches Attest bescheinigen haben lassen.

Im Nachhinein tut es uns Leid für Herrn Kim. War nicht persönlich sondern politisch gemeint.

Immerhin gab es schon damals den feinen Unterschied zwischen Diktaturen, Krankschreibung oder Lagerhaft.

Es war nicht alles schecht, oder?

Hartmut Dold

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Missverständnisse?

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