Gethsemanekirche wird saniert

In der Sichtachse der Geimstraße über das S-Bahn Viadukt hinweg liegt die Gethsemanekirche. Sie war 1989, aber auch schon vorher, wichtiger Ort des zivilen, friedlichen Widerstandes gegen das SED-Regime. Ihre Bausubstanz ist inzwischen marode geworden. Gesimsteile waren heruntergefallen und der Kirchgarten musste bereits gesperrt werden. Jetzt gibt es Hoffnung.

Zur Erneuerung der Kirchenfassade und des Dachs der evangelischen Gethsemanekirche in der Stargarder Straße 77 stellt die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt Fördermittel aus dem Programm Städtebaulicher Denkmalschutz zur Verfügung. Die Baumaßnahmen können bereits im kommenden Jahr beginnen.

Dazu übergab der für Bauen und Wohnen zuständige Staatssekretär Prof. Dr.-Ing Engelbert Lütke Daldrup einen Förderbescheid in Höhe von 900.000 € für den 1. Bauabschnitt an die Evangelische Kirchengemeinde Prenzlauer Berg Nord. Gemeinsam mit ihm überreichte Dr. Karen Bork vom Kuratorium Berlin der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) einen Fördervertrag über 50.000 € für die Außenfassade. Diese Förderung wurde möglich durch eine Spende der Beckschen Stiftung und Mitteln aus der Rentenlotterie von Lotto Berlin, deren Vertreter bei dem Termin ebenfalls anwesend waren.

Das Land Berlin und die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützen damit die denkmalgerechte Sanierung der Gethsemanekirche und sichern somit den Erhalt dieses geschichtsträchtigen Ortes für die Öffentlichkeit. Die Kirche setzt für die Baumaßnahmen voraussichtlich ca. 450.000 € Eigenmittel ein.

Staatssekretär Prof. Dr.-Ing. Lütke Daldrup: „Hier geht es nicht nur um die Erhaltung des Bauwerks mit seiner architektonisch und stadtbildprägenden Wirkung, die Kirche hat darüber hinaus als Symbol der friedlichen Revolution eine große Bedeutung für die Geschichte des vereinten Berlins.“

Die Gethsemanekirche wurde von August Friedrich Wilhelm Orth in den Jahren 1891 – 1893 als 3-schiffige Backstein-Hallenkirche erbaut. Der Portikus ist 62 m hoch. Es handelt sich um ein hervorragendes Beispiel des Berliner Kirchenbaus zum Ende des 19. Jahrhunderts.

Aufgrund von eindringender Feuchtigkeit ist das Mauerwerk stark geschädigt. Teile an der Außenwand und an den Türmen sind so marode, dass es zu herab fallenden Gesimsteilen kam. Der beliebte Kirchengarten musste deshalb bereits gesperrt werden.

Die Gethsemanekirche wird in den kommenden drei Jahren für insgesamt ca. 2 Mio. € denkmalgerecht erneuert und soll auch in Zukunft ihrer Funktion als Gotteshaus, als Ort der sozialen Kommunikation und für Veranstaltungen der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen. Für die Durchführung des 2. Bauabschnittes werden von der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umwelt für 2015 weitere Fördermittel in Aussicht gestellt.

Die Kirchengemeinde bittet um weitere Spenden.

Hartmut Dold

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Gleimviertel -Nebenan

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