Symbolische Begegnung auf der Bösebrücke

„Der Pankower Bezirksbürgermeister, Matthias Köhne und sein Amtskollege aus Mitte, Dr. Christian Hanke (beide SPD) werden sich anlässlich des 25-jährigen Jubiläums des Mauerfalls am 9. November dieses Jahres am ehemaligen Grenzübergang Bornholmer Straße treffen.“

Das geht aus einer Pressemitteilung des Bezirksamtes Pankow vom 29.10.2014 hervor.

„ Die symbolische Begegnung der beiden Bezirke östlich und westlich dieses welthistorisch bedeutsamen Ortes findet um 21 Uhr am „Platz des 9. November“ an der Bösebrücke statt.

Auf der Brücke an der Bornholmer Straße öffnete sich in der Nacht vom 9. zum 10. November 1989 erstmals seit dem 13. August 1961 die Mauer und die Berliner kamen wieder zusammen.

Dieses Ereignis war seither für die Bürgermeister der angrenzenden Bezirke Anlass, sich am 9. November eines jeden Jahres in den Abendstunden an der Bornholmer Straße an der Bösebrücke zu treffen und mit den zusammen gekommenen Berlinerinnen und Berlinern an die Geschehnisse der Wendezeit zu erinnern und ins Gespräch zu kommen.

Interessierte sind herzlich eingeladen, gemeinsam mit den Bezirksbürgermeistern der friedlichen Revolution in der DDR zu erinnern.“

Zeitzeuge

Wir erinnern uns an dieses Datum sehr genau. Am 9. November standen wir mit Tausenden Ostberlinern ab 22:00 Uhr vor dem Grenzübergang Bornholmer, der lag 10 Minuten Fußweg von unserer Wohnung entfernt. Ca. eine Stunde später wurden die Tore geöffnet.

Gegen Mitternacht landeten wir in der „Museumskneipe“, damals noch am „Kudamm“. Wir waren dort die ersten, die die Botschaft vom Fall der Mauer überbracht haben. Das Echo war groß.

Die Erinnerungskultur mit Event-Charakter und historischer Verkürzung erweckt in uns zwiespältige Gefühle, besonders dann, wenn Politiker und Historiker mit eindimensionalem Blick uns die friedliche Revolution rauben wollen. Allein der Begriff „Wende“ ist ein Zeugnis dafür.

Anderseits wird auch viel Geschichtsklitterung betrieben. Der Stasi Oberstleutnant Jäger, der die Grenze an der Bornholmer öffnete, ist jetzt ein Medienheld, aber keiner weiß, wie die wahre Geschichte war. Ein klarer Befehl und es fallen Schüsse. Gut, dass der graue Schleier der Geschichte Vieles überdeckt. Auch unsere Erinnerungen sind durch die Jahre getrübt und emotionalisiert.

Hartmut Dold

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Gleimviertel – Nebenan

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