Die halbe Wahrheit – Glosse

Im Gegensatz zur Bundeswehr ist unser Kieztreff gut ausgerüstet. Die nötige technische Infrastruktur steht und die Verwaltung klappt. Langfristige Nutzer sind in entsprechende Verträge eingebunden und kurzfristige Raumvergaben erledigen wir operativ. Dafür müssen wir uns auch nicht um die Landesverteidigung kümmern sondern nur um die Verteidigung unseres Kieztreffs.

Der ist gegenwärtig nicht von den Russen bedroht sondern von der Schulleiterin der Schule am Falkplatz, die ihre territorialen Ansprüche rustikal durchzusetzen versucht. Mit der Kündigung des Kieztreffs zum 30.04. 2014 jetzt zu Ende April 2015, wird sich der Ausschuss Bürgerbeteiligung, Bürgerdienste der BVV Pankow am 2. Oktober 2014 befassen. Möglicherweise wird das Thema weiter nach vorne verlegt und an andere Ausschüsse verwiesen, eine Rücknahme der Kündigung wäre sicher die beste Wahl.

Im Gegensatz zur Bundeswehr haben wir unsere Hausaufgaben gemacht und uns rechtzeitig um den Service und die Wartung unserer technischen Infrastruktur gekümmert. Der ist zudem schamlos billig, weil wir auch Werte verteidigen.

Gut, wir wollen nicht zu sehr auf den Putz hauen. Manchmal funktioniert die Klospülung nicht mehr und der Geschirrspüler sendet error 212. Aber das kriegen wir in den Griff. Hinsichtlich unserer Computer sind wir Top.

Dass sollte bei der Bundeswehr auch so sein. Doch wie es gegenwärtig aussieht, müssen wir den Russen, wenn er vor unserer Tür steht, bitten:

Sorry lieber Russe, kannst du nicht 4 Wochen, besser 4 Monate warten, bevor Du bei uns einmarschierst. Wir haben gerade einige Beschaffungs- und Reparaturprobleme. Von unseren 109 Eurofightern sind nur 42 einsatzbereit und von den 43 Hubschraubern der Marine sind es nur 5, bei anderen Waffengattungen sieht es nicht viel anders aus.

Unsere kampffähigen Verbände sind gerade in Afghanistan. Upps, die müssen wir ja auch über Dein Gebiet rücktransportieren bzw. fliegen lassen.

Unsere neuen A400M erhalten wir in frühestens 6 Monaten und ob die ukrainischen Antonows noch zur Verfügung stehen wissen wir nicht genau. Besser vielleicht wir setzen uns mit dem Iran ins Benehmen und führen sie über Land zurück. Da brauchen wir sie wenigstens nicht zu verschrotten, sondern können sie gleich in Erbil abgeben.

Wir wissen nicht, ob die jetzt so plötzlich auftauchenden Fakten über den Zustand unserer Verteidigung der Wahrheit entsprechen. Man könnte auch vermuten, dass sie von der Rüstungslobby gezielt gestreut werden, um möglichen Exporteinbrüchen bei Waffenexporten ins Ausland durch das vermeintlich rigidere Vorgehen des Wirtschaftsministers zu kompensieren. Die Wahrheit werden wir wahrscheinlich nicht erfahren.

Lassen wir uns mal auf das vorgegebene Medienszenario zur unterrüsteten Bundeswehr ein. Was folgt dann? Spendenaufrufe an die Bundesbürger mit dem Hinweis; Sachspenden wie Winterdecken und Plüschtiere für die Familienangehörigen der kämpfenden Truppe wegzulassen und nur per Überweisung auf das Konto XXXL-Bundeswehr in Not zu spenden? Eine neue Steuer, Notopfer Bundeswehr? Politisches Köpferücken?

Bloß gut dass der Russe gegenwärtig nicht vor unserer Tür steht, wie uns manche weismachen wollen. Der braucht nämlich den Euro aus dem Öl- und Gasverkauf und deutsche Technologie. Manch einen missfällt diese Art der Kooperation.

Hartmut Dold

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Ausrüstungs-Probleme

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