Wohnen und leben heute

Steht eine „Location“ erst mal in den internationalen Reiseführern, wie der Mauerpark und die Gleimstraße, so kann sich im Zeitalter von „Billigfliegern“, wo ein Flug nach Berlin schon mal unter 50 Euro kostet, der Charakter einer Straße oder eines Kiezes rasch ändern.
So ist nicht verwunderlich, dass sich im unteren Teil der Gleimstraße, zwischen U-Bahn Brücke und Falkplatz Restaurant an Restaurant reiht, Tendenz zunehmend.

Was haben die Bewohner davon?

Gut, die Touris geben Geld aus, machen aber auch Lärm und Dreck. Aber der Bezirk, das Viertel, die Straße ist „angesagt“ – das merken auch andere, Vermieter, Eigentümer, Investoren.

Die Dachgeschosse und Lücken aus dem 2.Weltkrieg werden zu Eigentumswohnungen  ausgebaut. “Priviligierte Mieter/Eigentümer“ fahren in ihren eigenen Fahrstühlen in ihre Lofts und Atelierwohnungen. Der Druck auf die Mieten wächst und sie steigen.

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So liegt gegenwärtig die durchschnittliche Nettokaltmiete im Gleimkiez laut immobilienscout 24, südlich der Kopenhagener bis Korsörer-, Ystader-, Gaudystraße und im Dreieck Cantian-, Milastraße und Schönhauser Allee  zwischen 6,6 bis 8,0 Euro Nettokalt pro qm.

Der verbliebene Teil des Gleimviertels nördlich der Kopenhagener und am Falkplatz wird mit 8,1 bis 10,0 Euro bewertet. Die Website weist eine Mietsteigerungen von 2009 zu 2010  um 10 bis 20% aus.

Dem gegenüber sind Mieten nördlich des Gleimtunnels, im Wedding von 4,1 bis 5,5 Euro pro qm deutlich günstiger.

Inzwischen sind nur noch bei drei Häuser in der gesamten Gleimstraße die Fassaden unrenoviert.

Bauarbeiten gibt es im Gleimviertel gegenwärtig an der Ecke Rhinower Straße/Gleimstraße,  in der Schwedter Straße, der Kopenhagener-und der Korsörerstraße.

Das Bild des Kiezes in der letzten Dekade mitverändert,  hat der Bau der Max-Schmeling-Halle und die Umgestaltung des Mauerparks. Der Falkplatz ist wieder kleiner geworden.

Der bei Kindern beliebte Rodelberg an der Stelle der „Mehrzweckhalle“ existiert nicht mehr. Dafür gibt es einen schönen Kinderspielplatz und eine Robbenskulptur, die an der Stelle des früheren Planschbecken steht. Selbiges, sowie die zwei Buddelkästen für Kinder, an die sich einige noch erinnern, sind nicht mehr da.

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Es ist sicher zeitgemäß und heute selbstverständlich, das Falkplatz und Mauerpark Teile des öffentlichen Raumes sind und von allen genutzt und „benutzt“ werden können.

Die Zeiten, als ein Aufseher, wie in den 20-er und 30-er Jahren, die Kinder vom Rasen trieb und  seinen Knüppel schwang, und der Falkplatz ein „Schmuckplatz“ war, sind endgültig vorbei.

Das könnte sich die Stadt auch nicht mehr leisten.

Hartmut Dold

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Das Gleimviertel – ein Update 2.0.4
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